Neuere oberstrichterliche Erkenntnisse. 105
der Klage und Verurtheilung des Klägers in die
Kosten beider Rechtszüge. — Dieses Urtheil wurde
vernichtet, weil in einem Falle, da das Untergericht
für die Klage zuständig gewesen wäre, und diese
Zuständigkeit erst durch die vorgeschützte Compensationseinrede
aufgehoben worden sei, der Art. 735
nicht angewendet werden, sondern nur der Art. 511
Maß geben könne. Außerdem würde es in der
Willkühr des Beklagten liegen, durch frivoles Hereinziehen
eines aus der Luft gegriffenen, der Zuständigkeit
des Einzelrichters entzogenen, Streitpunktes
dem Kläger die Kosten eines Prozesses zu überbürden,
den er bei dem Einzelrichter anhängig machen
durfte und mußte. —
Nichtigkeitskläger hatte auch geltend gemacht,
Beklagter habe bezüglich seiner Gegenforderung eine
Widerklage nicht erhoben, und sein Vorbringen bezwecke
mehr nicht als Abweisung der zur Zuständigkeit
des Einzelrichters competirenden Klage. Dieser
Unterscheidung wurde aber wegen der allgemeinen
Vorschrift des Art. 9 und wegen des zwischen diesem
Artikel und Art. 294 bestehenden Zusammenhanges
ein Werth nicht beigelegt. — Urth. v.
30. Januar HVNr. 2061. —
Einer bei dem Einzelnrichter anhängig gemachten
Klage war außer Hereinziehung eines anderen
zum Collegial-Gerichte competirenden Streitpunktes
mit dem Einwande begegnet worden, es habe Kläger
auf Grund desselben Rechtsgeschäftes, worauf er
seine jetzige Klage stütze, bereits eine andere Klage
gegen den nämlichen Beklagten und zwar vor, dem
Collegialgerichte anhängig gemacht, dieser Klage seien
dieselben Einreden entgegengesetzt worden wie der
vor den Einzelnrichter gebrachten Klage und müsse
daher diese letztere Sache außgesetzt werden.
Das Bezirksgericht, als Berufungsgericht mit
der letzteren Sache befaßt, erkannte an, daß diese