UAummer 64
##les#### Ansel
Donnerslag, 18. Mdrz 1913
men Schentlicher angestrengter Arbeit die
Ueberreste der im Jahre 1898 eingestürzten
Mangfallbrücke, Eisenbahnschienen im Gewichte
von J00 Zentnern, ans Ufer zu bringen. Beim
Verladen am Bahnhof ereignete sich ein bedauerlicher
Unglückefall. Eine der schweren, 15.
Meter langen Schienen lam ins Gleiten, drüce
den am Transporte beschäftigten Fausbesitzer
Josef Wertat zwischen Eisenbahn= und Last=U
agen nieder und brachte ihm so schwere Quet-[d#ungen
ver Brust bei, daß er bewußtlos darniederliegt.
Bad Aibling, 16. März. Der Historische
Verein ergänzte in seiner Jahresversammlung
die Vorflandschaft durch die Wahl des Herrn
Piarres Heinrich als Vorstandstellvertreter und
des Bezirlsamtsassessors v. Schultes als Ausschuß
mitglied. Zum Ehrenmitglied murde der
nach Schwabach versetzte Postverwalter Wilh.
Mener ernannt.
Traunstein, 16. März. Oberbayerische
Sägewerkobesitzer beschwerten sich beim Handel-sgremium
Traunstein darüber, daß die am 26.
Jamuar vorgenommene Rupholzversteigerung im
Bezir! Traunstein eingestellt wurde, weil die
Angedote für Zãaet. alz unter der Frostlare ge.
blieben sind. à2 Handelsgremium hat die
Klage geprüft uno sie als berücksichligenswert
der Handelslammer unterbreitet, die ihrerseits
nach Antrag des Referemen Wrede, der auf
die schled.le Konjunltur in der Holzinduftrie hinwies,
dem Finanzministeriu- n solgende Gesuche
unterbreiten wird: 1. In den Forsftbezirlen
Traunstein. Reichenhall, Berchte- Sgaden, Rul
polding, Siegedorf und Teisendorf soll Holz
auch unter der Forillare mit Rücksicht auf die
befonderen lheuer gegebenen Verlältnisse ubgegeben
werden. 2. In Zuluuft soll bei öffentlichen
Ausschreitungen bemerkt werden, ob das
Holz unter der Forstlare zugeschlagen wird oder
nidt. Z. Wenn dieser Vermerl nicht enthalten
iit. muß das Hoiz auch unter der Forsttare
zugeschlagen werden. J. Bei der jährlichen Festsepung
der Tare sollen auch Sachveritändige
aus der Holzbranche zuge agen werden.
O#ta##chrichtn.
Rosenheim, 17. März.
Auf dem Felde der Ehre gefallen:
Peter Fedlmaier, Kandidat der Theologie am
Luzeum zu Freising, Reffe des H. H. Pfarrers
M. Fedlmaier in Söchtenau; Sebastian Kendlinger,
Lippbauer in Sietten (Aibling), Landwehrmann
im 12. Res.-Inf.-Rgi.; Bernhard
Lichtenegger, Gütlerssohn von Berg Golz
lirhen).
Auozeichnungen im Felde. Odberleutnant
Emil Zenetti, Regimentsadsulant im 10.
Feld-Art.-Rgl., welcher im September das
Eiserne Kreuz erhielt, wurde im Februar durch
den Militärverdienstorden 4. Kl. mit Schwertern
ausgezeichnet. Zenetti hat unter Obersiudienrat
Miller das Gymnasium Nosenheim
absolviert. Der aus Hundham gebürtige Oberlellner
Josef Schönauer in Koöln ist an der
russischen Front mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet
worden. Auch sein Bruder, der Zimmermann
Johann Schönauer aus Bayrischzell,
wurde in Nordfrankreich mit dem Eisernen Kreuz
ausgezeichnet.
Hr. Oberstudienrat Dr. Lutz, Rektor
des K. Gumnasiums Roseuheim, der sich bei
Kriegsbeginn schon freiwillig gemeldet hat.
wurde jel einberufen. Er verabschiedete sich
heute von Schülern und Lebrerkollegium
und rückt à#i: Hauptmann unter die Fahne.
