v. Eggeling sagt in seinem diesbezuͤglichen Bericht, er
muͤsse diese Erklaͤrung „als einen Versuch betrachten,
uns uͤber die bisherigen Maßnahmen irrezufähren“,
und General Janukschewitsch hat in dem Suchomlinow=Prozeß
ausgesagt, er habe sich für berecheigt gehalten,
diese Erklärung abzugeben, weil er den Mobilmachungsukas
noch in der Tasche gehabt hätte (1).
Am 30. schildert ein Bericht des belgischen Geschaͤftsträgers
die Lage in Petersburg, wie folgt:
„Oer gestrige und vorgestrige Tag vergingen in der
Erwartung von Ereignissen, die der Kriegserklärung
OÖsterreich-Ungarns an Serbien folgen mußren. Oie
widersprechendsten Nachrichten wurden verbreitet, ohne
daß es möglich gewesen wäre, bezüglich der Absichten
der Kaiserlichen (russischen) Regierung Wahres vom
Falschen genau zu unterscheiden. Unbestreiebar bleibt
nur, daß Deutschland sich hier ebensosehr wie in Wien
bemüht hat, irgendein Mittel zu finden, um einen allgemeinen
Konflikt zu vermeiden, daß es dabei aber
einerseits auf die feste Entschlossenheit des Wiener
Kabinetts gestoßen ist, keinen Schrict zurückzuweichen,
und anderseits auf das Mißtrauen des Petersburger
Kabinetts gegenüber den Versicherungen Österreich=Ungarns,
daß es nur an eine Bestrafung, nicht an
eine Besitzergreifung Serbiens denke.
Herr Sasonow hat erklärt, daß es für Rußland unmoͤglich
sei, sich nicht bereitzuhalten und nicht zu mo-136