Full text : Illustrierte Geschichte der Sächsischen Lande und ihrer Herrscher. II. Band, 1. Abteilung. Das Albertinische Sachsen von 1500 bis 1815. (3)

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erhielt  August  als  nächster  Verwandter  des  Dänenkönigs  von
diesem  den  leeren  Titel  eines  Erben  der  Kronen  von  Schweden
und  Norwegen.  Diese  Verbindung  mit  Dänemark  bewies  Augusts
Absicht,  die  polnischen  Pläne  wieder  aufzunehmen.  Auch  hatte
er  das  Heer  wieder  auf  15000  Mann  gebracht.  Ein  Besuch  mit
Friedrich  IV.  bei  König  Friedrich  I.  in  Berlin  sollte  auch  diesen
für  die  polnischen  Pläne  gewinnen,  führte  aber  nur  zu  einem
nichtssagenden  Schutzbündnis.  Da  kam  die  Kunde  von  der  Niederlage
  Karls  XII.  vor  der  Hauptstadt  der  Ukraine,  vor  Pultäwa,
gegen  Peter  von  Rußland  am  27.  Juni  1709.

Am  8.  Aug.  1709  gab  August  unter  den  damals  üblichen
Gründen  bekannt,  daß  er  den  Altranstädter  Frieden  nicht  länger
anzuerkennen  vermöge.  Auch  entband  Papst  Clemens  XI.  den
König  von  allen  dem  Ketzer  geschworenen  Eiden  und  ebenso  die
Polen  von  den  ihrigen.  Gegenüber  der  Gefahr,  die  von  dem  in
Polen  von  Karl  zurückgelassenen  General  Crassau  mit  seinen
9000  Mann  drohte,  berief  der  wieder  als  Statthalter  eingesetzte
Fürst  Fürstenberg  alle  junge  Mannschaft  vom  20.—40.  Jahre
durch  Dekret  vom  21.  Sept.  1709  ein  in  der  von  ihm  angegebenen
märchenhaften  Höhe  von  84  100  Mann,  der  dann  sogar  noch  ein
zweites  und  drittes  Aufgebot  mit  Sensen  und  Heugabeln  folgen
sollte.  Die  Gefahr  kam  aber  nicht.  General  Crassau  ging  mit
seinem  Heere  und  dem  König  Stanislaus,  der  gern  abgedaukt
hätte,  nach  Pommern.  König  August  aber  erneute  am  5.  Ok..,
nachdem  er  den  Polen  zum  Abfall  von  Stanislaus  drei  Monale
Zeit  gegeben,  in  persönlicher  Zusammenkunft  mit  dem  Zaren  das
alte  Bündnis.  Beide  Herrscher  kamen  im  Oktober  1709  mit  Friedrich
  I.  von  Preußen  zu  Marienwerder  zusammen,  wo  Friedrich
den  wahrscheinlich  von  dem  Minister  von  Illgen  stammenden  Plan
einer  Aufteilung  Polens  unter  die  drei  Herrscher  zum  Vorschlag
brachte.  Doch  erklärte  der  Zar  den  Plan  kurzweg  für  „nicht
praktikabel“.

Die  polnische  Republik  erkannte  August  auf  einem  Reichstage
zu  Warschau  wieder  als  König  an.  Doch  auch  Verschwörungen
bildeten  sich  gegen  Augusts  Leben,  von  denen  die  des  Starosten
Jablonowski  vom  Jahre  1713  beinahe  ihr  Ziel  erreicht  hätte,