Volltext : Regierungsblatt für das Königreich Württemberg vom Jahr 1845. (22)

 

Aummer  261

Mittwod,  11.  Aovember  1514

 

Tlingtau.

Petersburg,  9.  Nov.  Die  englischen  und
japanischen  Truppen  sind  in  ingtau  eingezogen.
Nach  einer  Meldung  der  „Central  News“  in
London  erlitten  die  ungeheuren  Massen  der
im  letzten  Sturm  gegen  Tsingtau  vorgehenden
feindlichen  Infanterie  und  Artillerie  sehr  schwere
Verluste,  die  die  Kopfzahl  der  Verteidiger  bedeutend
  Überschreiten.  (3Z.)

Der  Kaiser  sagt  in  seinem  Antworttelegramm
an  den  Reichstagspräsidenten:  „Die  heldenabtige
  Verteidigung  der  in  langjähriger  Arbeit

  geschaffenen  Musterstätte  dulscher  Kultur
bildet  ein  neues  **  m  3  für  den  Geist
der  Treue  bis  zum  Tod,  den  das  deutsche  Volk
mit  seinem  Heer  und  seiner  Flotte  in  dem  gegenwärtigen
  Verteidigungskampf  gegen  eine  Welt
on  Haß,  Neid  und  SBecgehrlichleit  schon  so

mannigfach  —  will's  Gott,  nicht  vergeblich  —
betätigt  hat.“  (5)
Die  Vergeltungsmaßnahmen.

Berlin,  9.  Nov.  Die  „Nordd.  Allg.  Ztg.“
bespricht  die  Vergeltungsmaßnahmen  gegen  das
feindliche  Ausland,  namentlich  in  wirtschaftlicher
  Hinsicht.  Mit  Bezug  auf  die  Jekhasiung
der  Engländer  in  Deutschland  sagt  das  Blatt
dann:  Die  französische  ?  egierung  ist  gleichfalls
zu  einer  Erklärung  über  die  Behandlung  der
wehrfähigen  Deubhen  aufgefordert  worden.
Von  dieser  Antwort  wird  die  weitere  Behandlung
  der  wehrfähigen  Franzosen  in  Deutschland
abhängen.  Betreffs  Rußland  find  Ermittelungen
im  Gange.  Nach  zuverlässigen  Nachrichten  werden
  die  Deutschen  im  feindlichen  Auslande,  abesehen

  von  der  Beschränkung  ihrer  persönlichen
*——  zum  Teil  einwandsfrei,  zum  Teil  aber
mit  Unnötiger  Härte,  ja  geradezu  unwürdig
behandelt.  Auf  Ansuchen  der  deutschen  Regierung
  sind  die  Vertreter  der  Vereinigten  Staaten
  mit  der  Untersuchung  dieser  Mißstaͤnde  betraut
  worden.  Sollte  dieser  Weg  nicht  zum
Jiele  führen,  so  würden  auch  die  feindlichen
Ausländer  in  Deutschland  strenger  behandel!
werden  müssen.  Damit  würde  allerdings  ein
Wettstreit  in  der  Brutalität  gegen  Feindselig
keiten  anderer  Staaten  nicht  eröffnet  werden
können,  wohl  aber  würde  Deutschland  es  sich
vorbehalten  müssen,  die  feindlichen  Regierungen
und  Organe  Für  das,  was  diese  gegen  unsere
angehöckgen  Lgesündigt  haben,  zur  Verantwortung
  zu  ziehen.

Die  Vereitelung  des  russischen
Angriffsplones.

Wien,  Nov.  Die  vor  etwa  einem  Monat
  auf  *  galizischen  Kriegsschauplatz  eingeleitete
  allgemeine  Offensive  der  verbündeten
Armeen  hatte  den  Zweck,  den  von  den  Russen
mit  den  großen  Truppenmassen  ihrer  Hauptmacht-
  vorbereiteten  Angriff  gegen  die  deutsche
  Grenze  zu  verhindern.  Die  kühnen  Vorstöße
  gegen  Warschau-Iwangorod  zwangen  die
Russen  zur  vorzeitigen  Entwicklung  ihrer  Kräfte
und  erreichten  ihren  Zweck  vollkommen,  den
russischen  Vorstoß  gegen  Schlesien  zu  vereiteln.
Damit  ist  die  zweite  Phase  der  Feldzuges
zu  Ende  und  die  verbündeten  Armeen  nehmen
ungestört  ihre  Neugruppierung  vor.  (3.)

