Volltext : Weltkrieg und Gottesreich.

Besinnung  bringen,  aber  doch  stutzig  machen.  Der
zweite  aber,  die  Aussicht,  aus  diesem  für  sie  zur  Zeit
hoffnungslosen  Kampf  doch  noch  mit  Sieg  und  Gewinn
heimzukehren,  wird  Menschen,  die  durchaus  nicht
aus  lauter  Idealismus  zusammengesetzt  sind,  Erleuchtung
  schaffen.

Der  Londoner  Bertrag,  der  die  verbündeten
Völker  verpflichtet,  keinen  Sonderfrieden  anzunehmen,
  wird  Franzosen  und  Russen  nicht  hindern,
den  neuen  Weg  zu  gehen.  Denn:

1.  Uber  Bermögen  ist  niemand  verpflichtet.
Sie  haben  überreichlich  getan,  was  sie  konnten,
während  England  durchaus  nicht  geleistet  hat,  was
es  in  Aussicht  stellte.  Sie  haben  Blutopfer  gebracht,
wie  sie  in  der  Weltgeschichte  unerhört  sind.

2.  Jener  den  Bundcsgenossen  von  England
aufgenötigte  BVertrag  war  unter  allen  RNuchlosigkeiten
  die  ruchloseste,  weil  er  den  einzelnen  Staat
hindern  sollte,  im  Notfall  den  Weg  der  Rettung  zu
beschreiten.  Eine  solche  Ruchlosigkeit  ist  schon  t  beim
Entstehen  gerichtet  und  ungültig.

3.  Kein  Volk  ist  verpflichtet,  den  Weg  des  Verderbens,
  wenn  es  denselben  als  solchen  erkannt  hat,
bis  zum  Ende  zu  schreiten.  Kein  Volk  ist  verpflichtet,
dem  Berführer,  der  es  auf  den  Weg  des  Berderbens
lockte,  Treue  zu  halten  bis  zum  Untergang.

Daß  Franzosen  und  Russen  solchen  Erwägungen
nicht  unzugänglich  sind,  vielmehr  den  Gedanken  des
Sonderfriedens  gelegentlich  schon  ernstlich  ins  Auge
gefaßt  haben,  ist  bei  mehr  als  einer  Gelegendeit
durchgesickert.  Oder  scheint's  nur  so?  Wie  sind  denn
die  Engländer  dazu  gekommen,  wider  alle  ihre  bisherigen
  Gepflogenbeiten  so  rasch  die  allgemeine