Full text : Meyers Fach-Lexika; Lexikon der deutschen Geschichte.

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Unterthanen  gewisse  Rechte  und  Freiheiten
verbrieften.  Bekannt  ist  besonders  der  von
Kaiser  Rudolf  II.  erteilte  M.  vom  12.
Juli  1609,  worin  den  Evangelischen  in
Böhmen  gleiche  Rechte  mit  den  dortigen
Gaspeliren  eingeräumt  wurden,  und  dessen
Auf  ceung  1  18  durch  den  Kaiser  Matthias
  den  Ausbruch  des  Dreißiplührigen
Kriegs  (s.  d.)  veranlaßte.  Nach  der
Schlacht  am  Weißen  Berg  (8.  Nov.  1620
ward  dieser  M.  vom  Kaiser  Ferdinand  II.
eigenhändig  durchschnitten.

MNalplaquet  (wr.  4,  Dorf  im  franz.
Departement  Nord,  Arrondissement  Avesnes,
  bekannt  durch  den  Sieg  der  verbündeten
  Osterreicher  unter  dem  Prinen
  Eugen  und  der  Engländer  unter

arlborough  über  die  Franzosen  unter
Villars  14.  Sept.  1709.

Malteserorden,  s.  Johanniter-=orden.



Mans,  Le  (spr.  13  mäng),  Hauptstadt
des  franz.  Departements  Sarthe,  an  der
Sarthe,  war  im  deutsch-französischen  Krieg
seit  Dezember  1870  Hauptstützpunkt  der
zweiten  französischen  Loirearmee  unter

hanzy,  der  hier  das  16.,  17.  und  21.
Korps  nebst  andern  kleinern  Abteilungen,
zusammen  150,000  Mann,  vereinigte.
Gegen  ihn  rückte  im  Januar  1871  Prinz
Friehrich  Karl  mit  vier  Armeekorps  (dem

,  9.,  10.  und  13.)  und  vier  Kavalleriedivisionen,
  zusammen  90,000  Mann,
vor.  Das  durchschnittene  Terrain  und
die  schlechte  Witterung  nötigten  ihn  zu
einer  Teilung  der  Armee  in  mehrere  Kolonnen,
  die  vom  6.—12.  Jan.  den  Franzosen
  eine  Reihe  von  Gefechten  lieferten,
welche  man  zusammen  die  Schlacht  bei
Le  M.  nennt.  Das  3.  Korps  und  die  18.
Division  verfolgten  die  Hauptstraße  von
Vendöme  nach  Le  M.,  während  rechts  das
13.  Korps  unter  dem  Großherzog  von
Mecklenburg  von  Bonneval,  links  das  10.
Korps  von  St.  Amand  ebendorthin  vordrangen.
  Nach  kleinern  Gefechten  stieß

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auf  die  feindliche  Hauptmacht  und  drängte
sie  nach  blutigen  Kämpfen  bei  Farizue
und  Changé  auf  Le  M.  zurück.  Am  11.
Jan.  erstürmte  das  9.  Korps  das  Plateau
d'Auvours,  undan  demselben  Abend  nahm

Korps  10.  Jan.  am  Huisnebach  Er

Malplaquet  —  Mansfeld.

die  20.  Division  den  wichtigen  Punkt  La
Tuilerie  bei  Le  M.  Obgleich  Chanzy  noch
in  der  folgenden  Nacht  den  rechten  fran-Häschen
  Kügel  und  das  Zentrum  auf
"arechte  Ufer  der  Sarthe,  den  linken
Fuügzel  auf  Alencon  sich  zurückziehen  ließ,
lieben  diese  Bewegungen  bis  zum  Mittag
  des  12.  Jan.  der  deutschen  Armee  verborgen.
  Zwei  preußische  Divisionen  eroberten
  am  Abend  des  12.  Jan.  die  Stadt
Le  M.,  der  Feind  wurde  bis  Laval  und
Alencon  verfolgt  und  das  Lager  von  Conlie
  besetzt.  Der  Verlust  der  Deutschen  betrug
  während  der  sieben  Schlachttage
3400  Mann,  der  Verlust  der  Franzosen
war  unverhältnismäßig  bedeutender;  sie
büßten  allein  an  Gefangenen  22,000
Mann  ein.  Vgl.  v.  d.  Goltz,  Die  sieben
Tage  pon  Le  M.  (1873).
ansfeld,  Ernst,  Graf  von,  protest.
Heerführer  im  Dreißigjährigen  Krieg,
eb.  1580  zu  Luremburg,  Sohn  des  Gra-2
  Peter  Ernst  I.  von  M.  aus  morganatischer
  Ehe,  erhielt  am  Hof  des  Erzogs
  Ernst  von  Osterreich  eine  kathoch-
  Erziehung  und  kämnfte  seit  1595
in  kaiserlichen,  später  spanischen  Diensten
egen  die  Türken  und  in  den  Niederlan-=en.
  Als  ihn  1610  während  des  jülichklevischen
  Erbfolgestreits  der  Erzherzog
Leopold  aus  der  Gefangenschaft  nicht  loskaufen
  wollte,  ging  er  mit  seinen  Truppen
im  Elsaß  zur  protestantischen  Union  über.
1618  trat  er  als  General  in  böhmische
Dienste,  wurde  vom  Kaiser  geächtet  und
führte  nach  dem  Sturz  des  Böhmenkönigs
Friedrich  den  Krieg  in  Deutschland  auf
eigne  Hand  weiter.  Nachdem  er  27.  April
1622  Tilly  bei  Wiesloch  in  Baden  besiegt
gotte,  vereinigte  er  sich  mit  Christian  von
kaunschweis  und  focht  gleich  diesem  im
Dienste  der  Generalstaaten  in  den  Niederlanden.
  1623  zog  er  sich  für  einige
Zeit  ins  Privatleben  zurück  und  erschien
erst  wieder  1625  mit  enfüischen  und  holländischen
  Truppen  in  Norddeutschland.
wurde  25.  April  1626  von  Wallenneit
  bei  Dessau  geschlagen  und  zog  dann,
ts  von  diesem  verfolgt,  nach  Ungarn,  wo
er  sich  mit  dem  Fürsten  Bethlen  Gabor
von  Siebenbürgen  vereinigte.  Als  dieser
jedoch  mit  dem  Kaiser  Frieden  schloß,  be-