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verautwortlicher Weise schädigen? Diese
Frage bejaht denn tatsächlich der Verfasser jenes Artikels, und
zwar mit Gründen, die mir unwiderleglich erscheinen; deren
Widerlegung jedenfalls noch von keinem meiner Landsleute,
mit denen ich diesen Gegenstand seit Jahren zu besprechen liebe,
auch nur versucht worden ist. Da ich Wert darauf lege, daß
eine öffentliche Erörterung des elsässischen Kulturproblems
nach der sprachlichen Seite hin endlich in Fluß komme, so will
ich auch meinerseits in dieselbe Kerbe hauen, wie mein Landsmann
in Nr. 951. Um jedoch weiterhin gehört und verstanden
zu werden, verzeihen mir wohl meine Leser, wenn ich etwas
gröber zufahre, als mein Vorgänger an dieser Stelle.
Vergegenwärtigen wir uns zunächst den Herrschbereich
der deutschen und der französischen
Sprache in unserem Heimatlande, indem wir
von vornherein von den Verhältnissen in den französischen
Sprachgebieten des Elsaß und Lothringens absehen. Man
kann unter dem sprachlichen Gesichtspunkte vier Schichten
unserer Bevölkerung ziemlich reinlich von einander scheiden:
1. Anusschließlich eine der elsässischen
Mundarten sprechen die Landbevölkerung des deutschen
Sprachgebietes, ferner die Arbeiterklasse und der kleine
und mittlere Handwerter- und Gewerbestand.
2. Eine zweite an Bildung nur teilweise höherstehende
Schicht zeichnet sich durch den Besitz gewisser französischer
Sprachkenntnisse aus. Sie umfaßt die der Zahl nach
ziemlich starke Klasse der kaufmännischen und industriellen Angestellten:
Bürobeamte, Reisende, Gehilfen, Ladnerinnen:
die Gewerbetreibenden, sofern sie einen gewissen Wohlstaud
erreicht haben, oder aber durch die Natur ihres Berufes Bildung
zur Schau zu tragen genötigt sind, als: Köche, Kellner, Frisöre,
Schneider, Näherinnen und Putzmacherinnen. Die männlichen
Vertreter dieser Klasse reden unter sich noch gern ihren Dialekt
und bedienen sich des Französischen nur da, wo sie entweder
einander gegenseitig oder den ungebildeten Bauern und den
eingedrungenen „Schwoben“ imponieren wollen. Wenn ihre
wahre Natur zu ungeschminkter Lebensäußerung erwacht,
beispielsweise wenn sie zärtlich oder grob werden, da fließt es
elsässisch von ihren Lippen. Anders die Frauen, die gemeiniglich
leidenschaftliche Verehrerinnen des Französischen sind, vielleicht
zufolge einer weiblichen Naturanlage, die ihnen nichts zu verbergen
erlaubt, was sie an äuperlchen Zierrat des Lebens sich
angeeignet haben. Oftmals läßt sich bei ihnen eine geradezu
unheimliche welsche Zungenfertigkeit feststellen, die freilich zu
Stil und richtiger Betonung und Klangfarbe im umgekehrten
Verhältnis zu stehen pflegt.