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guten Willen und, wenn man einerseits bei manchen die hinreichende
Dienstkenntniß und die streng militärische Haltung vermißte, welche Landwehrleuten
gegenüber mehr als irgendwo nothwendig sind, so mußte man andererseits
zugeben, daß sie in mancher Beziehung sehr vortheilhaft auf die
Leute einwirkten und in vielen Fällen durch Beschwichtigung und ernste
Ansprache manches da beseitigten, wo es selbst Offizieren der Linie weniger
leicht möglich gewesen wäre.
Ein anderes vortreffliches Material für Landwehr-Offiziere, und
nicht das schlechteste, würden die aus dem stehenden Heere ausscheidenden
oder entlassenen Unteroffiziere darbieten, wenn sie sich als solche vollständig
und tüchtig bewährt haben, moralisch und geistig dazu befähigt sind. Es
ist fraglich, ob man nicht an manchen Orten vielleicht aus gewissen Antipathien
und Nebenrücksichten, mehr als gut war, verabsäumte, von diesem
gerade für die Landwehr -Subaltern-Offiziere bestgeeigneten und vorzüglichen
Material hinreichende Anwendung zu machen. Weuigstens scheint
bei den Wahlen der Landwehroffiziere jetzt mehr als sonst gewissen sich
verbreitenden Lebensansichten, wenn nicht Vorurtheilen, Rechnung getragen
zu werden.
Es versteht sich von selbst, daß jeder, welcher in die Gemeinschaft
preußischer Offiziere eintreten will, makellos an seiner Ehre in der Gesellschaft
dastehen muß. Diese Ehre ist aber keine specifische, deren Maßstab
etwa nur nach den Ansichten oder Vorurtheilen einer einzelnen Genossenschaft
aufgestellt werden könnte, sondern sie ist Gemeingut Aller,
und muß als solche in der Gesammtheit angesehen werden. — Das
Ballottement irgend einer sich freiwillig zusammenschließenden Gesellschaft
hat Sinn, denn sie kann sich in ihren Gesetzen die Eigenschaften feststellen,
welche sie von ihren Mitgliedern verlangt, und es muß den Mitgliedern
überlassen bleiben, durch die Mehrzahl zu entscheiden, ob ein
zum Eintritt in die Gesellschaft sich Anmeldender die vorgeschriebenen
Eigenschaften besitzt, und ob er für die Gesellschaft paßt. Eine solche
Verbindung könnte immerhin jemanden nicht in ihre Mitte aufnehmen,
der trotzdem in der Welt als der ehrenhafteste Mann dasteht, und
kein Vernünftiger würde daran Anstoß nehmen.
Ein Offizier-Corps ist aber keine so freiwillig zusammengetretene
Gesellschaft, sondern ein für den Zweck des Krieges gebildetes und besoldetes
Institut des Staates, der vor allem entscheidet, wie bei den einzelnen
Gliedern der Bestimmung und dem Zwecke am besten gedient ist.
Daher mißte hier schon eine ein zige Stimme hinreichen, die Beförderung
irgend eines jungen Mannes zum Offizier zu verhindern, wenn