Die beiten Wiiche begleiten ihn.
Kartoffel- Höchstpreisc. Die Kreisregierung
von Oberb###ern hat, mie schon lurz
berichtet, den lalsächlichen ### alinissen Rechnung
tragend, die unterm 3% zannar feil-Vesetzten
Höchstpreise für Kartof ein durch Beianntmachung
vom 12. März aufgehoben und
jie durch neue hohere Preise ersetzt. Es betragen
nunmehr die Höchstpreise beim Verlauf
durch den Produzenten für die Sorten Daber,
Imperator, Magnum bonum und Up to date
9o Mk. (statt bisher 61 Ml.), für alle anderen
Sorten Speisekartoffeln 91 Mk. (statt 56 Mk.)
prr Tonne. Beim Verlauf an den Verbraucher
in Mengen von einer Tonne und weniger darf
der Preis eines Zentners 6°0 Kilo) inländischer
Speiselartoffel bei den Sorten Schneeflocken,
Kaiserlrone, runden und weißen Rartoffeln,
gelben Saatlartoffeln und anderen gleichwertigen
Sorten 6 Mk. (nati 3.75 Mi.i und bei
allen anderen Sorten 5.600 Mr. (siolt 3.50
Mark) nicht übersteigen. Bei pfundweisem Verlauf
darf der Preis für ein Pfund nunmehr
9 Pfg. (statt 6 Pig. und bei literweisem Verkauf
der Preis für das Zweilitermaß 25 Pfg.
slatt 18 Pfg.) sowie bei Verkauf nach Vierteln
der Preis fur das Viertel bei den besseren Sorten
2.35 Mf. (statt 1.20 Mk.) und bei den
geringeren Sorten 2.25 Mk. (stamm 1.10 Mk.)
nicht übersteigen.
Lichtbildervorträge. Die Alpenvereinssektion
Rosenheim hatte am Dienstagabend
zahlreichen Besuch im Saale des Hotels „Deutt
Kaiser“. Alle waren gekommen, um einen
Lichtbildervortrag J den westli Kriegsschauplatz
zu hören und zu sehen. nderungen
2 Fihien und den französischen Kriegsschau-“•i
Wenn wir offen sein
2 6% wir sagen, daß der Redner, Herr
——
Schicker aus München, mit seinen Darbietungen
nicht so befriedigte, wie erwartet werden konnte.
Im ersien, bilderlosen Teil gab der Vortragende
zunächst ein den meisten bekanntes Bild über
Ursoche und Ziel des gegenwärtigen Weltbkrieges.
Der zweite Teil brachte zwar viele
Bilder, ein großer Teil davon war aber so undeutlich,
daß laum etwas zu erkennen war. Sie
gaben auch mehr Ansichten von französischen
Herrsch astrsitzen, Schlössern und Villen wieder,
wie Ereignisse vom eigentiichen Kriegs sschauplaß.
Dasuür sesselten viele durch ihr wirkungsvolles
Kolorit. Im übrigen waren etliche Ansichten
von den durch die Rriegsgeschichte belannten
Städten Belgiens und Nordfrantreichs vertreten,
während man von dem Kriegsschauplatz
an der elsässisch-lothringischen Front nur Bilder
von Mülhausen und Mcz zu sehen bekam.
Immerhin wurden einzelne Dar bietungen mit
lautem Beifall ausgenommen. zum Schluß des
Abends widmele der Seltionscorsitzende, Herr
Rechtsanwalt Scheuer, dem einigen Vaterland
und dem tapseren Heere ein Hoch. Um die
gleiche Zeit fand im Saale des lath. Gesellenhauses
ebenfalls ein Lichtbildervortrag stall.
Auch dieser Vortrag behandelte den Weltklrieg.
Sowohl vom westlichen als auch vom östlichten
Kriegsschauplatz wurden uns sehr schöne und
interessante Bilder geboten. Vortragender war
Herr Direktor Dr. Müller-München, welcher in
zündender Sprache zu der überaus Fahlreichen
Versammülung sprach. Der Besuch war so außer
ordentlich starkt, daß gar viele vor der Tür
wieder umlehren mußten; auch beim besten
Willen war ein Platz nicht mehr zu bekommen.
