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Satz, den einer der groͤßten kursaͤchsischen Rechtsgelehrten und
Publicisten in oͤffentlichen Schriften zu Leipzig behauptete,
und als allgemein anerkannten Satz hingab, daß alle Jurisdiktion,
die der Kurfürst von Sachsen in diesen Stiftslanden
erercire, gar nicht Hoheitsrecht des Kurfürsten, sondern einzig
nur ein Recht des vom Domkapitel postulirten Administrators
sey. *)
Warum soll's nicht erlaubt seyn, alte und neue Ideen
zu scheiden? die alte gediegene Wahrheit von feinen Legirungen
des neueren, konvenienzoolleren Staatsrechts völlig zu
scheiden? Haben denn je die Kurfbrsten von Sachsen, bis
lang erst nach dem westphälischen Frieden hin, den Einwohnern
dieser stiftischen Lande das Appelliren an die Reichsgerichte
gewehrt? Haben sich nicht ehedem die Kurfürsten selbst
feierlich darauf bezogen, ob irgend ein Beispiel sich finden
werde, daß man Appellationen an das kaiserliche und Reichs-Kammergericht
verboten habe?") Ward denn nicht chedem
*) Fatemur utique (sagt Carpzov dissert. bist. polit. juridicis
P. 62). Episcopatus illos esse in territorio Sereniss. Electoris
Saxoniac, at non sunt de territorio, sed exemti et feudalitati
Caesaris addicti . .. unde et ab Imperatoria Majestate in
feudum recoguoscuntur, quae exemtio facit, ut non amplius in
territorio Electoris esse censcantur . . nec duidquam commune
babeant cum Electoratu et provinciis Saxonicis. Et
duainvis Elector Sax. eos administret ac ibidem jurisdictionem
exerccat, attamen id ipsum non Electoris sed Episcopi nomine
fücit, quem in Episcopatu et Capitulo repraesentat. Privilegium
autem Saxonicum de non appellando concessum est
... . non Episcopis sed Electoribus et Ducibus Saxoniae.
**) S. Resolution Kurf. J. Georgs I. vom 19. April
1613 ap. Carpzov I. c. p. 63, wo folgende Worte ercerpirt sind:
„viel weniger ein einig Erempel werden anziehen können,
„daß Seine kurfürstliche Gnaden als Postulatus (des B.
„Merseburg) die appellationes ad Cameram verboten.