Metadaten : Feldzüge der Bayern 1643, 1644 und 1645

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am  Rhein  wegen  feiner  Verbindung  mit  Heffen  und  feiner
Lage  an  der  Mündung  des  Maind.  Die  Stärfe  der  Stadt
beftand  mehr  in  der  Zahl  ihrer  Einwohner,  ald  in  der  Eitabelle,
  deren  Befeftigungswerfe  fehr  vernadjläjfigt  waren.
Der  Ehurfürft,  fih  Ddafelbft  nidt  in  Ctiherheit  glaubend,
hatte  fih  nad  ©ermersheim  zurücdgezogen,  und  das  Dom:
capttel  führte  während  feiner  Abwefenheit  die  Regierung.
Türenne  marfhirte  ohne  Bagage  Tag  und  Nadt,  um  der
Unterftüßung  zuvorzufommen,  iweldye  die  Bayern  nad  Mainz,
wo  fi  nur  einige  vom  Domcapitel  unterhaltene  Soldaten
befanden,  hätten  werfen  fünnen.  Als  er  fih  der  Etadt  nd
herte,  erfuhr  er,  daß  fih  auf  der  andern  Eelte  des  Rheine
1000  bayerifhe  Dragoner  unter  dem  Obriften  Wolff  befänden,
iwelhe  Hahrzeuge  verlangten,  um  in  die  Stadt  zu  rüden.
Türenne  drohte,  die  Stadt  von  allen  Eeiten  anzugreifen,
wenn  man  den  bayeriihen  Truppen  nidıt  fofort  beföhle,  fid
zurüdzugiehen.  Das  Domcapitel  gehorhte  auf  der  Stelle,
ließ  die  Bayern  zurüdgehen  und  fchidte  eine  Deputation  ind
Lager,  um  zu  capituliren.  Iürenne  madıte  fofort  dem  ‘Prinzen
  Conde  Meldung,  welcher  mit  einer  Esforte  von  400  Pferden
  von  PBhilippsburg  aufbrah,  nah  1%  Tagen  vor  Mainz
anfam  und  die  Bapitulation  unterzeihnete.  Das  Domcapitel
verpflichtete  fi)  noch  überdieß,  Die  Befagung,  welde  es  in
Bingen  hielt,  herauszuziehen  und  dafür  franzgöfifhe  Truppen
aufzunehmen.  Gonde  ließ  eine  Befagung  von  400  Mann
in  Mainz  mit  Allem,  was  nöthig  war,  um  bie  alten  Zeftungswerfe
  auszubeffern,  oder  neue  zu  erbauen.  Da  er  fih  vor
Ende  ded  Feldzugd  der  ganzen  Pfalz  vieffeitd  des  Rheins
bemädtigen  wollte,  fo  detadirte  er  den  Oenerallieutenant
Aumont,  um  Landau  mit  1200  Mann  zu  Fuß  und  1500  Pferden
  einzufchließen.

Diefe  in  einer  Ebene  gelegene  Stadt  war  damald  nur
dur  eine  mit  Thürmen  und  KHalbmonden  verfehene  Mauer,
einen  guten  Graben  und  einen  bevedten  Weg  befeftig.  Sie
wurde  von  400  Mann  lothringifher  Truppen  vertheidigt.
Während  Aumont  fein  Lager  bezog  und  bie  Arbeiten  vor