128 Johann Herolt
geth, geben, welche freyheit hernach kaysser Sigmundt, kaysser Friderich,
kaiser Maximilian unnd itzo kayszer Carols der funfft uff dem
(reichstag ”) zu Regenspurg bestetigt haben. Deren inhalt ist, das
alle, so in diser heeg unnd schleg begriffen uff dem land, was herschafft
er sey®, die sollen dise heg unnd graben helffen halten unnd
machen. Wer aber durch dise heecg haw, sie zerbrech, der soll
funfftzig marcklı goldt, das halbthail kaysserlicher kammer, das ander
denen vonn Hall verfallen sein. Disz hag hat Carolus der funfft bestetigt
unnd bevolhen, wo sy nit ganntz aneinanderhang und (raich ®),
das soll man voll gantz® machen, unnd wo grundt und boden einer
ander herrschafft, soll alsdann dieselbig, so weit den von Hall zur
heg nöttig, zu kauffen geben, wie die zwenn prelaten unnd ept
Schöntal unnd Murhardt sprechen ®, bey ® straff obgemelter peen”.
a) aus T'; rechtstag St!. b) sic seyen T. c) aus T und Hl; reyth St. d) voll unnd
gantz 7". e) Murratb üstimiren unnd würdigen T. f—-f) fehlt T.
(Gem. Arch., s. auch Chmel, Regesta Ruperti regis 30. Okt. 1401), enthält übr:-gens
bloss Bestätigung früherer Privilegien. Neu bestätigt wurde ihr Inhalt
durch Kaiser Friedrich ILI. Graz, Mittwoch vor Neujahr 1479 (= 30. Dez. 1478),
König Maximilian I. Biberach, 28. Des. 1503, König Ferdinand I. Prag,
31. Jan. 1558, Kaiser Karl V. Regenslurg, 20. Juni 1541. Die drei leisteren
Jürsten hatten die Heg selbst bei ihrem Aufenthalt in Hall in Augenschein
genommen. Auch von kirchlicher Seite wurde diese Territorialgrenze anerkannt
und in Schutz genommen durch Bulle Innocenz VIII. 1486 (alle diese Ur-Runden
im Freiheitsbuch, s. auch Haspel, Centena I. I... Der Inhalt des Privilegs
ist aus der bei Haspel p. 27 der Hauptsache nach mügeleillen Urkunde
Maximilians zu eninehmen, vrgl. auch OAllall 108. — Die Heg bestand aus
einem breiten und tiefen Graben, war mit Stangen und Schlagholz dicht besetzt
und an den Öffnungen durch Fallthüren und Schlagbüume („Fallen, Werren
und Riegel“) alıgeschlossen. Auf den Ileerstrassen bei Hörlehach, Brachbach,
Leoweiler und Michelfeld standen „Landtürme,* auf welchen Wächter den
Späherdienst versahen. Alle 7 Jahre wurden die Heege und Gräben „umgehägt*,
wobei die Unterthanen fronen mussten. Besonders wichlig war die
nach Hausser schon von Ruprecht stammende Bestimmung, dass auch die
innerhalb der Heeg sitzenden ausherrischen Unterthanen hiezu mitverpflichtet
waren. — Die erste vollstindige Beschreibung d:s Zugs der Heeg is! nicht die
von Hausser reproduzierte von 1639, sondern die ins Jahr 1551, besw. 1553
fallende „Beschreilung der Stadt Hall Landwehr, Heg und Schläg", ein notarielles
Instrument, welches aus Veranlassung der oftmaligen Durchhauung der
Heg von den kaiserlichen Notaren Schnarrenberger und Fabri zu Heilbronn
aufgenommen wurde. Sie ist enthalten in dem „Andern Registraturhuch“ des
(rem. Arch., Bl. 217—238 und hat wenigstens teilweise in einigen Haller Chroniken
(z. B. H!) Aufnahme gefunden. In demselhen Registraturbuch ist auch
eine spätere Beschreibung von 1586 mitgetlt.
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