Metadata : Kriegsamtliche Mitteilungen und Nachrichten. Nr. 40-50 (4)

winnung  neuer  Spinnfalern  übergehen.  So  stellt  man
aus  dem  Holz  der  deutschen  Wälder,  das  lin  Frieden  schon
längst  zur  Herstellung  der  Kunstseide  verwendet  wurde,
und  das  im  Kriege  bei  der  Pulver-  und  Soptengstofffabrikation
  die  fremde  Baumwolle  ganz  verdrängt  hat,  den
Zellstoss  her,  der  zu  den  verschiedensten  Gegenständen  des
läglichen  Bedarfs,  wie  Handtüchern,  Schürzen,  Wäsche,
verarbeitet  wird.  ,  „  *

Dann  begann  man  auch  mit  dem  Anbau  von
Brennesseln.  Aus  den  Stkengeln  gewinnt  man  eine  lange,
spinnbare  Faser,  die  an  Haltbarkeit  der  Baumwolle  nicht
nachsteht.  In  der  Mustersammlung  werden  dem  Besucher
Wäsche,  Strümpfe,  Kleiderstosse  aus  Brennesselstoff
gezeigt.  ·

Für  Jute  fand  man  zunächst  einen  Ersatz  in  dem
Textilit,  einer  Mischung  aus  Zellstoff  und  Hanf-  oder
Flachsabfällen.  ·  ,
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versuchen.  Am  besten  bewährt  hat  sich  die  Typhafaser,
die  aus  dem  an  den  heimischen  Sümpsen  wachsenden
Kolbenschilf  gewonnen  wird.  Auch  hier  dient  aber  das
Papiergarn  in  sehr  großem  Umfange  als  wertpvoller
Ersatzskoff.

Zur  Streckung  der  Wolle  hat  man  die  alten  Versuche
mit  Torf  wieder  ausgenommen.  Heute  stellt  man  aus  dem
Torf  ein  weiches,  wollähnliches  Gewebe  her  für  Mäntel,
Anisormen  und  dergleichen.  Bei  Dichtungs-=  und  Sattelfilzen
  ersetzt  man  die  Wolle  durch  Kunstwolle  —  gerissene
wollene  Lumpen  —  und  Tierhaare.

So  ist  es  ein  lebendiges  Bilb  von  der  mstellung  der
beutschen  Friedensindustrie  auf  die  Ersatzstosse  in  drei
harten  Kriegsfahren,  Jahren  dex#  völligen  Abgeschlossenbeit
  vom  Ausland,  was  die  Mustersammllung  der  Kriegs-Rohfloff-Abteilung
  dem  Besucher  gibt.  Alle  Versuche
Englands,  dem  deutschen  Wirtschaftsleben,  der  so  gejürchteten
  deutschen  Industrie  den  Lebensfaden  abzuschneiden,
  sind  an  dem  Erfindungsgeist  deutscher  Ingenieure
  und  deutscher  Chemiker  gescheitert.

n  .

—

Die  Ausführung  von  1100  Lumadratmeter  Pflaster
für  eine  Bauanlage  an  der  Selgenauer  Landstraße  soll

össenklich  verdungen  werden.  Die  Bedingungen  und  die
Zeichnungen  liegen  im  Militär-Neubauamt,  Kl.  Kirchenstraße
  10,  zur  Einsicht  aus,  woselbst  auch  die  AUnterlagen
gegen  portofreie  Einsendung  von  2  M.  erhältlich  sind.  Die
mit  entsprechender  Aufschrift  zu  versehenden  Angebote
werden  am  20.  April  1918,  vormittags  11  Uhr,  im  unterzeichneten
  Bauamt  geöffnet  werden.  Zulchlagsfrist

4  Wochen.
Schneidemühl,  ben  5.  April  1918.
Millkär-Reubauamt  Schneidemühl.

*  Lieferung  von  Bettstellen.
Angebot  mit  Zeschnung  über  100  Bettstellen  erbtttet
5  Garnison-Verwaltung  Diedenhofen.

.·—.—

Das  reichte  aber  sür  den  großen  Bedarf

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1  4  s

verkäufe  ulw.