Auch uUns erging es so, so daß wir Näheres
über den interessanten Abend leider nicht be
richten 1önnen. Wie wir erfahren, schilderte auch,
ein H. O. Franzislanerpater in jesselnden Wor
ten eigene Kriegeerlebnisse. Gerne lauschten alle
seinen Darlegungen. Besonderen Beifall fan
den die schönen Lichtbilder. Da der Andrang
so groß war, soll der Vortrag, wenn möglich,
wiederholt werden.
Kucchliche Nachrichsen
Stimmungeblib zur Aticgewallfohrt ben
koth Franenbundee nach Altötting.
„Wir ziehen dahin, ein betend Heer,
Durch Berge und Täler und Au;
Für Deutschland, für Oesterreich, hör'
nser Fleh'n.
Altöttings holdselige Frau!“
So klang es auch aus Herz und Mund unserer
Rosenheimer Pilgerinnen vor wenigen Tagen.
Nie in meinem Leben werde ich den beseligenden
Augenblick vergessen, da ich zum ersten Mal
die liebe Gnadenmutter im trauten Keirchlein
grüßen durfte. Nach der Antunft die erhebende
Ansprache des hochw. Hru. Bischofs und darnach
die rührend schöne Lichterprozession, die
das Heiligtum umzog, erschienen uns wie die
Vorbereitung zu einem hohen Festtag. Und er
war auch wirklich am nächiten Morgen für uns
angebrochen, als wir, 20000 an der Zahl, in
der päpstlichen Basilika unter dem Banner des
lath. Frauenbundes uns zur Generalkommunion
versammelten. Die feierlichen Worte des
Tischgebetes: „Himmlischer Vater, segne uns
Speise und Trank“ 1c. leiteten sie ein, und
dam hatten wir Rosenheimerinnen die Freude,
den Leib des Herrn zu empfangen aus der
Hand unseres hochw. Hru. Beirates, Hrn. geistl.
Nat (Geßl, der, siete voll Znteresse für die Besirebungen
unseres Vereins, der Einladung zur
Wallfahrt gefolgt war. Die Festpredigt von
Pater Cnprian, das „Gloria, Credo und Offertorium
der Frauen vor dem göttlichen Kinde“,
führte eindringlich allen die Pflichten der christl.
Frau als Familienmutter vor Augen. Imposant
wirkte das von Sr. Ezzellenz, dem hochw.
Herrn Bischof von Passau zelebrierte, von vielen
Jeremonien begleitete Pontifilalamt. Dann
aber gings rasch zur Gnadenkapelle, um keine
der lostbaren Minuten zu versäumen, die wir
hier verbrinren durften. Ach, wie manch: bedrängte
Seele Uägt dahin ih rn Kummer, jetzt
doppelt groß and doppelt schwe Und Maria
hört fi: aut Zur seühen Nachmittagsstunde
fünne sich- schon wieder der Saal des
Huberschen Gasthoses, Ihre Kgl. Hoheit Prinzesinn
Arnuls erschien, die unsere Vorstandsdamen
mit einer Ansprache beehrlte, und dann
begann eine jener Kundgebungen des lathol.
Frauenbundes, die stets von warmer religiöser
Vegeisterung getragen, so mächtig auf das Gemüt
wirken. Ein hübsches Marienlied, eine
herzliche Begrüßung und dann betrat Dr.
chinger, Stadtpfarrer von Pasing, die Rednerbühne.
Das Eiserne Kreuz auf dem Priestergewand,
die tiefergreifenden Bilder aus dem
Kriegsleben unserer glaubensstarken HOelden und
die erhabenen Worte über das Geiöbnis der
lath. Frauen in Altötling machten solchen Eindruck
auf die Anwesenden, daß die meisten .
