Volltext : Das Handelsgesetzbuch für das Deutsche Reich. Zweiter Band. (2)

Uummer  128
normalem  Bierverbrauch  eine  Reduzierung  um
800  Ml.

Zur  Sonntagsruhe.

Die  TCharkutiers  und  Delikatessengeschäfte  4
chen  um  Kürzung  der  Sonntagsarbeit  nach.  S
wollen  den  Ladenschluß  um  4  Uhr  es#ssrene
dieser  Antrag  wird  von  der  überwiegendem  Mehrzahl
  der  Ladeninhaber  unterstützt.  Ausgenommen
  sollen  die  Marktsonntage  usm.  sein.  Bisher
war  Ladenschluß  erst  um  6  Uhr.  R.-R.  Wander
verweist  darauf,  daß  die  Regierung  dazu  zuständig
  ist.  Der  Magistrat  muß  aber  zuvor
Stellung  dazu  nehmen,  da  Gelegenheit  zur  Versorgung
  des  Publilums  mit  Lebenemitteln  gegeben
  sein  mu  In  einer  Reihe  von
Familien  könnte  der  frühere  Schluß  Störungen
  herbeiführen,  wenn  der  Dienstbote  nachmittags
  frei  hat.  Andererseits  muß  diese  Regelung
  einheitlich  und  gleichmäßig  getroffen  werden.
  Selbstverständlich  müssen  dann  auch  die
Verkaufsstellen  bei  den  Kellern  um  4  Uhr  schlieben.
  Dadurch  geht  diesen  eine  wesentliche  Verkaufszeit
  verloren.  M.-R.  Senft:  Warum  soll
man  den  Leuten  die  paar  Stunden  nicht  geben?
Er  bitte  um  Zustimmung.  Wenn  wir  die  Eingabe
  ablehnen,  können  die  Geschäfte  trotzdem  ge-Ihossen
  werden.  Der  Referent  siellt  den  Antrag,

die  Eingabe  der  Metgerinnung  und  dem  Gremium
  zur  Begutachtung  zuzuweisen.  Der  Magistrat
  ist  damit  einverstanden.

(Schluß  folgt.)

Juverlässigkeitsfahrk  des  Aulgem.
Deulschen  Aukomobilklubs  1914.

Rosenheim,  29.  Mai.

KU  us  Anlaß  und  auf  die  Dauer  der  am
1.  Juni  1914  statthabenden  Antomobil-Tourenfahrt
  erläßt  das  Kal.  Bezirksamt  Nosenheim
gemä  5  366  Ziffer  10  des  Reichsstrafgesetzhuches

  und  Art.  2  Ziffer  6  und  Art.  44  des
Zeu  izeistrasgesetzbuches  zur  auuseschterhalturgg  per

trdnung  und  Sicherheit  auf  den  von  der  F
Krührten  Straßen  folgende  aesiren  Gah
Vorschriften:

Fuhrwerke,  deren  Bespannung  vor  Antomobilen
  scheut,  haben,  während  der  Dauer  der
Tourenfahrt  die  Staatsstraße  auf  der  Strecke
von  der  Landesgrenze  bei  Kiefersfelden  bis  Aising,
die  Distriktsstraße  Aising-Rosenheim  und  die
Staatsstraße  auf  der  Strecke  von  Rosenheim  bis
zur  Amtsbezirksgrenze  bei  Kolbermoor  zu  vermeiden



Während  der  eben  bezeichneten  Zeit  sind
in  den  von  der  Jaint  berührten  Ortschaften
Kinder  und  gebrechliche  Leute  von  der  Straße
fernzuhalten;  Hunde,  Katzen  und  Geflügel  find
einzusperren.

Untersagt  ist,  während  der  Tourenfahrt  auf
den  fraglichen  Straßenstrecken  Wagen  und  sonstige
verkehrsstörende  Gegenstände  stehen  oder  liegen
zu  lassen.

Fuhrwerke,  Kraftwagen,  Reiter  und  Nadsahrer
  haben  während  der  Tourensahrt  aus
Seitenstraßen  und  Seitenwegen  in  die  von  der
Tourenfahrt  berührte  Straße  mit  besonderer
Vorsicht  und  nur  im  Schrittemvo  einzubiegen
und  auf  dieser  Straße  selbst  stets  die  rechte
Seite  der  Fahrbahn  cinzuhalten.

