Möglichkeit einer Heizung; dafür war aber das oben befindliche
Wellblechdach mit einem großen offenen Luftschacht
versehen, durch den der eisige Wind auch bei geschlossener
Tür empfindlich hereinfuhr. Ein Versuch von uns, das
Ventil mit Papier zu verstopfen, wurde von seiten des englischen
Arztes als „ungesund“ verboten. Einen Tisch oder
einen Stuhl gab es nicht; weder zum Schreiben noch zum
Essen war eine andere Möoglichkeit zu sitzen als auf den
Koffern, die uns am dritten Tage in die Box hineinzunehmen
bewilligt wurde.
Das in absolut unzureichender Menge vorhandene Preßstroh
war nach wenigen Tagen in so kleine Stücke zerbrochen,
daß es weder als einigermaßen weiche Unterlage angesprochen
werden konnte, noch gegen die vom Zementboden aufsteigende
Kälte und Feuchtigkeit isolierte. In den ganzen acht Wochen,
die ich dort gewesen bin, ist uns nicht ein einziges Mal das
Stroh erneuert worden!
Anfangs hatten wir noch Mut, deutsche Lieder zu singen.
Die patriotischen Lieder sind verboren worden! Dann wurde
im gemeinschaftlichen Chor gesungen: „Teure Heimat, sei
gegrüßt, in der Ferne, sei gegrußt!“ Der Gesang am verlöschenden
Feuer der Kochstellen ist abends jetzt lange verstummt.
Es wird kein Lied mehr laut. Einer zieht sich vor
dem andern mehr und mehr zurück; die Stimmung wird
gereizt, jeder möchte den andern von sich ablösen — einmal
nur eine Minute sich allein besinnen, nicht im Haufen mit
seinen Sorgen sein! Der Gruß wird täglich kürzer, der
Kopf sinkt täglich tiefer, und abweisend sucht jeder eine
Ecke, in der er allein seinen großen Zorn und den galligen
Haß in sich hineinwürgen kann. Man kämpft mit jeder
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