*  Die  New  Uorker  Natlonal  City  Bank
in  Südamerika.

Seit  dem  Erlaß  des  Federal  Reserve  Act,  der  amerkkantschen
  Rational-Banken  die  Errichtung  von  Zweigniederlassungen
  in  fremden  Ländern  gestattete,  hat  laut
„Economist“  vom  23.  3.  die  National  Eilo  Bank,  New
Vork,  sechs  Zweieniederlassungen  an  der  Ostlüste  und
zwei  an  der  Weftküste  Süd#merikas  eröffact.

*  Die  industrielle  Entwicklung

Südafrikas.

„De  Volkstem“  vom  2.  11.  1917  gibt  einen  Auszug
aus  dem  Berichte  des  „Staals-Koerant“  vom  gleichen
Tage  über  die  Industrietätigkeit  in  Süd-frika  währeno  des
Zeilraumes  von  1915  bis  1916.  Es  gab  in  dieser  Zeit  in
der  fübafrikanischen  Anion  reichlich  4000  Fabriken,  d.  h.  Einrichiungen,
  in  denen  4  oder  mehr  Personen  induftirietle
Däligkeit  verrichleken.  Hiervon  dienten  1330  der  Bearbeitung
  von  Lebenomitteln,  500  Fabriken  widmeten  sich  der
Melallindustric,  366  der  Stellmacherei  und  Lederverarbeilung,
  285  dem  Baufach,  241  dem  Druckerelbetriebe  und
224  der  Steingut=  und  Ziegelfabrikation.  Diese  reichlich
4000  Fabriken  stellten  ein  Kapital  von  45  1½  Millionen
Pfund  Sterling  dar,  von  denen  17½  in  Transvaal,  15  im
Kapland,  10⅝  in  Natal  und  23/8  im  Freistaat  angelegt
waren.  Beinahe  100  000  Personen  waren  in  diesen  Industrien
  beschäftigt  (davon  beinahe  40  000  Weiße  mit  Einschluß
  von  4564  Frauen).  An  Lohn  wurden  ihnen  834
Millionen  Pfund  Sterling  ausgezahlt,  davon  67  Millionen
  an  Weiße.  Nach  Pferdekräften  berechnet  steht  die
Fabrikindustrie  von  Transvaal  mit  380  000  an  der  Spitze,

dann  kommt  Kapland  mit  243  000,  Nakal  mit  53  000  und

der  Freistaat  mit  reichlich  10  000  Plerdekräften.  Das
von  diesen  Fabriken  verbrauchte  Material  stellte  einen
Wert  von  fast  22  Millionen  Pfund  Sterling  dar,  der  Wert
der  erzeugten  Artikel  betrug  annähernd  40  Millionen
Pfund  Sterling.

WVerdingung  von  Erd-,  Maurer=  ung
Alphaltarbeiten.

Für  den  Bau  zweier  Normalflugzeughallen  auf  der
Fliegerstation  bei  Frankfurt  a.  Oder  sollen  die  Erd-Maurer-
  und  Aphaltarbeiten  in  einem  Lose  vergeben
werden.  Versiegelte  Angeboke  mit  enkfprechender  Aufschrift
  sind  bis  Sonnabend,  den  27.  April  1918,  vormittags
11  Uhr,  dem  unterzeichneten  Neubauamt  einzureichen,  wo-Feiet
  bie  Eröffnung  derselben  in  Gegenwart  der  Anbieter
erfolgt.

Verdingungsunterlagen  liegen  werktägig  von  7  bis
12  Uhr  vormittags  und  von  2  bis  4  Uhr  nachmittags  an
unterzeichneter  Stelle  zur  Einsichtnahme  aus  und  können

von  dort,  soweit  der  Vorrat  reicht,  gegen  vorherige  Zahlung
  der  Kosten  von  4  Mark  abgeholt  bzw.  angefordert

werden.  Die  Zuschlagsfrist  dauert  4Wochen.
Frankfurt  a.  Oder,  den  11.  April  1918.
Am  Anger  Nr.  1,  1  Tr.  4
Militär-Neubauamt,  Glegerftatkon

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