Volltext : Bismarck und das päpstliche Rom.

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katholischer  Seite  daran  hänge.  Die  Abhängigkeit
  der  Orden  von  ausländischen  Oberen  könne  in  der  Tat  unter
Umständen  unbequem  sein.  Allein  die  Abhängigkeit  vieler  Reichsgenossen
  von  inländischen  Oberen  sei  noch  viel  beklagenswerter.
  Es  gebe  eine  Menge  von  Fraktionen  und  politischen
Richtungen,  die  er  gern  hingeben  würde,  um  dafür  einen  ausländischen
  Orden  einzutauschen.  Viele  Fraktionen  hätten  ausländische
  Obere  (Bismarck  spielte  dabei  offenbar  an  auf  das
Zentrum,  auf  die  Polen,  die  Welfen  und  die  Elsässer,  insbesondere
auch  auf  die  Sozialdemokratie,  insofern  sie  international  war)  und
bei  denen  das  System  des  unbedingten  Kadavergehorsams  und
des  Sacrificium  intellectus  viel  ausgebildeter  sei,  wie  bei  den
Klosterorden!

Man  erkennt  immer  wieder  nur  zu  deutlich,  wie  der  Unmut
über  die  ihm  im  Wege  stehenden  parlamentarischen  Fraktionen  für
den  Friedensschluß  mit  der  Kurie  ausschlaggebend  geworden  war.

Am  verblüffendsten  war,  daß  er  auf  die  Anzeigepflicht,  die
er  selbst  zum  Grund-  und  Eckstein  der  Verhandlung  mit  dem
römischen  Stuhle  gemacht  hatte,  so  gut  wie  keinen  Wert  mehr
legte.  Zur  Geltendmachung  der  staatlichen  Autorität  verspreche
  er  sich  von  ihr  so  gut  wie  nichts.  Wäre  er  lediglich  Mitglied
  des  Herrenhauses  und  nicht  mit  der  Regierung  solidarisch,
würde  er  lediglich  seiner  Privatmeinung  Ausdruck  geben,  würde
er  nach  der  ganzen  Anzeigepflicht  gar  nicht  fragen.

Zur  Wahrung  der  Hoheitsrechte  des  Staates  habe  man
vor  der  Maigesetzgebung  in  Anbetracht  der  glücklich  beseitigten
Paragraphen  der  preußischen  Verfassung  ungleich  weniger  Handhaben
  von  staatswegen  gehabt,  ohne  daß  dadurch  der  Würde
des  Staates  Abbruch  geschehen  wäre.

Kurz  —  ‚‚rebus  sic  stantibus‘‘  war  Bismarck  nun  einmal
entschlossen,  der  römischen  Kurie  gegenüber  auf  der  ganzen
Linie  fünf  gerade  sein  zu  lassen.  Unter  der  Einwirkung  seiner
Rede  nahm  das  Herrenhaus  nicht  nur  die  Regierungsvorlage  an,
sondern  auch  noch  die  beiden  weiter  gehenden  Anträge  von
Bischof  Kopp,  darunter  die  Zulassung  von  Ordensniederlassungen
für  die  Erziehung  weiblicher  Jugend.

Im  Abgeordnetenhause

Im  Abgeordnetenhause  hatız  die  Regierung  einen  schwierigeren
  Stand;  doch  war  auch  in  diesem,  da  das  Zentrum  und  die