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anno 1555 und zum zweitenmal von dem Herzog Johann
Friederich anno 1617 geschehen seye.
Mit diesen Worten vermeyne ich den Sinn des Herrn
Verfassers und seiner angeblichen neuen Entdeckung sartsam
aufgefaßt, und etwa den eigentlichen Streitpunkten noch pünktlicher
hingestellt zu haben. Ich frage aber meinen Freund:
Erstlich hat dann selbst auch Graf Eberhard der jüngere in
ermeldten Münsinger Vertrag seinen vorherigen Antheil der
Lande an seinen Vetter den ältern Eberhard so ganz und
gar abgetreten, und nicht ausdrücklich den Theil seiner Lehen,
auch selbst in ein und andern Articuln mit Willen des ältern
Eberhard Aeuderung zu thun, sich vorbehalten? Und hat
Graf Eberhard der ältere nicht in gemeinschaftlichem Namen,
und unter Vernehmlassung mit jenem in wichtigen Fällen,
als senior familiae die Regierung übernommen? Ferner
haben nicht die Prälaten und Unterthanen dem ältern Eberhard
als regierenden Herrn von beider wegen den gemeinsamen
Eid geschworen, und stehen nicht die Worte wiederbolt
und deurlich als die einige Ursach der Einung, damit
die Herrschaft Wirtemberg zu ewigen Jeiten ungetheilt
als ein Wesen bey einander bleibe,
zu einem klaren Beweis, daß es hauptsächlich auf die Wiedervereinigung
der anno 1442 abgetheilten Wirtembergischen
Lande augesehen war; wie dann auch das Wort „unser
gemein Land, beeder Herrschaft“ bloß im Singulari,
nicht aber in dem Plurali gebraucht, und der Moͤmpelgardischen
Lande mit keinem Wort gedacht worden, außer
daß die beiden Contrahenten sich Grafen zu Wirtemberg
und Mmmpelgard geschrieben, und die Deputirten von
Mompelgard, Grange, Clerval und Passavant mit den
Wirtembergischen Städt und Aemtern die Urkund besiegelt
baben, als ohne welchen Umstand einem der Zweifel bey-