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Die Entdeckung Amerikas und ihre JFolgen.
Zu den bedeutendsten Ereignissen des Mittelalters gehört die
Entdeckung Amerikas. Wir verdanken sie dem kühnen Seefahrer
Christoph Kolumbus. Dieser war als der Sohn eines Gastwirts
und Wollwebers 1447 in Genua geboren, widmete sich anfänglich
dem Gewerbe seines Vaters und ging dann nach Portugal, um
Seemann zu werden. In Lissabon verheiratete er sich mit der
Tochter eines tüchtigen Seemanns. Durch diese Heirat kamen
mancherlei seemännische Gegenstände und Karten in seine Hände,
deren Studium ihn zu der Uberzeugung brachte, daß sich gegen
Westen ein kürzerer Weg nach Indien finden lassen müsse, als der
bisher übliche. Mancherlei Erscheinungen bestärkten ihn in seiner
Meinung. Portugiesische Seefahrer hatten zuweilen seltenes Rohr,
künstlich gearbeitetes Holz, ja einmal sogar zwei Leichname von
besonderer Farbe und Gesichtsbildung von Westen her übers Meer
schwimmen sehen. Dieses Land nun, das er damals mit Asien
zusammenhängend dachte, auf dem geradesten Wege westlich fahrend
aufzusuchen, war der feurigste Wunsch seiner Seele, den er jedoch,
ohne von einer Regierung unterstützt zu werden, nicht zur Ausführung
bringen konnte. Nachdem er sich vergeblich an seine Vaterstadt
Genua und an den König von Portugal gewandt hatte, ging er
nach Spanien und teilte seinen Plan dem Könige Ferdinand und
der Königin Isabella mit. Nach acht langen und bangen Jahren
fand er hier endlich Unterstützung. Die Königin Isabella gab ihm
drei kleine Schiffe, mit denen er die wichtigste Seereise antrat, die
je unternommen ward.
Am 3. August 1492 verließ der kühne Mann mit drei Fahrzeugen
und 120 Gefährten den Hafen von Palos und fuhr getrost
in die unendliche, noch nie befahrene Wasserwüste. Nach einer
mühevollen Meerfahrt von 71 Tagen, während welcher die Matrofen
oft verzagten, landeten sie am 12. Oktober endlich auf einem
lieblich grünenden Eiland. Mit der Fahne in der einen Hand
und dem Degen in der andern sprang Kolumbus zuerst ans
Land unter die erstaunten Insulaner, die sich am Ufer versammelt
und nie solche Menschen, solche Schiffe gesehen hatten. Sie zeigten
durch ihre Gebärden, daß sie die Spanier für höhere, vom Himmel
gekommene Wesen hielten. Sie felbst erregten bei den Spaniern
nicht geringeres Erstaunen. Sie waren nackt, pon einer rötlichen
Kupferfarbe; viele trugen zum Zierate Goldbleche in Nase und
Ohren. Sie riefen: „Guanahani!“ was man für den Namen der