34 I. Stand der Schulkinderspeisungen.
Erweiterung nach verschiedenen Richtungen erfahren. Namentlich erforderte
die Frage nach der Feststellung der Bedürftigkeit und nach den
Ursachen mangelnder häuslicher Speisung besondere Rubriken. Im
nachstehenden sind die einzelnen Punkte des Fragebogens, betreffend
den derzeitigen Stand einer öffentlichen oder privaten Schulkinderspeisung
wiedergegeben. Nach der Angabe der Stadt, bezw. der Gemeinde
und der Einwohnerzahl wird Auskunft gewünscht über:
I. Zahl der die Volksschulen besuchenden Kinder (Knaben und Mädchen)?
II. Zahl der Kinder, für die beschafft wird a) Frühstück zu Beginn des
Unterrichts (Knaben und Mädchen)? b) Frühstück in der Pause (10 Uhr)
(Knaben und Mädchen)? c) Mittagessen (Knaben und Mädchen)?
III. Organisation und Art der einzelnen Speisungen: a) Die einzelnen
Speisungen bestehen aus Milchfrühstück u. ä. für II und b2 Suppe, Fleisch,
Gemuse u. ä. für ILe? b) Ort der Speisungen (innerhalb oder außerhalb der Schule
und wo)? c) Wer beausfsichtigt die Speisungen? d) Dauer der einzelnen
Speisungen im Schuljahre?
IV. Wer sind die Träger der Veranstaltungen? a) Gemeinde 2 b) Privatvereine
(Kinder-Volksküchenvereine, besondere Speisevereine, allgemeine Wohltätigkeitsvereine
usw.)? c) Eine Verbindung von Gemeinde= und privater Fürsorge?
V. Kosten der Speisungen: a) Gesamtkosten bei II und IV a, b und c2
b) Kosten der Einzelportion bei II und IVa, b und e? c) Werden die Eltern
zu Beiträgen für Speisungen nach II a, b und c herangezogen und in welcher
Höhe? d) Zahl der entgeltlich und unentgeltlich verabreichten Portionen?
VI. Wie erfolgt die Feststellung der Bedürftigkeit für LIIa, b und e? a) Durch
die Schul= oder Armenverwaltung (Lehrer, Schulärzte, Geistliche, Armenpfleger)2
b) Durch Privatpersonen (mit Hilfe der Schul= oder Armenverwaltung)?
VII. Ursachen der mangelnden häuslichen Speisung für II a, b und c2
Zahl der Fälle, in denen vorliegt: a) dauernde Armut mit Armenunterstützung?
b) Tod des Vaters oder der Mutter? c) Krankheit des Vaters oder der Mutter ?2
d) Arbeitslosigkeit des Vaters oder der Mutter? e) Außerhäusliche Erwerbsarbeit
der Mutter (früher Arbeitsbeginn und Nichtkochen mittags)? f) Faulheit,
Trunksucht des Vaters oder der Mutter? g) für II a Eile und Appetitlosigkeit
der Kinder? b) für II c zu große Entfernung der Schule vom Elternhaus?
i) sonstige Gründe? #
VIII. Allgemeine Bemerkungen: 1. Über Beginn, Wachstum und Erfolg
der Speisungen. 2. Über zweckmäßige Abänderungen und Verbesserungen.
Die Annahme, daß bei dem Interesse der Gemeinden für alle Jugendfürsorgebestrebungen
eine Auskunftserteilung bereitwilligst erfolgen werde,
wurde glänzend bestätigt. Von den an 525 Städte und Gemeinden mit mehr
als 10 000 Einwohnern gesandten Fragebogen wurden 487, das sind rund
93 , beantwortet. Welche Städte Schülerspeisungseinrichtungen besitzen
und welcher Art die Organisation in diesen ist, kann aus den vorstehenden
tabellarischen Zusammenstellungen (S. 10—33), in denen für Preußen und
die anderen Bundesstaaten getrennt nach den Größenklassen der Städte,
alle wesentlichen Ergebnisse zusammengestellt sind, entnommen werden.
Diese Detailtabellen, die für jede einzelne Stadt die Art ihrer Schülerspeisungseinrichtung
möglichst vollständig zum Ausdrucke bringen, erübrigen
eine ausführliche Schilderung der einzelnen Städteeinrichtungen. Es
sind ja in den letzten zwei Jahren über die deutschen Speisungseinrichtungen
mehrere Veröffentlichungen erschienen. Helene Simon
hat in den beiden Auflagen ihrer Schrift „Schule und Brot“ für
viele Einrichtungen Angaben gebracht; der Verfasser dieses Berichtes