Tränen bewegt waren. Die herrliche Rede,
Glanzpunkt der Versammlung, schloß mit “
patriotischen Klängen des „beutschlond über
alles". Nur zu bald mahule die vorgerückte
Jeit zum Aufbruch. Noch ein inniger idegruß
der Gnadenmuttier, ein letztes Ape, und
dam gings wieder der Heimat zu. J. K.
——.
*
Karfreitagsfeier in München. Die
vom Rratell der evangelischen Vereine eingeleitete
Propagando zur Herbeiführung einer
Bestimmung, wonach der Karfreitag auch in
München ais gesetzlicher Feiertag im Sinne der
Gewerbeordnung zu gelten habe, hat eine erfreuliche
Unterstützung auch von seiten der katholischen
Mitbürger gesunden. Die ausgegebeneu
Listen weisen viele Tausende von Unterschristen
auf, darunter zahlreiche Grohbetriebe
(Brauereien, Baugeschäfte usw.), serner viele
Behörden, Beamten sowie Arbeiter aller Berusearten.
Es darf daher der Wunsch als allgemein
bezeichnet werden, daß der höchste protestontische
Festtag gleich dem katholischen Fronleichnamstag
in die Reihe der gesetzlichen Feiertage
tritt. Nürnberg, Augsburg und Regensburg
sind in dieser Beziehung längst vorangegangen
und es steht zu hoffen, daß auch München
schon aus praltischen Gründen sich zu einer
Aenderung des bestehenden zustandes entschließt.
Ius dem Gerichtssagie
Der Prozeß gegen den salschen
Bürgermeister.
Köolin. 16. März. Vor dem Schwurgericht
fand in den letzten Tagen die Verhandlung
gegen den früheren Kreisausschußassistenten
Heinrich Thormann, belannter als „Bürgermeister
Dr. Alexander“, wegen Betruges in
mehreren Fällen, schwerer Urlundenfälschung in
einer ganzen Reihe von Fällen, Führung eines
falschen Namens und ##n Annahme der
Doktorwürde, slatt. Die D##pe# geht im
wesentlichen dahin, daß er sich durch falsche
Papiere nach und nach zur Stellung eines Bürgermeisters
in Köslin und geichsfall durch Fälschungen
Vermögensvorteile verschafft hat.
Thormann ist noch verlältniomäßzig jung, er
murde 1885 zu Osterrode i. O. als Sohn des
Eisenbahnschlossers Richard Tcormann geboren.
Er ist wegen Betruges bereils einmal und zwar
mit J(u00 Marl Geldstrafe vorbestraft. Nach
seiner Erziehung im Potsdamer Militärwaisenhaus
sand er bei verschiedenen Landratsämtern
in Ostpreußen Stellung, wurde 1907 vom Kommunalverband
Niederbarnim als Schreiber angestellt
und wußte hier das Verlrauen des Landrats
Graf von Rödem zu gewinnen, sodaß ihm
auch wichtigere Sachen zur Beaurbeitung anvertraut
wurden. Schon diese Stelle hatte er
auf Grund eines gefälschten Berechtigungsscheines
zum Einjährig freiwilligen- Dienst erlangt,
denn er hatte niemals ein Gymnasium besucht.
Da sein Einlommen für. seine Bedürfnisse nicht
ausreichte, geriet er in eine Schuldenlast hinein,
zu deren Deckung er Betrügereien bei Grundstücsankäufen
des Kreises Niederbarnim verübte.
Er wurde entlassen und verschwand nach
einiger Zeit, nachdem er von der Geldstrafe
von 4000 Mark nur 50 Mark abbezahlt hatte.
Als Dr. jur. Heinrich Thormann tauchte er
Ende 1909 in Schmargendorf und später in
Neulölln und Brandenburg als juristischer Hilfsarbeiter
bei den Magistraten wieder auf. Nach
seinen Zeugnissen hatte er den Doktor beider
Rechte zummee cum laude bestanden. Als Geburtsort
gab er Königsberg an. Beinahe hätte
ihn in Brandenburg schon das Schicksal ereilt,
da man in dem Hilfsarbeiter Thormann den
stedbrieflich gesuchten betrügerischen Schreiber
aus der Verwaltung des Kreises Niederbarnim
vermutete. Er wurde auch fesigenommen, verfland
aber, die Staatsanwaltschaft zu täuschen,
sodaß diese alsbald seine Entlassung verfügt
hat. Nunmehr verschwand Thormann wieder
für einige Zeit, um nun als „Gerichtassessor
Dr. Eduard Alerander aus Berlin“ wieder aufzutauchen.
