thumbs : Leitfaden der vaterländischen Geschichte für Schule und Haus.

26.  Febr.
1871

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Auch  die  vom  General  von  Tresckow  belagerte  Festung
Belfort  war  dem  Fall  nahe,  als  durch  Verhandlungen  in
Versailles  ihre  Kapitulation  (am  16.  Februar)  herbeigeführt
wurde.  Hiermit  war  der  Krieg  überall  glorreich  für  die
deutschen  Waffen  beendigt.

Der  Friede  sollte  nicht  minder  glorreich  sein.  Vergeblich
hatte  Gambetta  versucht,  noch  einmal  den  Kriegseifer  in
Frankreich  anzufachen;  er  mußte  zurücktreten.  Die  franzößische
Nationalversammlung  aber,  welche  sich  in  Bordeaux  versammelte,
war  von  der  Notwendigkeit,  Frieden  zu  schließen,  durchdrungen
und  ernannte  Thiers  zum  einstweiligen  Leiter  der  Regierung
und  zum  Friedensunterhändler  in  Gemeinschaft  mit  J.  Favre.
Bei  den  Verhandlungen  bewährte  Graf  Bismarck  von  neuem
seine  große  diplomatische  Kunfst  und  Tatkraft.  Am  26.  Februar
kam  der  Friedenspräliminarvertrag  von  Versailles  zu
stande.  Die  Bestätigung  desselben  mußte  durch  die  Nationalversammlung
  in  Bordeaux  erfolgen;  deshalb  wurde  der  Waffenstillstand
  verlängert,  aber  mit  der  Veränderung,  daß  vom
1.  März  ab  deutsche  Truppen  auch  einen  Teil  von  Paris
besetzen  sollten.  Am  1.  März  Vormittags  hielt  der  deutsche
Kaiser  zu  Longchamps  an  den  Toren  von  Paris  eine  Heerschau
ab,  worauf  der  Einmarsch  von  30000  Mann  vom  6.  und  11.
preußischen  und  vom  2.  bayrischen  Korps  in  Paris  erfolgte.
Inzwischen  war  am  1.  März  bereits  der  Friedensvertrag
in  Bordeaux  bestätigt  worden,  am  2.  März  vollzog  ihn  der
deutsche  Kaiser  und  die  deutschen  Truppen  verließen  demzufolge
  am  2.  wieder  die  Hauptstadt.

Die  Friedensbedingungen  waren  folgende:  Frankreich
verzichtet  zu  Gunsten  Deutschlands  auf  Elsaß  (außer
Belfort)  und  Deutsch-Lothringen  (mit  Metz).  Frankreich
  zahlt  (in  bestimmten  Fristen)  5  Milliarden
(fünftausend  Millionen)  Francs.  Die  Räumung  des
französischen  Gebiets  seitens  der  deutschen  Truppen  erfolgt
nach  Maßgabe  der  Zahlung  der  Kontribution,  nach  der
Zahlung  von  2  Milliarden  bleibt  nur  die  Champagne  und
Französisch-Lothringen  und  zwar  von  höchstens  50000  Mann
besetzt.