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der Hauptpersonen, und manche der gewöhnlichen Vorstellungsarten
wird sehr glücklich verbessert. Ludwig der Fromme erhält
nicht mehr und nicht weniger Lob, als er verdient. Als
Mivatmann, im Cirkel lieber gurer Kinder, hätte er ein wackerer
Hausvater seyn mögen, aber für einen Regenten und
für einen Nachfolger Karls des Großen liebte er die Ruhe
zu sehr, und konnte zu wenig Ernst gebrauchen. Selbst durch
die Geschichte von Bernhards Blendung wird Seite 46 dieser
Charakter sehr gut erläutert. Eine Ursache der wichtigsten
Revolutionen seiner ganzen Regierung liegt in der Geschichte
seiner beiden Minister Wala und Bernhard; den erstern loͤst
der Mönch Gundobald ab. Lothar I., ein Prinz, dessen ganze
Politik Treulosigkeit war, und dessen Ehrgeiz durch keine
Scham begrenzt wurde. Am Ende seines Lebens erwachte
auch bei ihm jenes Gefühl, dessen oft verborgenes Daseyn
kein Scharfsinn hinweg raisonniren kann; in der Seelenangsi
eilte er in's Kloster. Die Ehestreitigkeiten Lothars II. wurden
von Nicolaus I. zur Ausbreitung seines Dominats herrlich
benutzt. Schade, daß der Herr Verfasser, vielleicht aus Liebe
zur Kürze, einige Anekdoten nicht erzählt hat, welche man in
den Schriften findet, die wegen Thietbergen und Walraden
gewechselt wurden. Ludwig der Deutsche, der edeldenkendste
unter allen Nachkommen Karls; wenn er etwas Unrechtmäßiges
verübte; so war er meistens bloß durch Tücke und
Hinterlist in's Spiel gezogen worden. Seine Abtretung des
in der Theilung mit Karl dem Kahlen ihm zugefallenen
Stücks vom Lotharingischen Reich ist ein Beispiel von Geradheit
und Großmuth, das wenigstens in der deutschen Geschichte
seinesgleichen nicht hat. Nur schade, daß man zur
volligen Aufklärung dieser Sache nichts Umständlicheres von
dem Charakter der Kaiserin Ingelberg weiß. Karl der Kahle
zeigt sich durch sein ganzes Leben hindurch als der liebe einzige
Sohn der arglistigen und ehrgeizigen Judith. Aus der
ganzen Geschichte erhellr, daß diese eine Dame voll Verstand
und Ränken war. Liebe zu den Wissenschaften mußte dem jungen
Karl früh beigebracht werden; wäre es auch nur deßwegen
geschehen, um ihm die persönliche Zuneigung seines Vaters