Tie  Signalflaggen,  welche  am  Tage  vor
der  Durchfahrt  der  Automobile  von  den  Streckenkommissären
  des  Automobilklubs  angebracht
werden,  dürfen  nicht  beseitigt,  beschädigt  oder
an  eine  andere  Stelle  verbracht  werden  und  sind
von  den  Teilnehmern  an  der  Tourcufahrt  genau
zu  beachlen.

Den  Anordnungen  der  zur  Aufrechterhaltung
der  Ordnung  und  Sicherheit  auigestellten  Polizeiorganc
  und  Signalposten  ist  unweigerlich  Folge
zu  leisten.

Zuwiderhandlungen  gegen  vorstehende  Anordnungen
  werden  an  Geld  bis  zu  60  Mark
oder  an  Haft  bis  zu  14  Tagen  bestraft.

Vorstehende  Vorschriften  sind  in  den  Gemeinden
  Kiefersfelden,  Oberaudorf,  Niederaudorf.
Flintsbach,  Degerndorf,  Reischenhart,  Kirchdorf
a.  J.,  Pfraundorf,  Aising  und  Pang  unverzüglich
in  orlsüblicher  Weise  bekannizugeben.

·  ·

Die  Automobile  und  Motorräder,  welche  sich
an  der  Tourenfahrt  beteiligen,  werden  von  Aising
  kommend  am  Pfingstmontag  den  1.  Juni  c.
roraussichtlich  in  der  Zeit  zwischen  #  und
½25  Uhr  nachmiltags  den  Stadtbezir!  und  zwar
die  Kussteinerstraße,  die  Münchenerstraße  auf
der  Strecke  zwischen  Kufsreinerstraße  und  Bahnüberführung,
  sowie  die  äußere  Münchenerstraße
durchfahren.  Mit  Rücksicht  darauf,  daß  an  der
Fahrt  eine  große  Anzahl  Motorwagen  und  -Räder
  leilnehmen  und  sich  in  verhällnismäßig  geringen
  Abständen  folgen  werden,  wird  dem
Publikum  zur  Verhütung  von  Unfällen  besondere
  Achtsamkeit  beim  Verkehr  auf  den  vocgenannten
  Straßen  und  Plätzen  während  der
Durchfahrt  der  Fahrzeuge  empfohlen.  Kinder
und  gebrechliche  Leute  wollen  von  ihren  Angehörigen
  beaussichtigt  werden.  Fuhrwerke,  deren
  Bespannung  vor  Automobilen  scheut,  wer
den  zweckmäßig  die  genannten  Straßen  wäbrend
  der  Durchfahrtszeit  vermeiden.  Im  übrigen
  wird  auf  die  amtliche  Bekanntmachung  des
Stadtmagistrates  im  morgigen  Inseratenteil
aufmerksam  gemacht.

 

—  —  —

 

——

Lolaluachtichten.
Rosenheim,  29.  Mai.

Kardinal  Bettinger.  Bei  seiner  Rückehr
  aus  Rom  wird,  wie  wir  wiederholt  schon  Lerichten
  lonnten,  Sr.  Eminenz  dem  Kardinal-Erzbischof
  Dr.  v.  Bettinger  ein  seierlicher  Empfang
durch  das  kalh.  Bayern  bereitet  werden.  Auch
Rose:  iheim  wird  sich  an  diesem  Empfang  beteiligen.
  Die  Rückkehr  ersolgt  am  Samslag
den  6.  Juni  über  Kusstein.  Verschiedene  Deputalionen
  aus  Bayern  werden  dort  den  Kardinal
begrüßen  und  ihm  auf  der  Fahrt  im  Sonderzug
  noach  München,  der  um  2.40  Uhr  nachm.  in
Kufstein  abfährt,  das  Geleite  geben.  Bei  der
Durchfahrt  in  Nosenheim  ist  auch  hier  eine  feicrliche
  Ovation  geplant.  Wie  HH.  Geistl.  Rat
Stadtvfarrer  Geßl  in  der  gestrigen  Versammlung
  des  kath.  Volksvereins  bekanntgab,  wird
der  Sonderzug  hier  kurzen  Aufenthalt  nehmen
und  etwa  um  3.20  Uhr  nachm.  hier  eintressen.
Zur  Vegrüßung  des  Kardinals  wird  sich  der
Klerus  und  die  Stadtvertretung  „einfinden.  An
die  lath.  Vereine  erging  nun  die  GEinladung,  sich
ebenfalls  zahlreich  mit  ihren  Fahnen  zur  Begrüßung
  des  Kirchenfürsten  auf  dem  Bahnhof
einzufinden.  Damit  die  Feier  möglichst  lirlungevoul
  und  imposant  wird,  werden  auch  die  tath.
Vereine  der  Umgegend  zur  Teilnahme  an  dieser
  Ovation  eingeladen.  Der  Sonderzug  wird
roraussichtlich  auf  das  erste  Geleise  geleitet,  so
daß  die  Ausstellung  der  Vereine  gult  ermöglicht
wird.  Alle,  an  welche  die  Einlagung  hiezu  ergansen
  is,  werden  sich  gewiß  mit  Freuden  an
dieser  Feier  beteiligen.