Rußlands  Not.

Wien,  9.  Nov.  Der  Kriegsberichterstatter
der  „Reichspost“  erfährt  aus  zuverlässiger
Quelle,  daß  Rußland  bereits  Reichswehrformationen
  ins  Feuer  führt.  Im  Zusammenhang
mit  der  Tatsache,  daß  vor  Przem#ysl  siebzehnjährige
  russische  Jünglinge  getangen  wurden,
  ergibt  sich  der  Beweis,  daß  Rußland
trotz  seiner  anscheinend  gewaltigen  Kräfte  der
ersten  und  zweiten  Linie  schon  nach  zweimonatiger
  Kriegsdauer  auch  Truppen  dritter  Linie
  heranziehen  mußte.  (3.)

Ein  russisch-japanischer
Kuhhandel.

Mailand,  9.  Nov.  Von  einem  russischjapanischen
  Tauschgeschäft,  das  die  Not  der  russischen
  Heeresverwaltung  bei  der  Ergänzung
des  Kriegsmaterials  kennzeichnet,  berichtet  der
italienische  Kriegskorrespondent  Margini  aus
Moskau.  Japan  habe  Rußland  200  schwere
Kruppsche  Kanonen  überlassen  und  Rußland
habe  sich  dafür  zur  Abtretung  der  ihm  gehörenden
  Hälfte  der  Insel  Sachalin  an  Japan
bereiterklärt.  (Z.)  —  Das  muß  man  den  Japanern
  lassen:  sie  verstehen  die  Schwäche  ihrer
hohen  Bundesgenossen  vortrefflich  auszunühzen.
Ein  solcher  Kuhhandel  war  schon  lange  nicht
mehr  da:  200  Kanonen  für  die  halbe  Insel
Sachalin!

Der  Feldzug  gegen  Serbien.

Frankfurt  a.  M.,  9.  Nov.  Der  „Franlf.
Zeitung“  wird  aus  Budapest.  berichtet:  Unsere
in  Serbien  operierende  Armee  beabsichtigt  noch
vor  Eintritt  des  Winters  einen  entscheidenden
Schlag  gegen  Serbien  zu  führen.  Hiervon  gibt
auch  ein  von  Feldzeugmeister  Pettore.  an  die
ihm  unterstehenden  Truppen  #9  erichteter  Tagesbefehl
  Kenntnis,  in  dem  dis  Truppen  aufgefordert
  werden,  die  letzte  Kraft  des  Feindes
  zu  brechen  und  den  Feldzug  noch  vor
Kintritt  des  Winters  zu  beendigen.  (Z3.  1.

Neue  Erfolge  in  Serbien.

AIB.  Wien,  9.  Nov.  Amtlich  wird  gemelder
  Unfere  Szerätlone  auf  dem  sadlichen
Kriegsschauplatz  nehmen  einen  durchweg  günstigen
  Verlauf.  Während  jedoch  unsere  Vorrückung
  über  die  Linie  Sabac-Ujesnica  an  den
stark  verschangten  Bergfüßen  auf  den  zähesten
Widerstand  stieß,  endeten  die  dreitägigen
Kämpfe  in  der  Linie  Loznica-Krupanj-Ljubovifa
  bereits  mit  einem  durchgreifenden  Erfolge.
Der  hier  befindliche  Gegner  bestand  aus  der
serbischen  3J.  Armee  unter  General  Paul  Sturm,
und  der  1.  Armee  unter  General  Petar  Bojovic
  mit  zusammen  sechs  Divisionen  (120  000
Mann).  Die  beiden  Armeen  befinden  sich  nach
dem  Verlust  der  tapfer  verteidigten  Stellungen
im  Rückzuge  gegen  Valjevo.  Unsere  siegreichen
Korps  erreichten  Loznica,  östlich  die  dominierenden
  Höhen  und  den  Hauptrücken  der  Sokokska
  Planina,  südöstlich  von  Krupanf.  Zahlreiche
  Gefangene  wurden  gemacht  und  viel
Kriegsmaterial  erbeutet.

Russische  Reinwaschungsversuche.

WIB.  Petersburg,  9.  Nov.  Der  Admiralstab
  der  Marine  rotöffentlicht  einen  Bericht
  über  die  Ereignisse  im  Schwarzen  Meere.
Er  soll  die  Behauptung,  daß  die  Russen  die
Feindseligkeiten  eröffneten,  widerlegen.  —
wird  aber  nicht  piel  nützen.

