Full text : Militärstrafgerichtsordnung.

Erster  Teil.  Gerichtsverfafsung.  §  50.  49

1.  wenn  der  Angeklagte  ein  Gemeiner  oder  Unteroffizier

  ⁴)  ist:

ein  Major,  ein  Hauptmann  (Rittmeister)  und
zwei  Premierlieutenants;

2.  wenn  der  Angeklagte  ein  Subalternoffizier  oder  ein

Hauptmann  (Rittmeister)  ist:

ein  Oberstlieutenant,  ein  Major,  ein  Hauptmann
(Rittmeister)  und  ein  Premierlieutenant;

3.  wenn  der  Angeklagte  ein  Major  ist:
ein  Oberst,  zwei  Oberstlieutenants  oder  Majors
und  ein  Hauptmann  (Rittmeister);

4.  wenn  der  Angeklagte  ein  Oberstlieutenant  ist:
ein  Generalmajor,  ein  Oberst,  ein  Oberstlieutenant
  und  ein  Moajor;

5.  wenn  der  Angeklagte  ein  Oberst  ist:
ein  Generalmajor,  zwei  Obersten  und  ein  Oberstlieutenant;


6.  wenn  der  Angeklagte  ein  Generalmajor  ist:
ein  Generallieutenant,  zwei  Generalmajors  und
ein  Oberst;

7.  wenn  der  Angeklagte  ein  Generallieutenant  ist:
ein  General,  zwei  Generallieutenants  und  ein
Generalmajor;

8.  wenn  der  Angeklagte  ein  General  oder  ein  im

höheren  Range  stehender  Offizier  ist:

zwei  Generale  und  zwei  Generallieutenants.

1)  Es  ist  zulässig,  daß  Angehörige  des  Heeres  über  solche
der  Marine  als  Richter  berufen  werden;  ebenso  umgekehrt.
Vgl.  §  262.  Wegen  Ersatzes  mangelnder  Richter  vgl.  §§  60,  39.

2)  Das  Kriegsgericht  ist  auch  dann  nach  §  50  MStrGO.  
zu  besetzen,  wenn  der  Gerichtsherr  nach  den  Umständen  des
Falles  annimmt,  daß  die  zu  erwartende  Freiheitsstrafe  infolge
gesetzlicher  Strafmilderungsgründe  (z  B.  §  157  RStrGB.)  oder
wegen  gesetzlicher  Ermäßigung  der  Strafe  (z.  B.  in  Gemäßheit
des  §  44  Abs.  4  RStrGB.)  sechs  Monate  nicht  übersteigen  wird.

Wird  eine  Person  mehrerer  strafbarer  Handlungen  beschuldigt,
  so  ist  das  Kriegsgericht  nur  dann  nach  §  51  MStrGO.

Herz-Ernst,  Militärstrafgerichtsordnung.  4.  Aust.  4