Aerztliche  Niederlassungen:
Aerzte  haben  sich  niedergelassen:  in  Asch
Canmam,  bisher  in  Traunstein:  in  Dorfen

Dr.  Keller,  bisher  in  Haag  in  Obb.;  in  Kirch:
weidach  Dr.  Finsierwalder,  bieher  in  Neubenern.


Von  der  Feuerschützengesellschaft.
Auf  Mittwoch  beraumte  die  K.  pr.  Feuerschützengesellschaft
  Rofenheim  eine  außerordenlliche
  Generalrersammlung  an.  Veranlaßt  wurde
  sie  dadurch,  daß  Herr  von  Scanzoni  2usolge.
ungünstiger  Gelundke#tsverl  ältnisse  seinen  Rücktritt
  vom  Ehrenamte  eines  1.  Schützenmeisters
erllärte.  Dies  wurde  aufrichtig  bedauert,  denn
jedes  Mitglied  weiß  und  fühlt  dessen  Verdienst:
und  Uing  mit  wahrer  Liebe  und  Verehrung
an  dem  hochgeschätzten  Herrn  Schützenmeister.
Als  ein  äußeres  Zeichen  der  Anerkennung  und
Danlborleit  hat  darum  die  Generalversammlung
  Jerru  von  Scanzoni  eintimmig  zum  Elrenschützenmeisier
  ernannt.  Hierauf  folgte  die
Wahl  eines  neuen  1.  Schügtenmeisters,  aus
welcher  Herr  Beir  Eirlsoberlehrer  Hupfaner  sast.
einstimmig  hervorging.  Dessen  Belieblheit  in
hiesigen  und  auswärtigen  Schützenkreisen  bietet
sichere  Gewähr,  daß  die  Wahl  eine  Släckiich
zu  nennen  ist.

Der  Kaninchenzuchtverein  Rosen
heim  hält  an  den  beiden  Pfingntfeierlagen  im
Saale  des  Duschl-Gasthoses  seine  erste  Bezirlsausstellung
  mit  Produktenschau  ab.  Es
sommen  etwa  100  Nrummern  verschiedener  nassen,
  sowie  Pelz  und  Leder  aus  Kaniuchensellen
zur  Schau  und  Prämiterung.  Zur  Förderung
der  Kleintierzucht  und  zur  Ausllärung  über
Kaninchenzucht  wird  am  Pfingstmontag  im
Nebenzimmer  des  Duschl-  (Gasthofes  ein  Vortrag
  gehalten.  Referent  ist  der  1.  Vorsitzende
des  Vezirksvereinz,  Ehrenvornand  Huber.  Mil
der  Auestellung  ist.  auch  eine  Verlesung  rerhunden,
  für  welche  größtenteils  Kaninchen  als
Gewinste  zur  Versügung  stehen.  Die  Eröffnung
der  Ausstellung  erfolgt  am  Pfingstsonnta  früh
3  Ulhr.

