Injurienklage. Deklaration. 223
kontrahirt, für den Beweis des Konseuses der Ehefrau
zum Voraus Sorge trägt, um der Reklamationsllage
vorzubeugen.
Daß nur in diesem Sinne die Note der Vdg.
v. J. 1724 zu interpretiren sei, beweisen noch die
späteren Vogen. v. 22. Mai 1758 und 22. Juli
1777 Nr. 10 (LM. Bd. II S. 727, Bd. III S. 152),
in welchen auf jene v. 28. März 1700, nicht aber
auf jene v. 6. April 1724 Bezug genommen wurde.
In der Vdg. v. 1777 insbesondere ist wiederhott
ausgesprochen, daß ein in communione bonorum
lebendes Eheweib vermöge des Mandates vom Jahre
1700 alle Kontrakte, wogegen es nicht in
tempore rektamirt hat, und selbst seinem Ehemanne
keine andere Exzeption dagegen zugekommeu
wäre, zu bezahlen gehalten sei.
Aus dem vom Richter 2. Instanz angeführten
Grunde konnte sonach die Entbindung des Beklagten
von der Klage nicht gerechtfertigt werden.
OAGE. v. 31. Mai 1851. RNr. 23 13¾/40.
77.
2.
Deklaration auf die Injurienklage.
Baver. R.
Val. Bl. f. RA. Bd. XII S. 69 u. 70.
In einer Injurienstreitsache erklärte der Beklagte
bei der ersten Verhandlung: er könne sich zwar der
behaupteten Verbalinjurien nicht mehr erinnern, wolle
jedoch, falls ihn sein Gedächtniß täuschen sollte,
gleich als erste Antwort die Erklärung abgeben, daß
ihm die behaupteten Schmähworte nur aus Zorn
und Unbedachtsamkeit entwichen seien.
Der Erstrichter bezeichnete diese Deklaration als
ungenügend, in zweiter Instanz wurde jedoch Beegter
auf erhohene Beschwerde auf Grund jener
eklaration von der Klage entbunden und dieses