Full text : Historische Untersuchungen. Heft V. (5)

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IX.

(Zu  S.  289,  1).

Landgr.  Philipp  von  Hessen  an  Kurf.  Johann  von  Sachsen:  legt
dar,  warum  es  erforderlich  sei,  dafs  der  Kurfürst,  wenn  irgend
möglich,  in  FPerson  auf  den  Reichstag  komme.  [1526  Juni.)

Aus  Marb.  St.  A.,  Abt’.  Reichstage.  Konzept.

Freuntlicher  lieber  ohem.  wir  haben  e.  1.  bede  schreiben,  das
sie  furfallender  sachen  halben  nit  so  furderlich  zum  reichstage  kommen
konten,  alles  ıres  inhalts  gelesen  und  solich  verhinderung  und  verzug
  nit  gerne  gehort  durch  nachfolgende  ursach,  die  wir  bei  uns
bewegen.  und  erstlich  aus  dem  bedenken,  dieweil  Pfaltz  und  Trier,
auch  marggraf  Casimir  und  Baden  jetzo  algereide  zu  Speier  sein  und
noch  teglich  viel  zureitens  ist,  das  e.  ].  iren  anzug  gefurdert  und  mit
Trier  und  Pfaltz  personlich  underredde  gehapt  hetten.  und  so  e.l.
wir  und  andere  in  einem  statlichen  ansehen  zeitlich,  eheher  die
geistliche  rott,  anquemen,  hoften  wir  etwas,  das  die  sachen  wol
furdern  und  derselben  dienstlich  sein  solt,  bei  den  weltlichen  fursten
auszurichten.  zum  andern  kompt  uns  gleuplich  fur,  das  daoben  in
landen  ein  gemein  geschrei  sei,  e.  ].  solt  mit  den  bauern  in  bundnus
  stehen  und  sich  ir  hauptman  zu  sein  anmafsen.  wiewol  nu
uns  in  der  warheit  bewust,  das  hieran  nichts  ist,  so  wıl  doch  umb
solches  argwons  und  verdachts  willen  von  notten  sein,  e.  l.  nemen
iren  anzug  desto  furderlicher,  damit  solich  geschrei  und  einbildung
e.  1.  kein  ungelimpf  gepere.  dan  was  darf  von  denen  leuten  nit
gesucht  practieirt  und  furgenomen  werden,  das  e.  ].  und  uns  andern
nachteilig  sein  magk?  zum  dritten,  wo  e.  l.  auspleiben  oder  mit
irem  anzug  etwas  lange  verzehen,  wurde  es  von  meniglichen  dafur
  geachtet  und  will  wol  algereidde  gesagt  werden,  die  sach  must
kein  bestand  noch  grund  haben,  dan  e.  l.  des  reichstags  scheue
trugen.  wilchs  alles  von  e.  1.  wol  zu  bedenken  ist,  dan  eigentlich
solchs  wurde  dem  wort,  wiewol  es  in  seiner  selbst  kreftiger
wirkung  und  macht  stehet,  vil  hinderung  und  unsern  widdersachern,
den  veinden  des  liechts,  sterkung  pringen,  das  doch  alle  dinge
hindangesetzt  durch  gottes  gnade  und  hilf  muglich  zu  verkommen
ist.  derhalben  wir  e.  1.  christlicher  freuntlicher  treuer  meinung
hiemit  gepeten  und  erinnert  wollen  haben,  nachdem  sie  von  got

[1526.
Jun]