Kaiser  Franz  Josef
und  der  Sultan.

9.  Nov.  Zwischen  dem  Ghieer  **se
Wr  und  dem  Sultan  hat  aus  Anlaß  d
Eingreifens  der  Türkei  in  den  Weltkrieg  ein
Depeschenwechsel  stattgefunden.  Der  Kaiser  richtete
  an  den  Sultan  ein  in  herzlichen  Worten
  gehaltenes  Telegramm,  das  dieser  in  gleichem
  Tone  erwiderte.

Zwei  deutsche  Schiffe  interniert.

WTB.  Washington,  9.  Nov.  Da  das  in
Honolulu  eingelaufene  deutsche  Kanonenboot
„Geyer“  den  Hafen  nach  der  von  der  ametilanischen
  Behörde  festgesetzten  Zeit  nicht  verließ,
  wurde  es  interniert,  ebenso  der  Dampfer
  „Rolochsun“  vom  Norddeutchen  Lloyd,
der  für  ein  Transportschiff  geholten  wurde.
—  Es  handelt  sich  um  den  1600  Tonnen  großen,
  alten,  zu  den  Kanonenbooten  übergeführten
  Auslandskreuzer  „Geyer“,  der  im
Jahre  1894  von  Stapel  lief  und  zuieht  in  der
Südsee  Verwendung  fand.

Meutereien  in  Portugal.

Köln,  9.  Nov.  Die  „Köln.  Ztg.“  erhält
Meldungen  aus  Oporto,  wonach  mehrere  Eisenbahnstrecken
  durch  Bomben  zerstört  wurden.  Auch
Telegraphendrähte  wurden  zerschnitten  und  eine

Eisenbahnbrücke  teilweise  gesprengt.  Außerdem
fanden  Militärmeutereien  in  Braganza  statt,
über  die  jedoch  Nachrichten  von  der  Zenfur  unterdrückt
  werden.  Eine  Bombe  platzte  vor  dem
deutschen  Konsulat  in  Oporto,  Zeitungsdrukkereien
  sind  verwüstet  worden.  —  Kein  Wunder,
  daß  das  Eingreifen  Portugals  in  den  Weltkrieg
  immer  noch  auf  sich  warten  läßt.

Vol-  und  Persendlnachrichten.

Trier,  9.  Nov.  Reichsgräfin  v.  Wolff-Metternich,
  die  als  Schwester  Marie  Mathilde  im
Orden  der  Barromäerinnen  wirkte,  erkrankte
tödlich  an  Typhus.  Die  Beisetzung  erfolgte  mit
militärischen  Ehren.

Berschieden  Aethtiqlen.

Berlin,  9.  Norv.  Im  Gefangenenlager  in
Z9ossen  machte  sich  ein  Landsturmmam  mit  seinem
  Gewehr  zu  schafsen.  Ploötzlich  krachte  der
Schuß  und  das  Geschoß  traf  einen  in  der  Nähe
befindlichen  Kameraden  fso  unglüslich,  daß  er
kurz  darauf  verstarb.

Berlin,  9.  Nov.  Der  „Lot.  Anz.  leilt
mit:  Nachdem  es  in  den  letzten  Wochen  gelungen
  war,  hier  und  da  einen  der  verächtlichen
Menschen,  die  Liebesgaben  raubten,  fellzunehmen,
  hat  man  jetzt  auf  einen  Schlag  eine
sechsköpfige  Bande  unschädlich  gemacht,  die  in
der  hiesigen  Liebesgabenzentrale  des  Roten
Kreuzes  dieses  erbärmlichste  aller  Verbrechen
begingen.

Halleg.  Nov.  Die  Staatsregierung
  40  -  ##r  Erschliehung  der  seinerzeit
  zur  Elektrisierung  der  Bahnstrecken  Bitterfeld
  -  Dessau-Berlin  und  Bitterfeld-Leipzig-Halle
  angekauften  umfangreichen  Kohlenfelder
  des  Pisteites  Gräfenheinichen  zu  beginnen.
Man  will  den  Aufräumungsarbeiten  mehrete
  Tausend  Kriegsgefangene  verwenden.

