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5. für die Zustellungen, die Zwangsvollstreckung und das
Kostenwesen einfachere Bestimmungen vorgeschrieben werden.
Das Gesetz betreffend die Eheschliessung und die Beurkundung
des Personenstandes von Reichsangehörigen im Auslande
3) ist für die Schutzgebiete mit der Massgabe in Kraft
gesetzt worden, dass dasselbe durch kaiserliche Verordnung auch
auf andere Personen als auf Reichsangehörige ausgedehnt werden
kann, und an die Stelle des Bundeskonsuls der von dem Reichskanzler
zur Eheschliessung und zur Beurkundung des Personenstandes
ermächtigte Beamte tritt?*). Der Zeitpunkt des Inkrafttretens
wird durch kaiserliche Verordnung bestimmt. Eine solche
kaiserliche Verordnung ist bis jetzt erst am 21. April 1886 für
die Schutzgebiete von Kamerun und Togo erlassen worden’°®).
Dieselbe setzt das Gesetz vom 4. Mai 1870 betreffend die Eheschliessung
und die Beurkundung des Personenstandes von Bundesangehörigen
im Auslande bezüglich aller Personen, welche nicht
Eingeborene sind, vom 1. Juli 1886 ab in Kraft und überlässt
dem Gouverneur von Kamerun, vorbehaltlich der Genehmigung
des Reichskanzlers zu bestimmen, wer im Sinne dieser Verordnung
anzusehen ist.
Im übrigen sind die kaiserlichen Verordnungen, die das
Gesetz betreffend die Rechtsverhältnisse der deutschen Schutzgebiete
vom 17. April 1886 zu ergänzen bestimmt sind, bis jetzt
noch nicht erlassen. Die Grundzüge der kolonialen Gerichtsverfassung
sind aber wenigstens festgestellt. Die zu errichtenden
kolonialen Gerichtshöfe sind dadurch in die engste Verbindung
gebracht mit der Gerichtsverfassung des Mutterlandes, dessen
obere Gerichte für die Entscheidung über Rechtsmittel zuständig
sind.
Von besonderer Bedeutung ist das Gesetz für die Klarlegung
des Unterschiedes zwischen Kronschutzgebieten und Gesellschaftsschutzgebieten.
Eine Unterscheidung zwischen denselben wird
nirgends gemacht. Das Gesetz findet auf beide Arten von Schutz-#3)
B.G.Bl. 1870, S. 599.
#4) Die besondere Ermächtigung des Reichskanzlers ist nicht nur für
die Kronschutzgebiete, sondern auch für die Gesellschaftsschutzgebiete erforderlich.
Die Bestellung der Standesbeamten in letzteren kann also nicht
von den Gesellschaften ausgehen.
86, Veröffentlicht im Reichsanzeiger.