216 Verträge, von Accessisten aufgenommen.
tend gemacht werden, bestehen aber für die Protokollirung
der Verträge, wozu auch die Erbverträge
— Akte unter Lebenden — nach bayerischen-Landrechte
7) ihrer rechtlichen Natur nach gehören,
nicht, es läßt vielmehr weder der Geist und Zweck
der Verordn. v. 29. Sept. 1812, noch der Zusammenhang
der einzelnen Bestim ungen derselben
die einschränkende Interpretation zu. Allgemeine
Gesichtspunkte in dieser Beziehung bietet die Beträchtung,
daß das Institut der Accessisten wesentlich
die Erleichterung der Gerichte und die Förderung
eines raschen Geschäftsganges im Interesse
der Partelen bezwecke; daß der Gesetzgeber bemüht
war, durch die angeordnete stufenweise Verwendung
der Accefsisten für deren Fähigkeit zu
wichtigeren Funktionen Sorge zu tragen, auch die
darin sowohl wie in der angeordneten Aufsicht über
die Geschäftsführung der Accessisten geschaffene Garantie
für den Gerichtsdienst nothwendig als verlässig
und ausreichend angesehen haben muß, und
daß endlich der Gesetzgeber mehrfache Beschränkungen,
die er aus Rücksichten des Dlenstes und des
allgemeinen Wohls anzuordnen sich veranlaßt fand,
in klaren präcisen Verfügungen festgesetzt hat, wie
die Bestimmungen der Verordnung Nr. 2. 4 und
5 ergeben. Hlernach kann nicht wohl angenommen
werden, daß es im Allgemeinen in der Intention
des Gesetzgebers gelegen habe, die Geschäfte der
freiwilligen Gerichtsbarkeit den Accessisten zu entziehen
oder die Verwendung der letztern zu solchen
Geschäften in engen Gränzen zu halten und es
läßt sich auch nicht absehen, warum der Gesetzgeber,
hätte er die Befugniß der Accessisten in dicsem
Geschäftskreise beschränken wollen, sich darüber
nicht klar sollte ausgesprochen haben und wo-–
7) Cod. civ. P. III Cap. I1, . 1, Nr. 8.
* Cep. 2, 5 1.