Landrai  von  Oberbayern.
Mrünchen.,  9.  Noo.
Wie  zcheep#  v.  Halder  in  der

 

 

 

 

Sôffungslitgung  des  Landraten  pan  Ober  ·

 

bayern  mitteilte,  hat  die  Kgl.  Reglerung  dem
nsan  die  *  Steuersumme  von  M.
25  136  609  zugrunde  gelegt  wie  im  #.
Mit  Sicherheit  ist  abt  enumnchmen,  da

infolge  dieses  Krieges  an  diesem  Steuerfoll  namhafte
  Ausfälle  ergeben  werden.  Um  unter  allen
  Umständen  eine  Erhöhung  des  Kreisumlagensatzes
  von  40  Prozent  zu  vermelden,  wurde
zum  Ausgleich  der  voraussichtlichen  Minder.
einnahmen  eine  tunlichste  Kürzung  der  Bedarfssumme
  unter  Vermeidung  jeglicher  Schädigung
der  Kreis=  und  der  Arbeiterinteressen  ins  Auge
gefaßt.  Demgemäß  wurden  sämtliche  Ausgabeposten
  abgesctzt,  die  zunächst  nur  zur  Ansamm.
lung  der  Bedarfssummen  für  spätere  Unternehmungen
  und  Ausführungen  auf  Grund  früherer
  Landratebeschlüsse  bestimmt  lind.  Weiter
wird  vorgeschlagen,  mit  der  Schuldentilgung  im
nächslen  „Jabree  inne  uhauten.  was  keinen  besonderen
  da  der  Schuldentilgungsplan
bereits  #rch  autzerorvenllche  Mehrtilgungen
überholt  ist.  Durch  diese  Mahnahnen  ist  es
gelungen,  eine  Reserve  von  1677068  Mk.  zu
lichern.  Auch  in  den  Ausgaben  des  Krals#
3  r  Volksschulen  sollen  Einsparungen  einrn

  Voranschlag  Jaheßt  *  einer  Gesamtausgabe,
  vorn  13  3196  b.  Hiervon  werden
  3003  239  Mk.  7#  uhhcnen  des  Siaates,
175  247  Mk.  aus  Erübrigungen  früherer  Jahre
und  86  547  Mk.  aus  sonstigen  Sinahmen  bestritten.
  Der  Fehlbetrag  von  10  054  643.60
Mark  ist  durch  Kreisumlagen,  und  zwar  nach
einem  Hundertsatze  von  40  der  Staatssteuersumme
  aufzubringen.

Anträge  betr.  Verschiebung  der  Geneinde
wahlen,  betr.  Gewährung  von  50  000  Mk.  Zuschuß
  zur  Erhöhung  der  Unterstützungen  von
Familien  der  zum  Kriege  eingezogenen  Mannschaften
  und  50  O00  Mk.  Zuschuß  für  Gemeinden
  für  die  Arbei

akssüsscn  -Wbberwiesen.  Die  nächste  Sitzung  ist
am

uan  “  Kreisregierungen  werden  als  Kreisumlagen
  für  13915  folgende  Sätze  Vorgeschlagen:
Oberbayern  40,  Niederbayern  48.5,  Oberpfalz
46,  Oberfranken  38.5,  Mittelfranken  35,  Unterfranken
  39  und  Schwabe  n  36  Prozent.  In
der  Pfalz  ist  die  Beschlußfassung  über  den  Hunatz
  dem  ständigen  Landratsausschuß  vorbehalten.
  Die  vorgeschlagenen  Kreisumlagen
für  1915  sind  in  sämtlichen  Regierungsbezirken,
mit  Ausnahme  von  Niederbayern,  die  gleichen
wie  für  1914;  in  Niederbayern  wird  eme  Erhöhung
  der  Kreisumlage  von  45  auf  48.5  Prozent
  vorgeschlagen.  „,

B#wersches  Hberlend.

Reischenhart  bei  Raubling,  9.  Nov.  Am
Samstag,  den  7.  Nov.,  abends  halb  5  Uhr,
brach  aus  bisher  unbekannter  Ursache  im  Gütleranwesen
  des  Joh.  Peressine  ein  Feuer  aus,
dem  das  Wohnhaus  mit  angebautem  Stadel
zum  Opfer  fielen.  Gerettet  werden  konnten  nur
1  Kuh,  2  Ziegen  und  einige  Mobiliarstücke.  Der
Schaden  beträgt  zirka  6000  Mark,  ist  aber  durch
Versicherung  gedeckt.

Bruckmühl,  9.  Nov.  Der  Konsumverein
für  Bruckmühl  und  Umgebung  hält  am  Sonntag,
  den  15.  Nov.,  seine  Generalver,  ammlung
  ab.  Der  Umsatz  ist  um  16  800  Mark  von
77500  Mark  auf  94  300  Mark,  die  Mitgliederzahl
  von  272  auf  341  gestiegen.  Der  Verein
  blickt  auf  ein  10jähriges  Bestehen  zurück.

