Contents : Tägliche Erinnerungen aus der sächsischen Geschichte.

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einbrachte,  die  Schweden  als  racheschnaubende  Feinde  ins  Land
und  ließ  sie  zehn  Jahre  lang  wuͤthen,  verheeren  und  das  arme,  Land
zur  Wüste  machen,  ohne  mit  ihnen  Frieden  zu  schließen,  oder  vom
Kaiser  abzulassen.  Nur  erst  nach  langen  flehentlichen  Bitten  der
Unterthanen,  der  Räthe  und  der  eignen  Söhne  ließ  er  sich  zu  dem
Waffenstillstande  in  Kötschenbroda  1644  bewegen.  —  Seht,  so
war  der  sonst  wackere  und  gutmüthige  Fürst,  der  im  ernsten  dreißigjährigen
  Kriege  das  Sachsenland  regierte.  So  hatten  ihn  die  Schweden
  stets  in  Verdacht,  „er  sei  kaiserlich,“  und  die  Kaiserlichen,  „er
sei  sch  wedisch.“.  So  brachte  er  beim  besten  Willen  seinem  Lande
unsäglichen  Schaden.  Mehr  von  ihm  werden  wir  hören  an  seinem
Todestage,  den  8.  October.

6.  März.
RNeltitutionseditct.

Als  die  Reformation  in  den  verschiedenen  deutschen  Ländern
eingeführt  wurde,  nahmen  natürlich  die  deutschen  Fürsten  viele  Güter
  und  Besitzungen  in  Beschlag,  die  in  der  katholischen  Zeit  den
Kirchen  und  Klöstern  gehört  hatten.  Sie  verwendeten  die  Einkünfte
aus  diesen  geistlichen  Besitzungen  theils  zur  Besoldung  der  neuen
Kirchen=  und  Schuldiener,  theils  zu  andern  Bedürfnissen  im  Staatshaushalte.
  So  unangenehm  dies  dem  Papste  und  den  Katholiken
war,  so  hatten  sie  es  doch  geschehen  lassen,  weil  sse  mußten.  Allein
als  der  Kaiser  Ferdinand  II.  in  den  ersten  zehn  Jahren  des  dreißigjährigen
  Kriegs  durch  stete  Siege  höchst  mächtig  geworden  war;  als
viele  protestantische  Länder  von  des  Kaisers  Feldherren  unterjocht
worden  waren,  und  als  des  Kaisers  Gebiet  bis  an  die  Östsee  reichte
—  da  brachten  es  die  Jesuiten  bei  dem  übermüthigen  und  bigotten
Ferdinand  dahin,  daß  er  wegen  der  verlornen  Kirchengüter  ein  Edict
(einen  Befehl)  an  alle  protestantischen  Länder  ausgehen  ließ.  Das
war  das  berüchtigte  Restiturionsedict,  welches  den  6.  März  1629
bekannt  gemacht  und  natürlich  auch  in  Sachsen  mit  großer  Bestürzung
vernommen  wurde.  Zufolge  dieses  Befehls  sollten  die  Lutheraner
und  Reformirten  alle  eingezogenen  Güter,  die  vormals  der  katholischen
  Geistlichkeit  gehört  hatten,  den  Katholiken  restituiren  oder  wieder
  herausgeben.  So  sollte  also  den  protestantischen  Kirchen  und
ihren  Geistlichen  aller  Grundbesitz  entrissen,  ihre  Erhaltungsmittel
genommen  und  mithin  der  ganze  Protestantismus  untergraben  werden.
  Es  war  der  sicherste  Weg,  die  neue  Lehre  zu  stürzen.  Und  es
wäre  sicherlich  bald  gelungen,  wenn  nicht  der  Held  des  Nordens  im