Metadata : Bismarck und das päpstliche Rom.

dern  nur  ein  einiges  Deutschland  mit  den  Erben  der  alten
deutschen  Kaiserkrone  an  der  Spitze  entspricht  den  wahren
Bedürfnissen  Deutschlands  und  der  Stellung,  die  Gott  ihm  in
der  Weltgeschichte  angewiesen  hat.“

Das  war  jedenfalls  deutlich.  Mehr  konnte  sich  an  Selbstverleugnung
  ein  Preuße  nicht  leisten.  Wie  für  die  ‚armen
Polen‘,  so  sollte  fortab  auch  für  das  geschlagene  Österreich
und  die  Apostolische  Majestät  an  der  Donau  gebetet  werden,
damit  das  verwünschte  Preußen-Brandenburg  mit  seiner  ketzerischen
  Dynastie  trotz  alledem  doch  noch  zu  Falle  käme!  Dabei
konnte  der  ‚katholische‘  Bischof  nicht  umhin,  Seine  Apostolische
Majestät  darauf  hinzuweisen,  wie  die  Offiziere  des  römischkirchlichen
  Österreich  es  so  sehr  an  Religiösität  und  elementarster
  Sittlichkeit  fehlen  ließen,  daß  dies  notwendig  auf  die
Mannschaft  zurückwirken  müsse,  wie  er  dies  bei  der  Mainzer
Garnison  nur  zu  deutlich  wahrgenommen  hatte.  Die  ‚‚katholischen‘‘
  Soldaten  in  der  preußischen  Armee  würden
mit  ungleich  größerer  Schonung  ihrer  religiösen  Bedürfnisse
und  Überzeugungen  behandelt,  als  in  der  österreichischen.
  Diese  kluge  Schonung  und  Achtung  des  Gewissens
habe  wesentlich  dazu  beigetragen,  daß  die  ‚katholischen‘
preußischen  Soldaten  selbst  für  eine  Sache,  die  sie  im  Innersten
verabscheuten,  überall  mit  großer  Tapferkeit  gekämpft  hätten.

Kam  dem  klugen  ‚katholischen‘  Bischofe  mit  dem  ‚‚unbesiegten
  Geiste‘‘  des  großen  Bonifatius,  während  er  diese
„Kritik‘‘  des  Heeres  des  ‚‚katholischen‘‘  Österreich  schrieb  (für
welche  Erdreistung  er  Seiner  Majestät  zu  Füßen  fallen  und  um
Verzeihung  bitten  wollte),  nicht  zu  Sinn,  daß,  wenn  solche
Irreligiosität  im  Heere  eingerissen  war,  es  doch  an  dem  ‚‚römischen
  System‘  liegen  müsse,  das  sich  im  habsburgischen  Österreich,
  zumal  wieder  unter  Kaiser  Franz  Joseph,  so  unbehindert
geltend  machen  konnte?  Auch  daß  jene  ‚„lumpigen  Italiener‘,
über  deren  ‚‚Irreligiosität‘‘  er  erst  recht  zu  klagen  hatte,  durchweg
  römisch-katholischer  Konfession  waren,  beirrte  ihn  nicht  —
das  alles  sollte  nur  der  ‚‚freche  jüdisch-freimaurerische,  von
Haß  gegen  das  Christentum  erfüllte  Liberalismus‘‘  verschuldet
haben,  wie  solchen  auch  das  ‚‚katholische‘‘  Österreich  großgezogen
  hätte.

Und  dieses  Österreich  sollte  der  Retter  Deutschlands
  werden!  Um  ihm  das  römische  Zepter  in  deutschen