Hrien,  9.  Nov.  VBiel  „Liebes  und  Gutes“
  wird  hier  am  Chiemsee  unseren  Soldaten
zuteil.  Ganz  bgsonders  dürfte  erwähnt  werden
  die  Nachkirchweih  im  Hause  Anner.  Zu
einer  feinen  Fischpartie  waren  sie  gekommen,
unsere  wunden  Krieger  mit  ihren  Pflegern,  und
wer  nicht  gut  zu  Fuß  war,  wurde  im  Auto
gebracht.  Es  war  ein  Vergnügen,  zu  sehen,  mit
welcher  Lust  die  Rarität  des  Chiemsees,  nahezu
  300  Stück  knusperig  becbasener  Fische,
verzehrt  wurden.  Musik  und  Gesang  würzten
das  Mahl,  bei  dem  auch  guter  Stiff  nicht
fehlte.  Die  Spenderin,  Besitzerin  des  schönen
Forstnerhauses,  F#au  Anner  in  Sto,  erntete
allseits  Lob  und  Dank.

Wasserburg,  9.  Nov.  Ein  Dop  velsubilkum
kann  morgen  ferr  Peter  Atzepböc,  Schmied
dahier,  begehen.  Am  10.  Nov.  werden  es  50
Jahre,  daß  5  in  leinen.  Handwerk  tätig  ist
und  zugleich  40  Jahre,  er  sich  mit  seiner
Frau  Anna,  geb.  Gabrerdal  verehelichte.

Grafing,  9.  Nov.  Ein  beliêbter  Bürger
von  Grafing,  Apothekenbesitzer  Thom.  Salliter,
nach  kurzem  Leiden  im  63.  Lebensjahre
gestorber.

Bolzkirchen,  9.  Nov.  Gestern  Nacht  ent.
stand  in  dem  Dachraum  des  Zmmeermeister,
Seidl  in  der  Bahnhofstrabe  ein  Brano.
konnte  gelöscht  werden,  ehe  noch  !E—
Schaden  angerichtet  war.

Lee  9.  28  Die  Bäermeister  vor  von

ernsee  machen  #et,  daß  nur  mehr  Ein
herp  dne  NJ“  werden  darf  mit

10  roz.  Koggenmehizufah.  Es  dürften  somit

ukunft  Semmeln  usw.  nicht  mehr  gemacht
e  ⅛
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tslosen  werden  den  zuständigen  zu

Ueber  Sesheuun  vom

Tagtäglich  werden  neue  Gesuche  um  Zurück-16
  vom  Heeresdienst  eingereicht,  welsche  häufig
  der  stichhaltigen  Grund-  entbcheen  und  somlt
  abgewiesen  werden  mu

In  dieser  schweren  HAuegsvelt  braucht  das
Vaterland  alle  waffentüchtigen  Männer,  um
unsere  Feinde  von  den  deutschen  Grenzen  fernlten

  und  die  Entscheidung  der  Waffen  im

indesland  zu  erringen.  Niemand,  der  ein  Gesuch
  um  Zurückstellung  einbringen  will,  darf
denken:  „Auf  den  einen  wird  es  wohl  gerade
nicht  ankommen!“  Im  Gegenteil!  Jeder  ist
hlötig,  und  zwar  nötiger  als  daheim!  Jeht
heißt  es  eben,  so  viel  Verständnis  und  Ueberwindung
  zeigen,  daß  man  die  eigenen  Interessen
weit,  weit  hinter  die  des  Vaterlandes  setzt.

Nur  im  wirklichen  äußersten  Notfall  lassen
die  bestehenden  Vorschriften  eine  gänzliche  Befreiung
  oder  eine  Fitweilige  Zurückstellung  vom
Heeresdienst  zu.  as  aber  unter  dem  äußersten
  Notfall  wirklich  zu  verstehen  ist,  darüber
vird  derjenige,  der  die  n  Verobsnnnen  des  Krieges

  kennt,  wesentlich  anders  denken,  als  dergege,
  der  vom  Kriege  selbst  fast  nichts  verspürt,
  als  daß  er  mit  größeren  Schwieri  Keiten
in  der  Bestellung  der  Felder,  oder  in  der
führung  eines  Fabrikbetriebes,  oder  im  Be.
setzen  von  Kanzleistellen  usw.  gepenüber  der
Zeit  des  Friedens  zu  kämpfen  hat