Er bewarb sich um die Sielle eines
juriflischen Hilfsarbeiters. in Weißenfels und
wurde angestellt. Von hier aus richlete er nun
zahlreiche Bewerbungsgesuche an verschiedene
Stadtoerwaltungen und trat End: 1911 beim
Magistrat in Bromberg ein. Dort rerlobte er
sich mit der Tochter des Eisenbahndirektionspräsidenten
Gertrud Pedell, die CEhe iit aber
inzwischen gerichtlich geschieden worden. Am 16.
September 1913 wurde „Assessor Dr. Alerander“
zum Bürgermeister in Koslin gewählt,
durch Allerhöchsten Erlaß vom 29. Oltober
1913 bestätigt und am 20. November 1913
in sein Amt eingesührt. Alle diese Schwindeleien
waren nur dadurch möglich, daß nie die
Originalzeugnisse eingefordert wurden. Thormanmn
ist ein kleiner, schmächtiger, recht unscheinbar
aussehender Mann, der bedeutend jünger
als 30 Jahre aussieht. Sein äußeres Auftreten
ist gauch, leineswegs gewandt, sodaß man
erstaunt sein muß, wie er so viele Leute, namentlich
auch in höheren Stellungen, täuschen
lonnte. Nach vierstündiger Beratung bejahten
die Geschworenen fast alle Schuldfragen unter
Verneinung mildernder Umstände. Der Staatsanwalt
beantragte eine Gesamtstrase von acht
Jahren Zuchthaus. Der Angeklagte brach bei
der Verlesung dieses Strafantrages in die gemeinsten
Schimpfereien gegen den Gerichtshof,
gegen die Zeugen, den Staatsanwalt und gegen
seine eigenen erteidiger aus und * alles
für Schwindel und glatte Bestechung. Das Ur.
teil lautete auf 10 Jahre Zuchthaus und 10
Jahre Ehrverlust.
Eine für Wirte und Gäste wichtige
Entscheidung fällte das Landgericht Düsseldorf.
Der Cafétier Eduard Germeshausen,
Café Savoy, Dusseldorf. hatte anstelle von
coffeinfreiem Kaffee Hag verdünnten, cofseinhaltigen
Kaffee ausgeschänkt. Er wurde deshalb
wegen unlauteren Weilbewerbs und einer
Verletzung des Warenzeichengesetzes zu einer
Helorate von 100 Mk. und zu einer Buße von
50 Mt., zahlen an die Nebenllägerin, die
Kasfee, hasdes- Altiengesellschaft Bremen, verurteilt.
Die Köchin Margarete Beitel ist wegen
Beihilfe mit einer Geldstrase von 10 Mk. belegt
worden. Außerdem wurde der Nebenllägerin
die Publikationsbesugnis auf Koslen des
Angellagten zugesprochen.
Bücherschen.
Bayerisches Staatskirchenrecht.
Von Hochschulprofessor Dr. A. Scharnagl in
Freising. (Staatsbürger-Bibliothek Heit 35.)
M.Gladbach, Volksvereins-Verlag. Postfrei 45
fennig. Das vorliegende Heft der Staalsbürger-
Bibliothek behandelt das Bayerische
Staatslirchenrecht, d. h. die Gesamtheit der im
Königreich Bayern erlassenen staatlichen Bestimmungen
über kirchliche Angelegenheiten.
Der Verfasser hat es als seine Aufgabe betrachtet,
lediglich das geltende Rechit darzustellen,
ohne Krilil zu üben. Besonderes Genicht wurde
auf die Darstellung der praktischen Fragen gelegt,
z. B. Glaubenowahl, religiöse Kindecchiehun,
Wahl der Kirch enverwaltungen, Kirchenumlagen,
protestantische Kirchensteuer usw.