Erösfnung  des  Bades  Wendeistcin.
  Das  vor  etwa  4  Woochen  vom  Bayer.
Mostrerbande  erworbene  Bad  Wendeistein  soll
ab  Pfingstsonntag  den  öffentlichen  Beirieb  erhaiten.
  Inzwischen  haben  fleißige  Hände  dürch
bauliche  Berbesserungen  und  Einrichtung  dcs  eicltrischen
  ##chteo  dem  Ganzen  ein  beschauliches
Gepräge  gegeben.  Manchem  Vesucher  dieses  auf
einer  Anhöhe  herrlich  gelegenen  Anwesens“,  von
dem  ein  Hrohariger  Rundblick  in  das  Inntal
die  Gewähr  für  einen  lohnenden  Ausfiug  rie
tet,  dürfte  diese  Nachricht  angenehm  überraschen.
Die  Verbandsteitung  hat  als  Restaurateur  einen
bewährten  Fachmann  gewonnen,  dem  durch  Fühkung
  groler  Betriebe  ein  guter  Nuf  voraus-R
Scht.  Helles  und  dunkles  Vier  aus  der  Schloßbrauerei
  Brannendurg,  wie  kalte  und  warme
Speisen  zu  jeder  Tageszeit  werden  augenehmen
  Aufenthalt  sichern.  Der  bayer.  Postverband,
  eine  angesehene,  gut  fundierte  Organisotion
  verfügt  über  eine  wohlgeschulte  120  Mann
siorie  Sängervereinigung,  wie  eine  cigene  Musilkapelle.
  Beide  werden  die  Eröffnungsfeierlichleit,
  die  bei  jedem  Wetter  am  Pfingstfeste
erfolgt,  verschönern.  Auch  Postchorsoli  werden
mit  melodiösen  Weisen  von  den  Bergen  ertönen.
  Sohin  ist  eine  weitere  Ausflugsgelegenheit
  in  unser  Inntal  gewährleistet,  die  nicht  nur
den  Mitgliedern  des  Postverbandes.  eine  Ferien=
  und  Erbolungsstätte  sein  soll,  sondern  auch
allgemein  dem  Publilum  eine  anheimelnde  Stätt:
bieten  soll.  Wir  verweisen  auf  das  Inserat
in  heutiger  Nummer.

Das  Wetter  scheint  sich  bessern  zu  wollen.
Heute  morgens  lachte  Sonnenschein  hernieder  und
lieh  die  schönsten  Hoffnungen  auf  ein  herrliches
Plingstwetter  entstehen.

Al#:

Dr.

 

 

elektitäfsversorgung.  Nach  langwierigen
  Verhandlungen  und  durch  Vermiltlung
der  Bayer.  Zentraldarlehensasse,  welche  durch
Herrn  Ingenieur  Fenzl  vertreten  war,  kam  gesiern
  in  einer  sehr  zahlreich  besuchten  Veriammlung
  ein  Berlrageabschluß  zmischen  den  Interessenten
  von  Ellmoosen,  Thalader  und  Holzhausen
  einerselts  und  der  Oberbayerischen
Üeberlandzentrale  A.“G.  München  anderseits
zum  endgültigen  Abschluß.  Es  wurde  zu  diesem
  Zuwecke  eine  Strombezugsvereinigung  gegründet,
  welche  von  der  lleberland:entrale  als
Großabnehmerin  eleltrischer  Energie  für  Licht
und  Kraflzwecke  zu  bedeutend  ermäßigtem  Preis
bezielt,  Liefür  jedoch  das  Bankapital  aus  eigenen
  Mitteln  aufbringt  und  nach  Fertigsiellung
an  die  Ueberlandzentrale  gegen  Unterhaltungsusfsticht
  die  gesamten  Leitungsanlagen  übergibt.
e  Verwaltung  erfolgt  in  eigener  Regie;  der
bisherige  Rechner  der  Darlehenstassé  Ellmoosen,
Herr  Isidor  Lindl,  wurde  mit  der  Führung  dieses
  Amtes  betraut.  Die  Fernleitungen,  sowie
die  Ortsnetze  werden  von  der  Oberbanerischen
Ueberlandzentrale  in  eigener  Regie  ausgeführt,
während  die  sämtiichen  Installationen  von  der
belannten  Spezialfirma  „Ing.-Burcau  Aug.
Thanner  G.  m.  b.  H.  (Inh.  H.  A.  Kallheferthin
Rosenheim“  übernommen  wurden,  welche  mit
den  Arbeiten  sofort  beginnt,  um  eine  Stremlieferung
  bis  Mitte  August  zu  ermöglichen.
merlt  sei  hier  noch,  daß  die  säm:  tlichen  Inier:
esfsenten  durch  ihr  musierhaftes  Zusfammenwirken
  die  Verhandlungen  sehr  gefördert  und  dadurch
  das  Zustandelommen  des  Vertragsabschlusses
  ermöglicht  laben.  Mesentsiche:  Anteil
  gebührt  auch  dem  Vertreter  der  Ueberlandzentrale,
  Herrn  Oberingenieur  Krägzer,
durch  seine  sachlichen  Ausführungen,  welche  auf
alte  Fragen  bereitwilligst  gegeben  wurden.  Wir
neglückwünschen  die  Gemeinde  Ellmoosen  zu  ih.
rem  günstigen  Erfolg!

