Full text : Der Vertrag von Versailles.

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russisches  Werg  zur  Verarbeitung  gelangte,  am  29.  März  diskrete  Pocken  festgestellt;  in  den
nächsten  Tagen  erkrankten  in  dieser  Spinnerei  noch  3  Arbeiter  und  2  Arbeiterinnen  im
Alter  von  32  bis  56  Jahren.  In  je  einem  Falle  nahmen  die  Pusteln  ein  konfluierendes
und  hämorrhagisches  Aussehen  an,  in  4  Fällen  traten  sie  diskret  auf.

Im  Königreich  Sachsen  erkrankte  in  Penig  (Amtsh.  Rochlitz)  im  Monat  November  eine
41jährige  Arbeiterin,  welche  in  der  Papierfabrik  beim  Sortieren  von  Lumpen,  die  aus  dem  Auslande
stammten,  beschäftigt  war.  Nach  ihrer  Aufnahme  in  das  Krankenhaus  übertrug  sich  die  Seuche
auf  2  männliche  Insassen  im  Alter  von  47  und  35  Jahren,  von  denen  der  ältere  ungeimpft  war.

Unermittelt  blieb  die  Ansteckungsquelle  in  6  Fällen,  nämlich  bei  2  Erkrankungen  in
Tangermünde  (Kreis  Stendal),  ferner  bei  einer  Erkrankung  in  Lunden  (Kreis  Norderdithmarschen)
  —  hier  war  am  16.  August  1902  ein  53  jähriger  Landstreicher  angekommen,
der  sich  unterwegs  eine  schwere  Pockenerkrankung  zugezogen  hatte,  welche  nach  raschem  Verlaufe
am  21.  August  zum  Tode  führte  —  und  bei  je  einem  Pockenfall  in  Crimmitschau  (Kreishauptmannschaft
  Zwickau),  Brötzingen  (Bez.  Pforzheim)  und  Ilberstedt  (Bez.  Bernburg).

Abgesehen  von  dem  in  Lunden  festgestellten  Falle  waren  betroffen  2  Männer  im
Alter  von  je  50  Jahren,  von  denen  einer,  ein  Invalide,  am  6.  März  starb,  ferner  je  ein
23-  und  70  jähriger  Mann  und  eine  50  jährige  Frau.

In  der  Stadt  Altona  erkrankte  am  1.  Januar  1902  ein  ungeimpftes  einjähriges
Kind,  dessen  Vater  14  Tage  vorher  von  den  Pocken  befallen  war.  Die  Erkrankung  des
Vaters  war  im  vorjährigen  Bericht  unter  den  Pockenfällen  aufgeführt,  deren  Ansteckungsquelle
  nicht  nachweisbar  war.

Gesamtübersicht  über  das  Lebensalter  und  den  Impfzustand  der  Erkrankten.

Lebensjahr  8  Diagnose
U--
  ....  .  Is-Impfzustand!)
  Verlauf  3325333  s  slsan-x  —
1.2|[  III  I  IE22
—  5
.  .  -  -  I
gestorben  52)  1  1  r*P  –—  —  –  7—9  5—  2
schwer  bezw.  mittelscherre  1  112  —  1—.—.————74  3—–  —
ungeimpft  leicht  28)  32)  12),  2")  —.——  1  +Öüo  10——  —
ohne  Angabe  —  —  ––N  —11  –  —  —  1
gestorben  —  I—  1——  1—  3—  2  1
einmal  als  Kind)  schwer  bezw.  mittelschwer  L11  1  2  –3  2122211
geimpft  leicht  —  2  %  S2  5  1  2  1
ohne  Angabe  ——  —  1  M  1
gestorben  —  —  —  —  E  ——  —
·"—  fchwekbezw mittelschwer————,1122.2—i193  5—  1
wiedergeimpft  leicht  –  9  52  22  22—  —
ohne  Angabe  —  —  —  —  —  ——  1——  1  —1  1
gestorben  —  —  —  —  ———  —  2  —  1——
unbekannten  schwer  bezw.  mittelschwerr□  —  —  1  —  —  —  —  1  1)3112–
Impfzustandes  leicht  —  1  —  —  1  1—  44——
ohne  Angabe  —  ——  —  ——  ——  1  ——  —I  1
10  9  8  16  4|11  C%

1)  Die  Angaben  des  Impfzustandes  beziehen  sich  nur  auf  die  rechtzeitigen  Impfungen;  die  Zahl  derjenigen
  Personen,  welche  erst  im  Inkubationsstadium,  also  zu  spät,  zum  erstenmal  oder  wiederholt  geimpft
worden  sind,  ist  hierunter  angegeben.  —  5)  Darunter  1  zu  spät  geimpft.  —  3)  Desgl.  2.  —  4)  Darunter
ein  am  5.  Januar  1903  in  Altona  gestorbener  53  jähriger  Mann.