284
Unterthanen gewisse Rechte und Freiheiten
verbrieften. Bekannt ist besonders der von
Kaiser Rudolf II. erteilte M. vom 12.
Juli 1609, worin den Evangelischen in
Böhmen gleiche Rechte mit den dortigen
Gaspeliren eingeräumt wurden, und dessen
Auf ceung 1 18 durch den Kaiser Matthias
den Ausbruch des Dreißiplührigen
Kriegs (s. d.) veranlaßte. Nach der
Schlacht am Weißen Berg (8. Nov. 1620
ward dieser M. vom Kaiser Ferdinand II.
eigenhändig durchschnitten.
MNalplaquet (wr. 4, Dorf im franz.
Departement Nord, Arrondissement Avesnes,
bekannt durch den Sieg der verbündeten
Osterreicher unter dem Prinen
Eugen und der Engländer unter
arlborough über die Franzosen unter
Villars 14. Sept. 1709.
Malteserorden, s. Johanniter-=orden.
Mans, Le (spr. 13 mäng), Hauptstadt
des franz. Departements Sarthe, an der
Sarthe, war im deutsch-französischen Krieg
seit Dezember 1870 Hauptstützpunkt der
zweiten französischen Loirearmee unter
hanzy, der hier das 16., 17. und 21.
Korps nebst andern kleinern Abteilungen,
zusammen 150,000 Mann, vereinigte.
Gegen ihn rückte im Januar 1871 Prinz
Friehrich Karl mit vier Armeekorps (dem
, 9., 10. und 13.) und vier Kavalleriedivisionen,
zusammen 90,000 Mann,
vor. Das durchschnittene Terrain und
die schlechte Witterung nötigten ihn zu
einer Teilung der Armee in mehrere Kolonnen,
die vom 6.—12. Jan. den Franzosen
eine Reihe von Gefechten lieferten,
welche man zusammen die Schlacht bei
Le M. nennt. Das 3. Korps und die 18.
Division verfolgten die Hauptstraße von
Vendöme nach Le M., während rechts das
13. Korps unter dem Großherzog von
Mecklenburg von Bonneval, links das 10.
Korps von St. Amand ebendorthin vordrangen.
Nach kleinern Gefechten stieß
8 2
auf die feindliche Hauptmacht und drängte
sie nach blutigen Kämpfen bei Farizue
und Changé auf Le M. zurück. Am 11.
Jan. erstürmte das 9. Korps das Plateau
d'Auvours, undan demselben Abend nahm
Korps 10. Jan. am Huisnebach Er
Malplaquet — Mansfeld.
die 20. Division den wichtigen Punkt La
Tuilerie bei Le M. Obgleich Chanzy noch
in der folgenden Nacht den rechten fran-Häschen
Kügel und das Zentrum auf
"arechte Ufer der Sarthe, den linken
Fuügzel auf Alencon sich zurückziehen ließ,
lieben diese Bewegungen bis zum Mittag
des 12. Jan. der deutschen Armee verborgen.
Zwei preußische Divisionen eroberten
am Abend des 12. Jan. die Stadt
Le M., der Feind wurde bis Laval und
Alencon verfolgt und das Lager von Conlie
besetzt. Der Verlust der Deutschen betrug
während der sieben Schlachttage
3400 Mann, der Verlust der Franzosen
war unverhältnismäßig bedeutender; sie
büßten allein an Gefangenen 22,000
Mann ein. Vgl. v. d. Goltz, Die sieben
Tage pon Le M. (1873).
ansfeld, Ernst, Graf von, protest.
Heerführer im Dreißigjährigen Krieg,
eb. 1580 zu Luremburg, Sohn des Gra-2
Peter Ernst I. von M. aus morganatischer
Ehe, erhielt am Hof des Erzogs
Ernst von Osterreich eine kathoch-
Erziehung und kämnfte seit 1595
in kaiserlichen, später spanischen Diensten
egen die Türken und in den Niederlan-=en.
Als ihn 1610 während des jülichklevischen
Erbfolgestreits der Erzherzog
Leopold aus der Gefangenschaft nicht loskaufen
wollte, ging er mit seinen Truppen
im Elsaß zur protestantischen Union über.
1618 trat er als General in böhmische
Dienste, wurde vom Kaiser geächtet und
führte nach dem Sturz des Böhmenkönigs
Friedrich den Krieg in Deutschland auf
eigne Hand weiter. Nachdem er 27. April
1622 Tilly bei Wiesloch in Baden besiegt
gotte, vereinigte er sich mit Christian von
kaunschweis und focht gleich diesem im
Dienste der Generalstaaten in den Niederlanden.
1623 zog er sich für einige
Zeit ins Privatleben zurück und erschien
erst wieder 1625 mit enfüischen und holländischen
Truppen in Norddeutschland.
wurde 25. April 1626 von Wallenneit
bei Dessau geschlagen und zog dann,
ts von diesem verfolgt, nach Ungarn, wo
er sich mit dem Fürsten Bethlen Gabor
von Siebenbürgen vereinigte. Als dieser
jedoch mit dem Kaiser Frieden schloß, be-