Elsaß-l.othringen. 285
die an der Schule wirkenden Elementarlehrer 1700 bis 3400 M. Im
Jahre 1902,03 besuchten im ganzen 108 Schüler die Anstalt, darunter
65 Schüler die 3 Klassen mit landwirtschaftlichem Unterricht, und
hiervon waren 11 Abiturienten. Das Schulgeld beträgt 20 M. für
das Sommer-, 24 M. für das Winterhalbjahr; die Pensionskosten im
‚Internat belaufen sich auf ca. 400 M. jährlich für jeden Schüler. Von
den Gesamtausgaben der Schule, welche auf 61 600 M. pro Etatsjahr
1903/04 veranschlagt sind, werden 23300 M. durch eigene Einnahmen
gedeckt, das übrige, also ca. 38000 M. schießt der Staat zu.
Die mit der Landwirtschaftsschule verbundene Ackerbauschule
befindet sich auf dem bereits erwähnten zugehörigen Gutsbetriebe
»Judenmatts; sie ist ebenfalls staatliches Unternehmen und
unter derselben Direktion wie die l.andwirtschaftsschule. Sie dient
hauptsächlich der praktischen Ausbildung junger Landwirtssöhne, die
alle vorkommenden Arbeiten des Gutsbetriebes mitzumachen haben;
der theoretische Unterricht umfaßt 18 Stunden wöchentlich. Die
Rufacher Ackerbauschule unterscheidet sich von anderen Ackerbauschulen
namentlich durch ihren nur einjährigen Lehrgang. Die
zöglinge haben für Unterweisung, Wohnung und Kost, welche sie im
Internat der Anstalt erhalten, jährlich 100 M. zu zahlen; ihre Zahl
betrug 1902;03 11. Die Schule erfordert bei 16000 M. Ausgaben,
denen ca. I0 000 M. eigene Einnahmen gegenüberstehen, ca. 6000 M.
jährlichen Staatszuschuß.
Die 11 landwirtschaftlichen Winterschulen sind gleichfalls
Staatsanstalten; sie sind teils einklassig (5), teils zweiklassig (6). Aber
auch an den zweiklassigen Schulen wird ein Teil der Unterrichtsstunden
für beide Klassen zusammengehalten. Die Zahl der Unterrichtsstunden
beträgt wöchentlich zwischen 30 und 37; an manchen
Schulen fällt der Unterricht regelmäßig an einem Tage der
Woche aus. Der Lehrplan ist im allgemeinen demjenigen anderer
Winterschulen entsprechend, jedoch ist das Unterrichtsgebiet namentlich
bei den einklassigen Schulen naturgemäß ein beschränkteres,
aber auch teilweise bei den zweiklassigen gegenüber den zweiklassigen
Schulen anderer Staaten, die vollständig getrennten Unterricht
haben. Dabei wird darauf gehalten, daß der Unterrichtsstoff bei
den zweiklassigen so verteilt wird, daß auch die Schüler, welche nur
die Unterklasse besuchen, ein tunlichst abgeschlossenes Wissen erhalten.
An einigen Schulen, die sich im französischen Sprachgebiet befinden,
wird neben Unterricht der deutschen Sprache auch französische