In  solchen  Fällen  muß  eben  vanach  getrachtet
werden,  Ersatz  zu  finden  und  einzuarbeiten.
  Für  letztere  Zwecke  dient  die  zeitveilige
  Zurückstellung.  Die  Gesuchsteller
müssen  während  der  Zurückstellung
sich  nach  einem  Ersatz  umsehen.  Tun
sie  das  nicht,  so  laufen  sie  Gefahr,  bei  einer
Wiederholung  des  Gesuchs  eine  Abweisung
erfahren.  Das  Vorbringen,  daß  in  den
Verhältnissen  keine  Aenderung  eingetreten
66  kann  als  eine  stichhaltige  Begründung

  nicht  mehr  angesehen  werden.

Daß  die  Beschaffung  eines  Ersatzes  in  der
Jegel  Opfer  fordern  wird,  ist  einleuchtend.
Solche  Opfer  aber  müssen  willig  getragen  werden,
  im  Hinblick  auf  die  Tatsache,  daß  der  Feind
von  den  Heimatgrenzen  ferngehalten  wurde!
Wie  würde  es  jetzt  bei  uns  aussehen,  wenn  Franz#en
  und  Engländer,  Russen  und  Serben  im
Lande  hausen  würden?  Dagegen  erscheinen  die
gegenwärtigen  Opfer  des  Einzelnen  doch  recht
ein«

Aus  den  gleichen  Gründen  können  Beurlaubungen
  von  vor  dem  Feinde  stehenden  Unteroffimeren
  und  Mannschaften  nicht  genehmigt
werden.  Die  Truppenteile,  die  im  Feindesland
stehen,  brauchen  jeden  einzelnen  Mann.  Gesuche
  um  Beurkaubungen  können  daher  niemals
bvertreten  werden.

Hagen,  Major  5.  D.,  Bezirkskommandeur.

Kommnnales.

stfung  des  Kollegiums  der  Bemeinbes

Bevollmächtigten  in  RNosenhelm,
Mittwoch,  den  11.  November  1914,
vorm.  halb  9  Uhr.
Tagesordnung:

1.  Bekanntgabe  magistratischer  Zuschriften.

2.  Forterhebung  des  Lokalmalzaufschlage.

3.  Abänderung  der  Baulinien,  hier  Vereinbarung
  mit  der  prot.  Kirchenverwaltung.

4.  Instandsetzung  des  Jsolierhauses  im  slädt.
Krankenhaus.

5.  Straßen=  und  Wegunterhaltung.

b.  Elektrische  Siremabgabe  an  das  Vereinslazarett
  Kaiserba

7.  Sammlung  für  Se  Lothringen.

8.  Notstandsarbeiten.

9.  Errichtung  einer  Volksküche.

10.  Bauliche  Instandsetzung  im  Elmaierhaus,
hier  Etatsvariant.

Geheime  Sitzung:
1.  Elektrische  —  im  Rathaus.
E.  Hausstättergütk.  .

Rosenheim,  10.  Novbr.

Auf  dem  Felde  der  Ehre  gefallen:
Aois  Enders,  Wagenwärter  aus  Nosenheim,
gesiorben  insiolge  eines  Unfalles  in  Belgien;
Josef  Geisberger  im  1.  Jägerbataillon  esi
sing,  zuletzt  Hausmeister  in  der  Bahnhofrestauratton
  Rosenheim;  Anton  Leichtl,  Unteroffiner
  im  15.  Res.-Inf.-Agt.,  Neffe  des  Wagner-W
  !  in  Rosenheim,  gefallen  in

pfen;  Frater  Maurus  mas

—*-  Klostergertner  pon  Reisach,
rmam  im  1.  Iuf.-Rat.;  Hans  Ellteinmetz
  aus  Kiefersfelden,  Unteroffi-*

  n  im  1.  B  Rgt.;  Leutnant

a  Artur  Kunltler,  —  Fer  Wollbecen

  ebait  Bruckmühl;  chuher,
vwn  —  eid
im  Kranlenhaus

St.  Georg  in  HSambur  Miller,

heufsber  soi  in  aheaie  ,  Wehrmann  in
3.  Res.-  Michael  yr,  Bergmann
aus  Mies  Hih  im  2.  N  Igt.,  ge- 



 

9
s

 

 

3
lorben  im  Lazarett  in  Stratburg;  Jakoh