Full text : Illustrierte Geschichte der Sächsischen Lande und ihrer Herrscher. I. Band, 2. Abteilung. Von der Landesteilung von 1382 bis zum Übergange der Kurwürde an die Albertiner (1547). (2)

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Reugeld  war  noch  immer  nicht  in  den  Händen  der  Wettiner.  Nunmehr
  ließ  sich  im  Oktober  1397  Wenzel  herbei,  statt  des  Geldes,  das
er  doch  nun  einmal  nie  besaß,  die  Städte  Brüx  und  Laun  wirklich
zum  Pfande  zu  geben.  Würde  der  deutsche  König  in  den  Bahnen
geblieben  sein,  die  ihm  nunmehr  in  Anerkennung  der  Gegenleistung
Markgraf  Wilhelm  vorzeichnete,  so  würde  ihm  wohl  die  Krone  nicht
vom  Haupte  gerissen  worden  sein.  Wir  erkennen  ganz  entschieden  des
Markgrafen  gesunden  Einfluß  in  Wenzels  Vorgehen  gegen  die  fränkischen
Naubritter,  in  seinen  Bemühungen,  zu  Nürnberg  ein  weitere  Kreise
um  fassendes  Landfriedensbündnis  zu  stande  zu  bringen.  Aber  es  lag
nun  einmal  nicht  in  der  Natur  dieses  mit  mannigfachen  Anlagen,  nur
nicht  mit  einem  ernsten,  männlichen  Charakter  ausgestatteten  Königs,
mit  redlicher  Staatskunst  gerade  Wege  zu  gehen.

Jedenfalls  wußte  Wilhelm  seine  guten  Beziehungen  zu  Wenzel
in  eigener  Sache  auszunutzen.  In  einer  Fehde  mit  dem  Grafen  von
Heldrungen  glaubten  die  Erfurter  diesen  von  ihrem  alten  Gegner
Wilhelm  von  Meißen  unterstützt.  Um  sich  dafür  zu  rächen,  warben
sie  Gesindel  an,  das  sie  nach  den  meißnischen  Städten  schickten,  um  da
allenthalben  Feuer  anzulegen,  so  daß  von  allen  Seiten  Klagen  an
den  Markgrafen  kamen  wegen  der  Mordbrenner,  die  nach  der  Aussage
  einiger,  deren  man  habhaft  geworden,  eben  von  den  Erfurtern
gedungen  seien.  Noch  zu  Nürnberg  erwirkte  Wilhelm  ein  Urteil  des
königlichen  Hofgerichts  gegen  die  Mordbrenner,  nachdem  er  schon  vom
Könige  die  Achtserklärung  gegen  Erfurt  und  gegen  die  beiden  mit
Erfurt  verbündeten  Städte  Mühlhausen  und  Nordhausen  erlangt  hatte.
Die  einfache  Acht  wurde  sogar  im  Januar  1398  zu  Frankfurt  vom
König  Wenzel  gegen  Mühlhausen  und  Erfurt  in  des  Reiches  Oberacht
  umgewandelt.  Als  natürlicher  Bundesgenosse  trat  Erfurt  Johann
von  Nassau  zur  Seite,  dem  es  mittlerweile  gelungen  war,  seine  Anerkennung
  als  Erzbischof  von  Mainz  in  Rom  durchzusetzen  und  der
im  August  1397  nach  Mainz  zurückgekommen  war;  Gottfried  von
Leiningen  mußte  vor  ihm  weichen,  und  um  Johanns  Glück  voll  zu
machen,  verweigerte  ihm,  zum  Arger  Wilhelms  von  Meißen,  auch  der
schwankende  König  die  Anerkennung  nicht  länger.  Mit  der  Teilnahme
des  Mainzers  am  Kampfe,  der  am  14.  April  1398  mit  der  Stadt
Erfurt  ein  Bündnis  gegen  den  Landgrafen,  gegen  die  Osterländer  und