Metadata : Der Deutsche Reichstag.

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Deutschland  herbeizuführen.  Was  die  Machtfrage  betreffe,  so  halte  er
die  Vereinigung  von  Nord=  und  Süddeutschland  jedem  Angriff  gegenüber
  in  allen  Fragen,  wo  es  sich  um  die  Sicherheit  des  deutschen
Bundes  handle,  für  gesichert.  „Für  den  Augenblick“,  schloß  der  Minister,
  „kann  ich  nichts  hinzufügen,  als  die  Aufforderung,  arbeiten  Sie
rasch!  Helfen  wir  Deutschland  in  den  Sattel,  reiten  wird  es  schon
selbst  können.“

Als  der  Führer  der  Ultramontanen  von  Malinckrodt  darauf  hindeuten
  wollte  (12.  März),  daß  nach  seiner  Ansicht  in  dem  Kriege  von
1866  der  Angriff  und  das  Unrecht  auf  Seite  Preußens  gewesen  sei,
und  als  er  auf  die  Erwähnung  Bismarcks  von  der  „sechshundertjährigen
Leidensgeschichte  Deutschlands“  zurückgreifend,  bemerkte,  er  könne  unmöglich
  voraussetzen,  daß  bei  Bismarck  „die  Hinneigung  zu  dem  Faustrecht
  und  die  Abneigung  gegen  das  Haus  Habsburg  so  groß  sein  sollte,
um  die  Leidensgeschichte  Deutschlands  von  dem  Zeitpunkt  zu  datieren,
als  Rudolf  von  Habsburg  die  Burgen  der  Raubritter  brach,  um
Deutschland  den  inneren  Frieden  wieder  zu  geben,“  —  da  erhob  sich
Bismarck  und  versetzte  mit  schneidender  Schärfe:  „Wenn  ich  neulich
von  der  sechshundertjährigen  Leidensgeschichte  gesprochen  habe,  so  ergiebt
  eine  einfache,  genaue  Rechnung,  daß  der  Anfangspunkt  dieses
Zeitraums  hinter  Rudolf  von  Habsburg  zurückreicht.  Ich  habe  vom
Sturze  der  Hohenstaufen  an  gerechnet  und,  wie  ich  glaube,  richtig.
Der  Herr  Vorredner  hat  eine  kleine  Seitenwendung  zu  gunsten  der
Raubritter  einfließen  lassen.  —  Woher  kamen  die  Raubritter?  —
Von  der  Zerrüttung  des  Deutschen  Reiches  während  des  Interregnums.
—  Woher  kam  die  Zerrüttung  während  des  Interregnums  —  Vom
Abfall  der  Welfen  und  vom  Siege  der  Ultramontanen!“

Bismarck  hatte  sich  in  gleicher  Weise  mit  den  Welfen,  den  Polen,
den  Dänen  auseinanderzusetzen.  In  dieser  Beziehung  ragte  die  Sitzung
vom  18.  März  hervor,  in  welcher  die  nationalen  Ansprüche  der  Polen
und  das  Verhältnis  Nordschleswigs  zum  Norddeutschen  Bunde  erläutert
wurden.  In  derselben  Sitzung  spielte  auch  die  Luxemburger  Frage
eine  Rolle.  Gelegentlich  der  Anspielung  eines  Abgeordneten  auf
dieselbe  gab  Bismarck  die  folgende  Erklärung  ab:

„Bekannt  ist,  daß  die  Königlich  niederländische  Regierung  wünscht,
das  Band,  welches  einen  Teil  ihres  unmittelbaren  Gebietes,  einen  Teil
der  Provinz  Limburg  seit  einer  Reihe  von  Jahren  mit  umfaßt,  gelöst
zu  sehen;  sie  hatte  schon  darüber  in  Frankfurt  bestimmte  Anträge  gemacht.
  Wir  haben  die  Ueberzeugung,  daß,  wenn  wir  mit  Entschiedenheit

  darauf  bestanden  hätten,  die  Niederlande  sollten  für  Limburg  bei-Robolsky,
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