Contents : Lesebuch für die katholischen Volksschulen des Regierungsbezirks Düsseldorf. Zweiter Teil: Mittelstufe. (2)

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und  wiegt  und  biegt  die  Äste,
daß  schier  in  ihrem  Neste
die  Finken  nimmer  sicher  sind.

3.  Nun  fällt  ein  Pflaumenregen,
der  aber  macht  nicht  naß.
Im  Gras  herumzufegen,
ist  da  der  größte  Spaß.
O  Wind,  o  Wind,  o  rüttle!
O  Wind,  o  Wind,  o  schüttle!
Wir  grapsen  ohne  Unterlaß.

218.  Vom  schlafenden  Apfel.  Von  Robert  Reinick.

In  Baum,  im  grünen  Bettchen
hochoben  sich  ein  Apfel  wiegt,
der  hat  so  rote  Bäckchen,

man  sieht's,  daß  er  im  Schlafe  liegt.

2.  Ein  Kind  steht  unterm  Baume,
das  schaut  und  schaut  und  ruft  hinauf:
„Ach  Apfel,  komm  herunter!

Hôör  endlich  doch  mit  Schlafen  auf!“

3.  Es  hat  ihn  so  gebeten,
glaubt  ihr,  der  wäre  aufgewacht?
Er  rührt  sich  nicht  im  Bette,
sicht  aus,  als  ob  im  Schlaf  er  lacht  .

4.  Da  kommt  die  liebe  Sonne
am  Himmel  hoch  daherspaziert.
„Ach  Sonne,  liebe  Sonne,
mach  du,  daß  sich  der  Apfel  rührt!“

5.  Die  Sonne  spricht:  „Warum  nicht?“
und  wirft  ihm  Strahlen  ins  Gesicht,
küßt  ihn  dazu  so  freundlich,
der  Apfel  aber  rührt  sich  nicht.

6.  Nun  schau!  Da  kommt  ein  Vogel
umd  setgt  sich  auf  den  Baum  hinauf.
„Ei  Vogel,  du  mußt  singen;
gewiß,  gewiß,  das  weckt  ihn  auf!“