Friedrich August I. 385
den genannt — muß hier auch in Erwähnung kommen.
Das vom Grafen von Wackerbart zum Behuf einer Ritteracademie
erbaute Palais wurde für 200,000 Thaler von
dem Könige gekauft und mit dem Cadettenhause vereinigt.
Die Unterstützung, welche er hierbei von Seiten der Stände
haben sollte, blieb aus, wie denn überhaupt diese
mit ihrer kalten berechnenden Prosa sehr oft unbehaglich
in die glänzenden Träume seines heißen Gehirns hineingriffen.
Wie freigebig er sich auch den Künftlern erwies, die
seinem verwöhnten plastischen Sinne durch erfinderische Neuheit
eine Spannung zu geben verstanden, oder ihm seine
Maitressen in üppigen, durch ideale Reize verlockenden Stellungen
darzustellen wußten, so that er für Wissenschaft
und Gelehrsamkeit wiederum weniger, aufser wenn sie dazu
dienten, ihm unmittelbar zu schmeicheln, oder ihn zu verherrlichen.
Am meisten haben ihm die öffentlichen Kunstsammlungen
zu danken, die er durch allerhand kostspielige
Einkäufe mit Seltenheiten und Prachtstücken dergestalt
überhäufte, daß Dresden in dieser Hinsicht einen Vorzug
vor allen, selbst den großten Städten Deutschlands behauptet.
Man denke nur an das enorm reiche grüne Gewolbe,
die Rüstkammer, die Bildergallerse 2c. Freilich bewog
ihn seine Eitelkeit, auch diesen Sammlungen immer
sich selbst und seine persdnliche Erscheinung in allerlei Abwechselungen
aufzudrängen. Besonders ist die Rästkammer
angefüllt mit seinen eignen Armaturen, Festgeprängen, Masken
u. s. w.
Zwar wurden bei diesen Einkäufen ungeheure Summen
an das Ausland vergeudet, doch brachten seine Baue, seine
Feste und Garderoben auch stinen Unterthanen theils Genuß,
theils Verdienst und Lohn, zumal August's Pracht
auch noch viele reiche Fremde in das Land zog, und so aus
diesem Grunde mochte ihm sein Land manchen Aufwand
bereitwilliger vergeben, indem dadurch allerdings das Geld
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