Alpines.

Die  Schneeschuh=  und  Bergsteigerriege
  des  Turuvereins  Rosenbeim  von  1860
bearsihtig  für  die  Pfingsifeiertage  eine  Riegentour
  auf  das  Fellßorn  und  die  Kammertirpl  *#•5
mit  Abstieg  nach  Weidring“  Looser.  Die  Absahri
ersolgt  am  Samstagnachmiliag  5  Uhr  22  Mirn.
nach  Uebersee.  Uebernachiet  wird  in  Reit  i.  W.

Be

 

Näheres  bei  Herrn  Tourenwart  Heliel.  Proviant
  und  Kochapporat  mitnehmen.
Vom  Wendelstein.  Wie  im  Voriahre

findet  auch  heuer  auf  dem  Wendelsteinlicchlein
ab  Pfingsisonntag  bis  Ende  September  jeden
Sonn=  und  Feierlag  um  11  Uhr  Gottesdienst
statt.
na  Kitzbüheler  Horn.  Die  Häuser  werden
rom  9.  Juni  an  bewirtschaftet,  sind  also  über
die  Pfingstlage  nicht  geöffnet.

Im  Kaisergebirge  vermißt.  Der
21jährige,  aus  Nürnberg  gebürtige  und  in
Stuttgart  wohnende  Kaufmann  Hermann  He
unternahm  am  Sonntag  eine  Tour  durchs
Kaisertal  über  Hinterbärenbad  zum  Stripfenjoch.
  Dos  dortige  Schutzhaus  verließ  er  adenc?
v"F  Uhr  trotz  Abraten  mit  der  Bemerlun  3,  nach
Sl.  Johann  wandern  in  wollen  (4  5  Simun
den).  Seit  dieser  Zeit  wird  er  veimißt.  Heß
war  ohne  jede  Auerüftung,  in  dunlelbramem
Salloanzug  und  Zylinder.  Da  er  ein  aufljälliges
  Wesen  zur  Schau  trug,  nimmt  man  an,
daß  er  Selbisimordabsichten  hatle,  was  auch
aus  einer  hier  eingelangten  telegraphischen
Meldung  der  K.  Polizeidircltion  Stuttgart  hervorgeht.
  Nach  seinem  Verbleib  wird  gesuchtl.

Aus  dem  Gerichkssagle.
Kal.  Amtsgericht  Rosenheim.
Dienstag  den  26.  Mai  194.
(Schlub.)

Eine  wohlrerdiente  Strafe  verhängte  das  Gericht
  über  den  bereito  wegen  Tierquälerei  und
anderer  Noheitsdelilte  vorbestraften  Vichtreiber
Anton  Pallauf  von  hier.  Er  hatte  sich  wieder
eines  äußerst  rohen  Verhaltens  gegenüber  einer
Kuh  en  schulden-  lommen  lassen.  Am  1.  Mai
erl!  ielt  er  einen  Strafbefehl,  der  auf  drei  Wechen
  Haft  und  9  Mk.  Geldstrafe  lantele,  gegen
  den  Pallauf  Einspruch  erhob.  Am  6.  April
mußte  der  Angeklagte  für  den  Gastwirt  L0
tenz  Kloo  hier  eine  Kuh  von  Schechen  nach
Rosenheim  treiben.  Nach  der  ersien  Mitlagssiunde
  tehrte  der  Angetlagte  in  der  Estererschen

