Full text : Armee-Verordnungs-Blatt Sechster Jahrgang (6)

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2)  In  die  halbjährlich  nach  Schema  14  einzureichenden  Rapporte  von  den  Offizieren  und  Mannschaften
des  Beurlaubtenstandes  nehmen  die  Landwehr-Bezirks-Kommandos  fernerhin  nur  die  Offiziere  etc.
der  Provinzial-Landwehr,  resp.  Reserve  auf.  Diejenigen  der  Garde  sind  in  besonderen,  zu  den  gleichen
Terminen  und  nach  demselben  Schema  an  die  Linien-Infanterie-Brigade-Kommandos    einzureichenden
Rapporten,  und  zwar  die  Mannschaften  der  Infanterie  regimenterweise  zu  führen.

Letztberegte  Rapporte  werden  demnächst  gesammelt  per  Couvert  dem  General-Kommando  des

Garde-Korps  übersandt.

3)  In  Betreff  der  auf  die  Ergänzung  und  die  Dienst-Verhältnisse  der  Offiziere  des  Beurlaubtenstandes
der  Garde.  Infanterie  und  Kavallerie  bezüglichen  Angelegenheiten,  für  welche  die  Verordnung  vom
4.  Juli  1868  den  Waffen-Instanzenweg  vorschreibt,  treten  die  Landwehr  Bezirke  Kommandos  fernerhin
  mit  dem  entsprechenden  Garde    Infanterie  Regiment  resp.  der  Garde-Kavallerie-Division  direkt
in  Verbindung.

Hinsichtlich,  der  Offiziere  des  Beurlaubtenstandes  der  anderen  Waffen  verkehern  gedachte

Kommandos  gleichfalls  direkt  mit  den  in  §.  2,3  sub  c  bis  f  bezeichneten  Kommando-Behörden  des
Garde--Korps.

4)  Die  Garde-Landwehr-Offiziere  der  Infanterie  führen  fortan  den  Titel:

Sekonde-Lieutenant  etc.  der  Landwehr  des  (Bezeichnung  des  betreffenden  Garde-Infanterie-Regiments),

diejenigen  der  anderen  Waffen

Sekonde.  Lieutenant  etc.  der  Garde-Landwehr-Kavallerie  (Artillerie  u.  s.  w.).

5)  Die  Offiziere  der  Garde-Landwehr-Infanterie  tragen  die  Uniform  des  korrespondirenden  Garde-Infanterie-Regiments,
  statt  des  Helms  jedoch    den  Czakot.

Werden  sle  im  Fall  einer  Mobilmachung  zu  einem  Garde-Infanterie-Regiment  oder  einem
Ersatz-Bataillon  eingezogen,  so  ist  es  ihnen  gestattet,  den  Helm  mit  dem  Landwehrkreuz  zu  tragen.
6) Beim  Verziehen  aus  einem  Landwehr-Bataillons-Bezirk  in  einen  anderen  findet  auf  sämmtliche  Garde-Landwehr-
  Offiziere  die  bezüglich  der  Reserve-Offiziere  des  Garde-Korps  in  §.  8  o.  a.  O.  gegebene

  

Bestimmung  analoge  Anwendung,  dergemäß  dieselben  nach  erfolgter  Ueberweisung  zu  dem  Offizier= 



korps  des  neuen  Bezirks  Übertreten,  ohne  daß  es  hierzu  einer  weiteren  Ordre  bedarf.

7) Die  Garde-Landwehr.  Offfziere  rangiren  in  dem  Offizier-Korps  der  einzelnen  Landwehr-Bataillone

innerhalb  einer  jeden  Waffe  und  Charge    für  sich.  

Außerdem  bilden  die  Landwehr-Offiziere  eines  jeden  Garde-Infanterie-Regiments  einen  in
sich  geschlossenen  Verband,  und  reichen  beregte  Truppentheile  mit  der  ersten  Rangliste  in  jedem  Jahr,
sowie  bisher  betreffs  ihrer  Reseve-Offiziere,  auch  eine  besondere  Rangliste  ihrer  Landwehr-Offiziere  ein.

8)  Für  das  Avancement  der  Garde-Landwehr-Infanterie-  und  Jäger-Offiziere  bleiben  die  bisherigen
  Etats  maßgebend.

Für  die  Garde-Landwehr-Offiziere  der  übrigen  Waffen  wird  je  ein  Rittmeister,  resp.

Hauptmann  und  je  ein  Premier-Lieutenant  in  jedem  der  Bezirke  des  1.  bis  11.,  14.  und  15.  Armee-Korps

  etatsmäßig.

Die  Bestimmung  des  §.  19,  5.  a.  a.  O.,  wonach  die  für  Hauptleute  (Rittmeister)  und

Premier=  Lieutenants  der  Infanterie,  Kavallerie  und  Artillerie  bewilligten  Stellen  innerhalb  des  Garde-Korps
  übertragen  werden  können,  bleibt  in  Geltung.

9)  Wenn  ein  Garde,  Landwehr-Offizier  zur  Beförderung  in  eine  höhere  Charge  herangerückt    ist,  so  haben
die  betheiligten  Waffen-Instanzen  (cfr.  Passus  3)  die  Heranziehung  des  Vorzuschlagenden  zu  der
vorgeschriebenen  Dienstleistung  durch  Requisition  des  Landwehr-Bezirks-Kommandos  zu  veranlassen.

Die  bezügliche  Gesuchsliste  reicht  demnächst  rde  Landwehr-Bezirks-  Kommandeur  auf  dem
Waffen-Instanzenwege  ein.

Soweit  zur  Regelung  der  in  Rede  stehenden  Verhältnisse  innerhalb  des  Garde-Korps  noch
Spezial-Bestimmungen  erforderlich  sind,  hat  das  General-Kommando  solche  zu  erlassen.

10)  Wenn  es  sich  um  die  Einleitung  des  ehrengerichtlichen  Verfahrens  gegen  einen  Offizier  des  Beurlaubtenstandes
  der  Garde-Infanterie  oder  Kavallerie  handelt,  so  hat  der  Divisions-Kommondeur
(der  Linie)  vor  der  zu  treffenden  Verfügung  die  Meinung  des  Kommandeurs  der  betreffenden  Garde-Division
  einzuholen.

In  Betreff  der  Osffiziere  des  Beurlaubtenstandes  der  Übrigen  Waffen  des  Garde-Korps
findet  vorher  eine  bezügliche  Kommunikation  mit  dem  General-Kommando  des  lezteren  statt.