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wesentlicher Regierungsrechte, insbesondere des Rechtes der freien Zu—
stimmung zu Gesetzen; denn der Großherzog sollte nur ein suspensives
Veto haben, also unter besonderen, allerdings schwer zu erfüllenden
Voraussetzungen einem Gesetzesvorschlag der Kammer die Bestätigung
nicht versagen dürfen. Der Großherzog von Mecklenburg-Strelitz protestierte
auf Grund des Unionsverhältnisses, der König von Preußen auf Grund
der Sukzessionsansprüche seines Hauses. Für die Seestädte protestierte
deren Rat gegen den Willen der Bürgervertretungen wegen Beeinträchtigung
ihrer Privilegien. Vornehmlich protestierte die Ritterschaft.
Ein ritterschaftlicher Konvent in Rostock bevollmächtigte drei
Deputierte, die vergeblich eine Audienz beim Großherzog nachsuchten,
dann sich an die Herrscher von Ostreich und Preußen mit der Erklärung
wandten, daß sie namens der Ritterschaft Gewährung der vom deutschen
Bund garantierten Kompromißinstanz begehrten zur Entscheidung über
Gültigkeit des Staatsgrundgesetzes, dessen Rechtsbestand die Ritterschaft
bestreite wegen Mangels der Bedingungen, an welche die Stände den
Verzicht auf ihre Landstandschaft geknüpft.
So hat auch ein Teil des Engeren Ausschusses sich seiner
Auflösung durch den landesherrlichen Kommissarius widersetzt. Ein
ritterschaftlicher Deputierter setzte sich auf den alten Landkasten und
erklärte, nur der Gewalt zu weichen. Erst als militärische Hülfe requiriert
und die bewaffnete Macht in Stärke eines Musketiers namens Schlie
anmarschiert war, verließen sie das damalige Sitzungszimmer hier im
Rathaus, um in Neubrandenburg weiter zu tagen.
Ostreich und Preußen hatten damals in Frankfurt eine provisorische
Bundeszentralkommission eingesetzt; diese empfing ein Promemoria der
ritterschaftlichen Deputierten, erforderte Gegenerklärung aus Schwerin und
erließ unterm 28. März 1850 an den Großherzog die Aufforderung zur
Gewährung der Kompromißinstanz.
Der Großherzog beschloß, Folge zu geben; die bisherigen Minister
erbaten ihre Entlassung; die zum ersten ordentlichen Landtag versammelte
Abgeordnetenkammer wurde vertagt. Nach vollzogenem Ministerwechsel
erklärte der Großherzog durch Proklamation vom 15. April 1850 dem
Lande, daß er jener Aufforderung nicht länger Widerstand entgegensetzen
wolle, durch Gewährung der Kompromißinstanz dem in Mecklenburg stets
heilig gehaltenen Rechte seinen Lauf lasse, doch an dem durch die
Proklamation vom 23. März 1848 betretenen Wege festhalte.
Die Bestellung des Schiedsgerichts geschah im Einverständnis mit
den ritterschaftlichen Vertretern; diese wählten den König von Preußen,