 

Gastwirtschaft  in  Paffenhoen  ein  und  verblieb
  dort  ca.  zwei  Stunden.  Obwohl  draußen
ein  schreclliches  Schneegestöber,  Hagel-  und  Regenschauer

  niedergingen  und  ein  schueit#end  lalter
Nordostwind  brauste,  ließ  Pallauf,  def  en  Roheil
von  dem  Zeugen  Kiener,  Bauer  in  Psaffen—
hofen,  in  ein  sehr  schlechtes  Licht  gerückt  wurde,
das  arme  Tier  vor  dem  Gasthause  völlig  unbedeckt
  an  einer  Ecke  des  Hauses  stehen,  um  die  der
Wind  besonders  scharf  pfiff.  Als  Kiener  dem
Angeklagten  ob  seines  unbarmherzigen  Verhaltens
  Vorhalt  machte  und  ihn  aufforderte,  die
Kuh  in  den  Stall  zu  führen,  tat  dieser  es  nicht,
sondern  bedrohte  den  Bauern  noch.  Auch  wurde
das  arme  Tier  von  dem  Hunde,  der  dem  Pächter
des  „Mohrenschimmel“  gehörle,  mehrere  Male
in  den  Schwanz  gebissen,  so  dah  es  heftig  blutete.
  Das  Vorbringen  des  Angellagten,  der
Hund  sei  ihm  nach  bezw.  enlgegen  gelaufen,
lonnte  ihm  nicht  widerlegt  werden,  weshalb

 

Samsktag,  30.  Mai  256|
er  von  den  9  Mk.  freigesprochen  wurde.  Der
Auerede  des  Nohlings,  daß  das  Tier  im  Stall:
wild  geworden  wäre,  wurde  nicht  stattgegeben“
und  die  dreiwöchentliche  Haftstrafe  aufrecht  erhallen.


Freigesprochen  wurde  die  bisher  straffceie;
Buchhaltersehefrau  Josesine  Reithmerer,  jent  in?
Reichenhall,  von  der  Anklage  einer  Unler-;
schlagung.  Die  Reithmeier  betrieb  bis  April!
1913  dahier  ein  Delilatessengeschäft,  das  si:  me-  6Q
gen  Verzugs  nach  ihrem  nunmehrigen  Wohnort
aufhob.  Die  Waren  bezog  die  Angeklagte  lommissionsweise
  von  der  Delilatessengroßlandlung
Leo  Rülsam  in  München,  dem  die  Angellagle
noch  57  Mk.  schuldele.  Bei  ihrem,  Weggang  veräußerte
  sie  die  noch  vorhandenen  Waren  an
Zahlungestatt  oder  nahm  sie  nach  Neichenhall
mit  und  war  sich  überhaupt  nicht  recht  llar  über
den  Begriff  der  Kommissionsware.  Da  ihr  eine
betrügcrische  Alksicht  nicht  nachgewiesen  werden
lonnte,  erfolgte  Freisprechung  der  utbeleumundeten
  Angellagten  von  Schuld  und  Straje.

