Full text : Dokumente aus den russischen Geheimarchiven.

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  revolutionäre  Brand  verlosch  bald,  es  begann  die  Ernüchterung.
Gerüchte  sprachen  von  einer  wachsenden  zegenrevolutionären  Bewegung  unter
den  Russen  in  der  Schweiz.  Diese  anfänglich  unklaren  Gerüchte  nehmen  cine
inmger  bestimmtere  Form  au.  Unter  den  Namen  von  Teilnehmern  an  der  gegenreeolntionären
  Bewegung  werden  des  öfteren  die  Namen  der  meisten  Mitglieder
der  Berner  Gesandtschaft  und  des  Genfer  Konswlats  genannt.  Ich  halte  es  aber
für  eine  moralische  Ptlicht,  hierbei  gleich  zu  bemerken,  daß  «dabei  die  Namen  des
Geschäftsträgers  A.  M.  Omou,  des  früheren  Generalkousuls  in  Frankfurt  Damier
un]  des  Agenten  (des  Ministeriums  für  Handel  und  Industrie  in  der  Schweiz
WM.  Völfner  niemals  erwähnt  worden  sind.  Alle  Gerüchte  bezeichneten  dagegen
  hartnäckig  als  Zentrum  der  gerenrevolutionären  Bewegung  die  Person
des  ehemaligen  Gesehäftsträgers  M.  M.  Bibikow  und  den  Genfer  Konsul  L.  N.
Gornosizjewa  .....  »Öbgleich  ich  keine  dokumentarischen  Beweise  für  die
Teilnzhme  bestimmter  Personen  an  «der  gerenrevolntionären  Bewegung  als  an
einer  fertigen  Organisation  besitze.  so  bin  ich  doch  fest  davon  überzeugt,  daß
eine  Gegenrevolntion  besteht,  daß  sie  ihr  Jlaupt  zu  erheben  beginnt  und  von
den  Vertretern  des  alten  Regimes,  «die  in  der  Berner  Gesandtschaft  und  im
Gerfer  Komsulat  auf  ibren  Posten  verblieben  sind,  bedingungslos  unterstützt
wirde,

Nach  dem  im  Ministerium  des  Auswärtiren  in  Paris  vorhandenen  Material
unterhalten  Bibikow  und  ein  an  der  russischen  Gesandtschaft  in  Bern  angestellter
  Bubnow  Verbindungen  mit  der  Fürstin  Golizyn,  welche  zu  Beginn  des
Krieges  in  Miinchen  lebte  und  die  Geliebte  des  deutschen  Militärageuten  in  Bern
ist.  Infoiredessen  sprach  Charles  Dumas  im  Namen  des  französischen
Ministeriums  des  Auswärtigen  mir  gegenüber  offlziös  den  Wunsch  aus.  daß  ınan
die  Herren  Bilikow  und  Genossen  unverzüglich  nach  Rußland  zurückberufen
inöge.  Nach  den  Meldungen  der  Geheimazenten  General  Golowans  »unterhält
Bibikow  Beziehungen  zu  Deutschland.  Ihn  unterstützt  Frau  Bacheracht,  die
morzanatisch  mit  dein  Großherzog  von  Hessen  vermählt  gewesen  ist.  Bibikow
hat  viel  Geld  in  Händen  und  arbeitet  für  die  Wiederherstellung  der  Monarchie
in  Rußlande.  Unter  den  Gehilfen  Bibikows  befindet  sich  —  -  wie  derselbe  Agent
mitteilt  -  —  Fürst  Woronetzki,  der  im  Ort  Les  Avants  sur  Montreux  lebt  und  ein
Bruder  der  Frau  des  Berrn  Jurkewitsch  ist,  eines  sehr  reichen  Mannes,  der  ihn
unterstützt.  Woronetzki  war  Atiach@  der  russischen  Botschaft  in  Paris  und
in  letzter  Zeit  in  London.  Er  ist  äußerster  Monarchist,  Schwarzhundertmann
schwärzester  Richtung  und  unterstützt  Bibikow.  Er  erscheint  öfters  in  den
französischen  Kreiseu  von  Montreux.  Ein  anderer  Gehilfe  Bibikows  ist  Kühlemann.
  der  mit  ciner  Nichte  des  deutschen  Geschäftsträgers  in  Bern,  Schubert.
verheiratet  ist.  Durch  Vermittlmmg  Madarı“  Bacherachts  arbeiten  sie  an  der
Wiederherstelung  der  Munarchie  in  Rußland.  Woronetzki  hat  zu  einem  seiner
Freunde  gesagt,  Bibikow  und  Swatkowski  seien  begeistert.  für  die  Überführung
des  Zaren  nach  Tobolsk,  weil  eine  Flucht  von  dort.  viel  leichter  sein  würde  als
aus  Zarskoje  Selo.  Für  diesen  Fall  seien  schon  energische  Vorbereitungen  getroffen
  worden.  Zur  Vermittlung  der  Korrespondenz  benutzen  sie  den  dänischen