Full text : Reichs-Gesetzblatt. 1898. (32)

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kam,  daß  der  Feldmarschall-Lieutenant  Jellachich,  in
seiner  Stellung  gegen  den  Luegpaß  und  die  Abtenau,
wieder  angriffsweise  verfahren  moöchte.  Diese  Rücksichten
machten  den  Herzog  von  Danzig  zögernd.  Darum
mußte  die  Division  Deroy,  statt  vorwärts  zu  gehen,
erst  bei  Straß  (15ten  Mai)  zur  Beobachtung  des  Zillerthales
  stehen  bleiben,  welches  seine  Unterwerfung  dann
durch  Abgeordnete  ankündete;  darauf  bis  auf  eine  Viertelstunde
  von  Schwatz  vorrücken,  aber  den  General  Siebein
  mit  sechs  Compagnien  des  Oten  Regimentes,  zur
Befestigung  von  Rattenberg  und  zum  Schutze  der  Innbrücke
  bei  Straß,  zurücklassen.

Diese  Muße  benntzte  Generallieutenant  Wrede,
durch  den  General  Beckers  Unterhandlung  mit  den
österreichischen  Befehlshabern  anzuknüpfen,  um  sie  zu
einer  friedlichen  Räumung  des  durch  Aufruhr  unglucklichen
  Landes  zu  bewegen.  Wirklich  erschien  der  dsterreichische
  Major  Teimer  mit  zwanzig  Abgeordneten  bei
den  Vorposten.  Als  Wrede  ihnen  mit  aller  Beredsamkeit
  die  Fruchtlosigkeit  und  traurige  Wirkung  längeren
Widerstandes  vorgestellt,  und  jenem  einflußreichen  Häuptling
  der  Insurgenten  schriftlich  die  Versicherung  eines
angemessenen  Jahresgehaltes  von  Seite  Baierns  gegeben
hatte,  zeigten  sie  sich  geneigt,  das  Volk  zu  schleuniger
Unterwerfung  zu  bereden.  Um  die  in  Innsbruck  versammelten
  Stellvertreter  des  Volkes  zur  Wirksamkeit  in
diesem  Friedensgeschäfte  bewegen  und  benutzen  zu  können,
  wurde  ein  Waffenstillstand  von  30  Stunden  bewilliget.
  Die  Tiroler-Landesschutz-Oeputation  zu  Innsbruck,
  eurschlossen  zur  Herstellung  der  Ruhe,  fand  die
Frist  des  Waffenstillstandes  zu  kurz,  um  das  ganze  Land
auf  ihre  eigenen  Gesinnungen  zurückzuführen.  Sie  sandte