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und reformirte Bekenntniß noch gleich berechtigt waren, in den
sog. Lichtversammlungen Luft. Beide Neuerungen machten viel
Lärmen, ohne daß damit etwas Großes bewirkt worden wäre.
Die alten Kirchen wurden dadurch nicht gestürzt und die mißgebornen
neuen noch so genannten Kirchen beschränkten sich auf
ein Minimum von Anhängern. Standhaft und geduldig wies
der König alle die unsinnigen Zumuthungen ab, die ihm die
unter dem Ministerium Altenstein zugeschulte und an nicht wenig
Uebermuth gewöhnte Partei machte, als handele es sich darum,
daß Preußen seinen Rang unter den europäischen Staaten nur
behaupten könne, wenn es mit dem sog. Zeitgeist gehe. Am
verderblichsten hatte Diesterweg als Chef des ganzen Voltschulwesens
gewirkt, dessen Programm bekanntlich war, es bedürfe
keiner Pfarrer mehr, sondern sey am Schulmeister genug. Es
brauche keine Bibel mehr, sondern nur noch den Kosmos; der
Glaube sey überflüssig, denn man habe ja das Wissen.
Das zweite Verdienst, welches sich der gewissenhafte König
erwarb, war die Einberufung der Stände. Diese wurde von
der ganzen liberalen Partei willkommen geheißen, man riß ihm
aber das kaum angefangene Werk mit undankbarem Ungestüm
aus den Händen, so daß es nicht ganz seiner Absicht gemäß
zustande kam. Er hatte nämlich eine Vertretung des Volks
nach altem deutschen Herkommen und nicht nach der neuen
französischen Mode im Sinn. Er schwang sich überhaupt mit
seiner lebhaften Phantasie, über die letzten Jahrhunderte hinüber,
in die Zeiten des alten Reichs, weshalb ihn seine Gegner „den
Romantiker auf dem Throne“ nannten. Damit hing seine Vorliebe
für den Ausbau des Kölner Doms zusammen, in welchem
er ein Sinnbild des vielgegliederten und doch einigen deutschen
Reiches sah, wie es seyn sollte. Was er nicht selbst vollbringen
konnte, das hoffte er von der Zukunft. In der Rede, die er bei
der Einweihung des hauptsächlich durch ihn beförderten Weiterbaus