146 Geschichte der Soeietät von 1700-1711.
Dämmen) und wies die königlichen Gärtner an, die Societät gewähren
zu lassen und ihr mit dem zu Hülfe zu kommen, » was sonst
nicht besser gebraucht wird und so viel sonst ohne Unser und ander
Nachtheil und Abgang geschehen kann« u.s.w. Allein die Hauptsachen
fehlten — es wurde der Societät kein Pfennig Betriebscapital
und kein einziger königlicher Arbeiter gewährt, und die ausländische
Seide nieht zu ihren Gunsten besteuert. Unter solchen Umständen
das Privilegium auszubeuten, war eine Külinleit. Dennoch griff es
Leiwnız muthig auf und gewann in Frıscu, der vom Meister OTTO
unterstützt wurde, einen unermüdlichen Arbeiter. Aber die Soeicetät
— mit Ausnahme Cuxeau’s — hielt von der Sache nichts (besonders
der Secretar war ihr ungünstig); sie bewilligte ihrerseits
auch kein Geld oder nur die bescheidensten Summen; so konnte
das Werk nicht gedeihen!. Dazu kam, dass alle königlichen Gärtner
und Beamten widerwillig waren und der neuen Arbeit Steine in
den Weg legten. Es war ja lediglich auf ihren guten Willen gerechnet,
ohne Verpflichtung und ohne Entgelt; wie weit konnte man
dabei kommen? Die »gräce d’une assistance efficace«, die Leısnız
wiederholt vom Grafen von WARTENBERG erbat”, konnte schlechterdings
nichts fruchten, solange man nicht königliche Gärtner förmlich
für das Werk in Pflicht nahm und bezalılte; das geschah aber
nicht”. |
! Fiscner hat in seiner Monographie über Frisch - Leisnız diese Angelegenheit
erschöpfend behandelt. Über das Übelwollen des Secretars s. die Briefe von
Frisch vom August 1707, 21. Februar ı708 (Fıscuer 8.3. 6). Man spottete über
Frisch, was er mit Würmern zu thun hätte: »welche Moquerie auch Einigen von
denen Membris Societatis gemein. die doch das Werk am meisten befördern sollten«
(31. März 1708, S.9).
® Drief vom 24. April 1708, Fıscner S. 10.
® Dass «as Werk hätte gedeihen können, wenn sich die Societät entschlossen
hätte, etwas mehr dafür zu thun — einen Planteur besoldete sie. aber das war
viel zu wenig; Frisch musste Manches aus seiner Tasche bezahlen —, geht aus dem
Briefwechsel des rüstigen Friscn (der übrigens auch werthvolle Untersuchungen
und Experimente an den Seidenraupen machte, s. seinen Brief Nr.22 vom 20, November
17Io) deutlich hervor. Aber auch CuxreAu wurde gleichgültig, und nach den
ersten Schlagiluss, den er im November 1709 erlitten. war er überhaupt nur noch
eine halbe Kraft. Frieprich Horrmanx. der Arzt (im Jahre 1709 aus Ilalle als
Leibarzt berufen), auf dessen Unterstützung Friscu rechnete (s. Briefwechsel mit
Leissız Nr.ı2 vom 20. April 1709. Fıscuer S.17). kehrte schon ı712 nach Halle
zurück. »Ew. Excellenz«, schreibt Friscn an Leinsız am 31. Juli 1709, »seien so
gütig und muntern mich durch dergleichen Assistenz ferner auf, sonst muss ich
mit Spott davon ablassen, da. ich mich am llof und in der Stadt, ja im ganzen
Land Jdesswegen schon so weit eingelassen. dass ich weiss nicht was für Beinamen
davon bekommen.« Am 28. September 1709 schreibt er an Leisexiz: »Ich bin nun