Full text : Bei den Fahnen des III. Armeekorps von Metz bis le Mans.

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über  mir  platzte,  deren  Sprengstücke  in  den  jenseitigen  Grabenrand
  schlugen  und  mich  von  oben  bis  unten  mit  Eis  und
Schmutz  bewarfen.  Es  verursachte  dies  besonders  auf  meinen
langen  Stiefeln  ein  solches  Geprassel,  daß  mein  Leutnant  G.
mit  dem  Ausrufe:  „Um  Gotteswillen,  haben  Sie's  weg?“  herbeisprang
  und  mich  umfaßte.  Als  ich  ihm  lachend  erwiderte
„bis  jetzt  noch  nicht“,  glaubte  er  seinen  Augen  nicht  trauen
zu  dürfen  und  versicherte,  er  hätte  deutlich  zu  sehen  geglaubt,
wie  die  Sprengstücke  in  mir  einschlügen.  „Na,  sagte  ich,  jedenfalls
  ist  es  besser  so,  sie  war  recht  gut  gemeint,  und  wir  wollen
uns  ein  Stückchen  zum  Andenken  mitnehmen.“  Es  gelang  mir
auch,  aus  dem  Grabenbord  ein  Stück  herauszugraben,  das
gegenwärtig  auf  meinem  Schreibtische  zu  der  Liebesgabe  von
Plappeville,  die  ich  wohl  früher  erwähnt  habe,  das  Pendant
bildet.

Wir  gingen  einige  hundert  Schritt  zurück  und  lagerten
uns  im  Gebüsch,  es  unserer  Artillerie  überlassend,  die  vorlaute
Batterie  zum  Schweigen  zu  bringen.  Es  danerte  das  ziemlich
lange,  und  die  Granaten  schlugen  nach  wie  vor  in  die  Waldblöße
  ein,  deren  Verlassensein  der  Feind  wohl  nicht  berechnete.
Wir  hatten  die  Gewehre  zusammengesetzt  und  uns  daneben
niedergelegt.  Die  Zeit  wurde  uns  lang,  und  bald  sah  ich  verschiedene
  Grenadiere  im  Kanonendonner  süß  entschlafen,  mir
selbst  ging's  nicht  besser,  ich  ertappte  mich  gleichfalls  beim  Einnicken.
  Ein  Wunder  war  es  freilich  nicht,  wenn  die  Kräfte
allmählich  versagten  bei  den  Strapazen  der  letzten  Tage  und
der  unzureichenden  Ernährung,  auch  heute  früh  waren  wir
natürlich  wieder  mit  nüchternem  Magen  ins  Feld  gezogen.

Endlich  verstummte  das  Geschützfeuer,  es  hieß  „an  die
Gewehre“,  und  wir  schickten  uns  an,  durch  den  Wald  weiter
vorzurücken.  Die  große  Straße  war  der  öten  Division  angewiesen,
  wir,  die  5te,  traten  unsern  Marsch  auf  einer  in  gerader
  Richtung  nach  Süden  führenden  Nebenchaussee  an  und
rückten  nicht  in  Angriffsformation  vor,  sondern  kompanieweise
in  Sektionen  abgebrochen,  rechts  und  links  eine  Schützenlinie
als  Seitendeckungen,  da  der  Weg  für  eine  breitere  Formation
zu  schmal,  und  der  Wald  rechts  und  links  desselben  so  dicht
war,  daß  er  für  eine  Kolonne  unpassierbar  erschien.  Ueberall