Anhangsuriise wird die vielerörterte Sltellung
der freireligiösen Gemeinden besprochen, eine
Beilage bringt das Religionsedill und das
Komordat im Wortlaut. Ein gules Sachregister
erleichtert die Benutzung.
Ans dem Bezieksas #eblalle.
Belreff: Sammlung von Altmelall.
Kupfer, Zinn, Messing, Blei, Zink und Alu--minium
sind in jetziger Jeit füt Heereszwece
ungemein notwendig. Nun haben aber unsere
Gegner die Zufuhr dieser Metalle aus dem
Auslande volllommen abgeschnitten. Deshalb
ist es im Interesse der Heeresversorgung erwünscht,
daß allerorts die Bestände von Altmetall,
die sich besonders am Lande in fast
iedem Hause vorfinden, gesammelt und dem
K. Hauptlaboratorium in Zugolstadt zur Verfügung
gestellt werden.
Es soll deshalb auch in unserem Amtsbezirk
eine Sammlung von Rupfer, Jinn, Messing,
Blei, Zink, Aluminium (aber nicht Alteisen)
vorgenommen werden. Di: Ansführung derselben
ist in folgender Wei## gedacht: In den
nächsten Tagen #ke. u. M# a jede Gemeindeverwaltung
ein Palet Flugschriften, eine Aufforderung
zur Hergabe von Altmetall enthaltend.
Die Flugschriften sollen durch Schullinder in
den einzelnen Haushaltungen verteilt werden.
Ferner ist ein verschließbarer Raum — am
besten im Schulhause zur Aufnahme der
gegebenen Gegenstände bereit Ju stellen.
Bei der nun beginnenden Sammlung wird
besonders auf die Mitarbeit unserer Schuljugend
gerechnet, welche die Aufgabe zugewiesen
erhält, auf ihrem Schulwege die gespendeten
Sachen der eigenen oder Nachbarsfamilie mitzunehmen
und in der Schule abzuliefern. Es
sindet sich wohl auch Gelegenheit, schwerere Gegenstände
durch Wagen an die Sammesstelle
schaffen zu lassen.
Da von der hingebenden Mitwirkung mier
so patriotisch fühlenden Jugend der Erfolg de
Sammlung abhängt, richte ich an die K. LPv—
lalschulinspektionen die Bilte, die Kinder über
den hohen valerländischen Wert dieser Sammlung
aufzuklären und ihr Interesse an derselben
wachzurufen.
Ende März wird die Sammlung beendet.
Nach Abschluß der Sammlung haben die Gemeindebehörden
anher zu beriten. welchen
Rauminhalt (Kubilmeter) die gegebenen Metallsachen
schätzungsweise haben. Ueber die Anlieferung
nach Rosenheim-Bahnhof wird Ibater
näheres bestimmt werden. Es ist aber zw
mäßig, wenn zugleich mit dem Ergebnis der
Sammlung die kürzeste und billigste Art der
Anlieferung nach hier angegeben mird.
Der Reinertrag der Sammlung wird zur
Unterstützung notleidender Kriegerfamilien, vor
allem der notleidenden Hinterbliebenen gefallener
oder an Krankheiten gestorbener Kriegsteilnehmer
verwendet. Das geradezu glänzende
Ergebnis der im Amtsbezirk veranstalteten
Reichswollwoche hat bewiesen, daß unter den
Bezirksangehörigen eine große Gebefrendigkeit
herrscht und vbaß derartige Veranstaltungen geradezu
einem Bedürfnisse der Bevölkerung entgegenkommen;
es hat aber auch gezeigt, daß
der Aufruf an diejenigen Behörden uno Einzelpersonen,
welche in erster Linie für die Durchführung
solcher Veranstaltungen zu sorgen berufen
sind, ein freundliches Ohr gefunden n
Es ist daher sicher zu hoffen, daß auch das Er
gebnis der Wetallsammiung. welche an Wie *#
leit der Wollsammlung eintwepe X
ein sehr erfreuliches sein wird. El- aige Anfragen
über Einzelheiten ersuche die
im,
atsomuristle Nesenheien-en
iu richten.