Eine  diebische  Elster  ist  die  mebrmals  wegen
  Eigentumodelilte  vorbestraft:  Kellnerin
Anna  Nohrer  von  Aiblingerau,  zurzeit  im  Aichach
in  Straflaft.  Die  Angellagte  scheint  mit  Vor
liebe  ihre  Dienstherrschaften  und  Milbedseniteten
  zu  bestehlen.  Auch  dielesmal  wurden  ihr
sünf  solche  Vergehen  zur  Last  gelegl.  Die  Angellagte
  siaud  seit  September  1913  als  Kellnerin
  lei  den  Caswirt=  kelelent  -  t  ödl  in  Bad
Leonharde  bfun:  ten  in  Dienst.  Di:  früher  dort
bediensteie  Franzisla  Elener  l  alte  bei  dein
Dienstantritt  der  Angellagien  in  einem  Kossert
und  in  einer  Kiste  Wäsche  und  Kleinungestücker
in  Leouhardspfungen  nehen.  Sie  schrieb  eine
Tages,  man  möche  sie  ihr  schicken
schuldigle  entwendete  nun  beim  Eigan  meh
rere  Kleidungs;  und  Wäsche  tüde  inn  Geĩamt
wert  von  23.  60  Ml.  Dabei  soill  die  Rohrer
gewaltam  in  den  gut  verfrerrten  Kofier  ein
Gedrungen.  sein.  Auch  die  Diensthertin  wurie
ron  der  Angelklagten  bestoklen  und  hetroger  *
Vor  allem  enimwendete  sie  ein  Paar  der  Ehe
irau  Sltödl  gehörige  Strümpfe  und  vermen
dele  sie  für  sich.  Nach  dem  Weggang  der  Au.?
nellagten  sand  man  die  Strümpfe  in  deren
Unterbeit  verstedt.  Die  Diebin  suchte  geltend
iu  machen,  sie  habe  die  Strümpfe  mil  den  ih
rige  n  ans  Versehen  in  ihre  Kammer  hinauf
genommen  und  späüier  gar  nicht  mehr  daran  gedacht.
  Am  21.  Oltober  nahm  die:  Angellagten
ein  Stück  geräuchertes  Schweinefleisch  aus  der
Vorratslammer  iu  sich  und  verzehrte  es.  Al-)
die  Stödl  den  Diebstahl  mertte,  tal  die  Ange
klagte,  al#  wenn  sie  gar  nichts  Schuldbare  g#-tan
  häite;  den  Wert  des  Fleisches  sollte  totl!
vom  Lohn  abziehen.  Dann  besalll  die  *
gellagte  noch  die  Kellneirn  Thereie  Martin,.
die  jetzt  in  Kirchberg  in  Stellung  in.  Sie  umm
wendete  ihr  Wäsche  und  Kleicunge#üde,  Hemden,
  Strümpfe  und  Schürren.  Als  letzten  Reat
slnd  noch  cine  Unterschlagung  unter  Aullage.)
Die  Nohrer  soil  nämlich  in  der  leyten  Woche  i#- 



D  ie  Veo

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*vr  «-4


1—  München
Nosenheinerstraße  nächst  S##Oô  vVehrheof!

 

Iirastenbahn-Hallellelle  1,  9.  111
Grohet.  schatliger  Garten.  Jeden  Fensia.  n7
Jamalag  und  Sonntag  Militärmunk-Konzert.  Bei  u
gümier  Willerung  Konzer!  im  neuerbanuten  Saal.)

Vurger  tbrau  heill  und  dunkel.  Gute  auswublreiche:
Millags-  und  Abendkarte.  Achmnge  evolllt  &  Neinadi.  4

Saslhof  zur  „Stadl  FKeresheschet
muachen-oswahndor  (ee  1120.,  1

Aueschank  von  vorzügl.  Lag  erdler  —  der  Aht.-Brauerel
###n  enbräu-,  duntel  u  hell,  vom  Tah.  Auswahlr.“

Küche.  hatte  u.  warme  Selen  "n  eder  a  ages#.  Elgene
Burst-M#ger  .  billige  K  unssenulaheerr  «
mit  allen  “*  q  lchaelten  W  1  aller  Fremden,
Ichtungsooll  T.  Kroifl.  Gastdofdesiner.  «

Sittiot,,bnkgRaaetlt««ttuiielisa.

IIiItiitilskiItslel.)c-lsIsi«Zuversicht-kcmvflhltietne
  deflteaoiiiniiemsttettauk  tlonMtmasitlch

bloniigtamktmtowte  oussisahsketche  Ihriidlvelfeiiliqile  »
SeltesiinddankieoLöwenbküubekvoaisotilegt-tgepflegte
  *  Fre  #####immer  mil  9  Beilen

a  Kuliken  Prellen.  Bad

F.  Weiem#  een#rleu.

Gestbef  „3  Rosen“,  Müneben

Rinbermarkt.
Trambahnhallestelle,  Marlenplatz  u.  Rindermarkt.
Gu#  bürgerliches  Gaus,  Fremdenzimmer  3.  #ollen  Prellen

.

 

 

 

 

 

3225  Noman  Pauli.
Nesenbeimer  Schramme  vom  28.  Mai  1914
Verkauts.

summe
4—
EISlGSOGÖ

 

 

 

 

 

 

 

 

CE