10
Aus der Besprechung zu Vortrag 7:
Frage 1: Was ist zu tun, um gegen die sittlichen Verfehlungen in
der Frauenwelt Besserung eintreten zu lassen?
Antwort des Vorsitzenden:
Diese Frage ist keine Kriegsfrage, bei ihr handelt es sich auch mehr um
die Männerwelt als um die Frauenwelt.
Frage 2: Wie ist es möglich, daß trotz der strengen Brief= und
Depeschenzensur die Spione den feindlichen Ländern ihre Nachrichten zugehen
lassen können?
Antwort des Vorsitzenden:
Das ist ein großer Schaden für uns. Die Schwatzbasen, namentlich die
männlichen, die möchten den Mund halten! Bitte ermahnen Sie zur Vorsicht
und zur Schweigsamkeit! Der Schaden kann unabsehbar sein, der
entsteht durch Schwatzhaftigkeit und Albernheit.
Die Vortragende:
Es wird mir hier mitgeteilt, daß es Verwunderung hervorgerufen
hat, daß unter den arbeitenden Frauen die Hilfsschwestern nicht
besonders aufgeführt wurden. Das ist unterblieben, um Sie nicht mit
Aufzählungen zu ermüden. Mir scheint, die große Arbeit der Vollschwestern
wie der Hilfsschwestern ist so offenkundig, daß sie nicht besonders erwähnt
zu werden brauchten.
Ferner ist angeregt worden, einmal darauf hinzuweisen, daß die
Mädchen in großer Gefahr durch die Rüpelei der männlichen Jugend
ständen. Das ist ganz klar; denn die jungen Männer entbehren der väterlichen
Prügel und der Püffe der älteren Arbeitsgenossen, wenn sie ein zu
erhebliches Interesse für ein Mädchen bekunden. Aber mein Vortrag war nicht
dazu bestimmt, an männlichen Fehlern Kritik zu üben. Daß die arbeitende
Frau in Gefahren kommt, ist selbstverständlich, daß Gefahren ihr oft
auch von männlicher Seite drohen, wissen wir alle.