Metadata : Kriegs-Verordnungen für den Bezirk des IV. Armeekorps. 1915. (1)

8  1.  Inkrafttreten.

Die  Anordnungen  dieser  Bekanntmachung  treten  mit  der  Verkündung  am  28.  September  1915  in  Kraft.

Durch  das  Inkrafttreten  dieser  Bekanntmachung  werden  die  Bestimmungen  der  Bekanntmachungen  W.  J.  1./6.  15.
KRA.“),  betr.  Bestandserhebung  unversponnener  Schafwollen,  W.  I.  621/7.  15.  KRA.““),  betr.  Bestandserhebung  von  Bastfaserrohstoffen
  usw.  und  W.  II.  384/7.  KRA.“),  betr.  Bestandserhebung  für  Baumwolle  und  Baumwollerzeugnisse,  insoweit  aufgehoben,
  als  sie  die  regelmäßig  wiederkehrenden  Bestandserhebungen  betreffen.

§  2.  Meldepflicht.

Die  von  dieser  Bekanntmachung  betroffenen  Personen  usw.  (meldepflichtigen  Personen)  unterliegen  hinsichtlich  der  von
dieser  Bekanntmachung  betroffenen  Gegenstände  (meldepflichtige  Gegenstände)  einer  monatlichen  Meldepflicht.

§  3.  Meldepflichtige  Gegenstände.
Meldepflichtig  sind  sämtliche  unverarbeitete  und  in  Verarbeitung  befindliche  Vorräte  der  nachstehenden  näher  bezeichneten.

tierischen  und  pflanzlichen  Spinnstoffe  und  alle  aus  diesen  tierischen  und  pflanzlichen  Spinnstoffen  hergestellten  Webgarne,
Wirkgarne  und  Strickgarne,  und  zwar  in  der  in  den  amtlichen  Meldescheinen  vorgesehenen  Einteilung:

!  Meldeschein  1  -  1.  A)  Unversponnene  Schafwollen.  (Ungewaschene  Wollen,  gewaschene,
karbonisierte  gefärbte  Wollen,  Kammzug,  Kämmlinge,  Wollabgänge  mit  Ausnahme
von  Kunstwollen).

B)  Webgarne,  Trikotgarne,  Wirkgarne  und  Strickgarne  aus  Wolle  und  Wollabgängen.
mit  und  ohne  Beimischung  anderer  tierischer  oder  pflanzlicher  Spinnstoffe,  einfachoder
  gezwirnt.

!  Meldeschein  2  D  2.  A)  Rohbaumwolle  und  Baumwollabfälle.  (Linters  und  Kunstbaumwolle

«  ausgeschlossen.)  Wegen  der  Meldepflicht  von  Baumwoll-Lumpen  und  neuen
baumwollenen  Stoffabfällen  wird  auf  die  Bekanntmachung  Nr.  W.  II.  285  /5.  15.
KRAAJ),  betr.  Bestandserhebung  und  Beschlagnahme  für  alte  Baumwoll-Lumpen
und  neue  baumwollene  Stoffabfälle  verwiesen.

"B)  Webgarne,  Trikotgarne,  Wirkgarne,  Strickgarne  ganz  oder  vorwiegend  aus  Baumwolle,
  einfach  oder  gezwirnt.

1  Meldeschein  3  1  3.  A)  Bastfaserrohstoffe,  im  Stroh  (ungeröstet  und  geröstet),  geknickt,  geschwungen,

gebrochen,  gehechelt  und  als  Werg  oder  spinnfähiger  Abfall.

B)  Webgarne  und  Zwirne,  ganz  oder  teilweise  aus  Bastfasern  hergestellt.

4.  A)  Rohe  unversponnene  Bouretteseide  (Seidenabfälle).

Meldeschein  4  "B)  Rohe  Bourette-Webgarne.

Meldepflichtig  sind  nicht  nur  die  frei  erworbenen,  sondern  auch  die  von  der  Kriegs-Rohstoff-Abteilung  des  Königlichen

Kriegsministeriums  zugewiesenen  Bestände.

Vorräte,  die  durch  Verfügung  der  Militärbehörden  bereits  beschlagnahmt  worden  sind,  unterliegen  ebenfalls  der
Meldepflicht.  In  diesem  Falle  ist  im  Meldeschein  zu  vermerken,  daß  und  durch  welche  Stelle  eine  Beschlagnahme  erfolgt  ist.
Eine  Meldepflicht  besteht  nur,  wenn  die  Gesamtvorräte  einer  meldepflichtigen  Person  mindestens  betragen  bei
1.  Wolle  (auf  gewaschenes  Gewicht  berechnet)  oder  Garnen  vorwiegend  aus  Wolle  100  kg.

2.  Baumwolle  oder  Garne,  vorwiegend  aus  Baumwolle,  300  kg.
3.  Bastfasern,  a)  100  kg  ausgearbeitete  Rohstoffe  oder  Garne  oder
b)  500  kg  Faserstroh.
4.  Bouretteseide  (Seidenabfällen)  oder  Bourette-Webgarnen  25  kg.
Soweit  Gewicht  noch  nicht  festzustellen,  ist  Schätzung  zulässig.  Im  Meldeschein  ist  dann  anzugeben.,  daß  es  sich  um

Schätzung  handelt.  #

In  Verarbeitung  befindliche  Garne  sind  nicht  zu  melden.  Ferner  sind  nicht  meldepflichtig  Nähgarne,  Nähzwirne,

Maschinenzwirne,  Stick=  und  Häkelgarne.

Wolle  auf  dem  Fell  und  ungeschnittenes  Bastfaserstroh  auf  dem  Felde  ist  nicht  zu  melden.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

*.)  Siehe  oben  Nr.  31.  )  Siehe  oben  Nr.  644.)  Siehe  oben  Nr.  63.  1)  Siehe  oben  Nr.  49.