Metadata : Organisation und Ziele des Unterausschusses für kriegsgefangene Deutsche.

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namentlich  auch,  auf  welchem  Kriegsschauplatz),  8.  Wo  bereits  nachgefragt,  9.  Adresse
der  Angehörigen.

Diese  Angaben  müssen  übersichtlich  aufgestellt  werden;  man  achte  darauf,
daß  alle  Namen  möglichst  deutlich  geschrieben  sind,  daß  bei  den
Truppenteilen  keine  Ver  wechslungen  zwischen  aktivem,  Reserveoder
  Landwehrregiment  unterlaufen,  daß  die  bayerischen  Truppenteile
  als  solche  gekennzeichnet  werden  und  daß  auch  die  Kompagniebezw.
  Batterie=  oder  Schwadron-Nummer  angegeben  wird.

Auf  Grund  der  uns  gemachten  Angaben  stellen  wir  sogenannte  Suchkarten
aus,  welche  an  alle  diejenigen  Auskunftsstellen  gehen,  die  uns
als  zuverlässig  bekannt  sind,  und  die  für  den  betreffenden
Kriegsschauplatz  in  Frage  kommen.  Es  ist  zwecklos,  sich  an  andere
Stellen  zu  wenden,  dadurch  entsteht  nur  unnötiger  Zeitverlust,  denn  für  alle
Nachforschungen  aus  unserer  Provinz  ist  allein  der  Unterausschuß  in  Kiel
zuständig.  Die  Bevölkerung  kann  das  volle  Vertrauen  zu  uns  haben,  daß  wir
Alles  tun  werden,  was  in  unseren  Kräften  steht,  um  den  Fall  aufzuklären.)

Zugleich  mit  dem  Abgang  der  Suchkarten  teilen  wir  den  Fall  dem  Ausschuß
  in  Hamburg  mit.

Die  Auskunftstellen  und  der  Ausschuß  Hamburg  suchen  nun  in  den  ihnen
zugänglich  gemachten  Gefangenenlisten  des  feindlichen  Staates  den  Vermißten  zu
finden.  Das  Ergebnis  wird  uns  mitgeteilt;  wir  geben  dann  den  Angehörigen
davon  sofort  Kenntnis.  Einer  besonderen  Anfrage,  ob  schon  Nachricht
bei  uns  eingegangen  ist,  bedarf  es  daher  nicht)

*)  Im  allgemeinen  werden  die  Nachforschungen  von  dem  Unterausschuß  derjenigen
Provinz  unternommen,  in  der  die  nächsten  Angehörigen  des  Vermißten  ihren  Wohnsitz
haben.  Bei  uns  irrtümlich  eingehende  Gesuche  werden  an  den  zuständigen  Unterausschuß
zur  Erledigung  weitergegeben.

Als  Grundlage  für  alle  Nachforschungen  dienen  in  erster  Linie  die  von  den  feindlichen
  Regierungen  herausgegebenen  Gefangenenlisten.

Die  englischen  Listen  sind  sorgfältig  geführt  und,  da  sie  neben  den  Namen  der
Gefangenen  auch  die  Adressen  der  Angehörigen  enthalten,  gelingt  es  die  in  englischer  Gefangenschaft
  Befindlichen  verhältnismäßig  schnell  ausfindig  zu  machen.

Weniger  brauchbar  sind  die  französischen  Gefangenenlisten.  Da  in  ihnen
die  Adressen  der  Angehörigen  fehlen,  auch  die  Truppenteile  bisweilen  ungenau  angegeben
sind,  bedarf  es  oft  längerer  Zeit,  die  Indentität  eines  Gefangenen  festzustellen.

Die  von  der  russischen  Regierung  herausgegebenen  Listen  sind  unvollständig;
die  Namen  der  Gefangenen  erscheinen  vielfach  entstellt,  weil  die  russische  Schriftsprache
von  der  unseren  wesentlich  abweicht.  Die  Listen  sind  nur  in  beschränktem  Umfange  brauchbar.
  Wir  sind  daher  in  Rußland  hauptsächlich  auf  die  Mitteilungen  angewiesen,  welche
wir  gelegentlich  des  Besuches  der  Gefangenenlager  durch  Abgesandte  der  verschiedenen
neutralen  Roten  Kreuz-Vereine  oder  des  Vereins  christlicher  junger  Männer  erhalten.  Auch
das  bischöfliche  Vikariat  in  Paderborn  verschafft  uns  wertvolle  Auskünfte.