Full text : Rosenheimer Anzeiger. 60. Jahrngang (60)

MRnchenet  Leuiglellen.

München,  22.  Okt.  Infolge  ungeschitier
Verladung  von  v#er  Waggons  mit  billigen
Alesichtemzen,  welche  auf  Veranlassuno  einer  diesegen
  belannten  Großwiehhandlung  ron  Swinetünd:
  importiert  worden  waren,  lam  de  Senlag
  im  Werte  voh  10000  Mk.  o  rerdorben
liie  an,  daß  sie  sofort  der  Vernich-ur.3anon
Uubergeben  werden  mußte.  Die  Fleischleile  waren
  zum  Verkaufe  lur  die  ärmeren  Bevölkerungollassen
  bestimmt.  .

Ein  Kriegsvortrag  in.  Rosenheim.
Rosenheim,  23.  Okt.

„Die  (Grundlagen  des  Weltkrieges“  —  nach
sast  Enem  halben  Jahrhundert  ist  dieses  Thema
leider  mieder  aktuell  geworden.  Wir  stchen
mitlen  im  Weltlrieg,  im  Krieg  nech  drei  Fronten,
  umgeben  von  Feinden  von  auen  Seiten.
Die  Erundlagen  des  Weltkrieges,  5  Krieges,
der  eben  ietzt  die  ganze  Welt  so  u  rbitilh  in
Milt-  it  enscroft  zieht  sie  lind  doch  bekannt,
Var  teunt  koch  den  Ausgang-punkt  all  der
Käden,  rche  d#es  Ergebnis  zur  Folge  hatten.
  Nen.  mochten  wir  heute  sagen,  die  Grundlagen
  sind  ganz  andere,  als  man  sie  hich  landlaufig
  A#nemhalt  und  vorstellt.  Bis  in  ihre  Ein-Gihetten
  wurden  sie  uns  folgerichtig  zergliedert
  in  #inem  Vortrag,  den  der  kath.  IksP

 

Kerein.  Nosenheim,  am  Donnerstawaben##in
einer  Kicntlichen  Versammlung  veranstaltet:.
Er  elfteulte  sich  eines  Besuches,  dei  in  dieser

Kriegseelt  vielleicht  nicht  erwartet  werden
donnic.  Der  Saal  des  kath.  Gesellenhguses  wa#
dicht  bunen  von  Männern  und  Fr.uen  heesiget
Stakt  Redner  war  Herr  Dr.  Mehmer,  stellvertreis#der
  Landessekretär  des  as-  Volksrereins
  in  Bayern,  ein  Redner,  dessen  ttefgrundiges
  Wissen  auf  dem  Gebiete  der  hohen  Polilik
vom  eislen  bis  zum  letzten  Wort  alle  fesselte.
Und  bohe  Politik  war  es,  welche  n  diesem
ci!cea  der  Zuhörerschaft  zergliedert  wurde.
„Die  Erundlagen  des  Wertlrieges“  setzte  unz
Herr  Dr.  Meßmer  anenonder,  und  er  mußte
dozu  n#it  ausholcn,  dun  s#e  liegen  sehr  weit
eurück.  Er  mußte  beim  Krieg  von  Anno  1870
leginnen  und  der  daraus  gebliebene#n  Nache-Sder
  Fruankreichs.  Er  machte  unsd  auch  vertraut
mit  der  Bismarckschen  Staatslunft,  der  Anlehnung
  Deutschlands  an  Oesterreich  um  Zweibund.
  der  Entwicklung  des  Koloniatm'ens  und
der  Kalomasmächte  Europas  mit  all  den  Ränlen
  und  Schlichen  der  Diplomat'e,  die  äberall
ctmins  zurückließen,  was  wir  heute  zu  1em  Be-L##sgn
  „Grundlagen  des  Weltkrieges“  Gufammensassen
  mössen.  Wir  sehen  den  Bau  des  Sue#stanels
  mit  französischem  Geld,  u  ir  ichen  den
englischen  Krämergeist  darüber  wachen,  bis  er
blit  seinem  Geld  den  Khediven  jür  sich  zewonnen
  und  damit  den  neuen  Verbindun  2zu:z  nach
Indien  sich  gesichert  hat.  Wir  erleben  nochals
  dos  ganze  Balkanproblem  mit  all.  einen
Anhänaseln,  wir  sehen  England  als  mißgünstigen
  Rivalen  Rußlands  im  Ostin,  wir  sind
cugen  des  Anschlusses  Italiens  an  den  Zweibune
  zum  Dreibund,  wir  sehen  die  behten  Jahrzo
  hute  der  ganzen  europäischen  Politik  in  großzügigen
  Strichen  an  unseren  Augen  vorbeizlehen
  und  wir  erleben  es  auch,  wie  die  englischrusiiuischen
  Drahtzieher  ihr  Werk  weiterspinnen
bis  zum  ze9ten  Balkankrieg,  bis  zur  Fortsehzung
dieser  Exode  im  ewigen  Ballanprobleen  zri
serbischen  Großmannssucht,  die  sch  auflehnt
gegen  die  nabsburgische  Monarchie  und  damit
der  Ausgangspunkt  wird  zum  Wellkti's,  iu
seiner  neuesten  Grundlage,  deren  säabe  zulammenkaufen
  in  Rußland,  England.  Frankreich
  und  Belgien  und  hinüberreichen  zum  ebenso
rauosüchtigen  Japan.
Eine“  böse,  gewissenkose#  Stiefmutter  war
sie  dem  Kinde  gewesen,  und  wenn  es  sie  mit
den  sanften,  blauͤen  Augen  so  traurig  klagend
angesehen,  war  neben  dem  Schuldbewußtsein
stets  sich  steigernder,  gegen  das  junge  Geschört
  n  iht  aufgeglü
hatte  in  a"  und  Braus  dahingelels
  se  hatte  und  auch  darum,  ob  ihr  Gatte
darbte.  Die  guten  Vorsätze,  mit  denen  sie
damals  in  Eickes  Haus  zurückgelehrt,  hatten
nicht  vorgehalten.  Sie  schaltete  na  Bil  lür.
und  als  ein  freundliches  Geschick  die  Stieftochter
  aus  Vefer  Umgebung  Gfh:  und
Eicke  nur  noch  als  ein  Schatten  seiner  selbst
erschien,  hatte  sie.  Eugenie,  noch  obendrein
ctwas  wie  grausame  Befriedigung  c#pfunden:
denn  die  Stieftochter  war  ihr  eigensten
Sinns  bein  Dorn  im  Auge  gewesen
s  hatte  sich  nicht  geändert,  als  Gundula
zulecda  von  tiefer  Trauer  erfüllt,  in  ihr  Haus
zurückgekehrt  war.  Se  *  Kein  freundliches
Wort  für  das  Mäd  habt,  1#
Gegenteil,  es  .  Uuchevohlen  #en.¼2  lassen,  wie
lästig  übre  enweseet  der  Stiefmutter  war.
kala  von  Gewissenlosigkeit

und  Heindselssreiren  durchmaßen  Eugenie

Gedanken  nicht  etwa  im  Stage,  sondern
langsam,  gleich  Lammmerschlägen.  drang  die
wnncmn6  ihrer  Schuld  auf  sie

Glühend  heiß  wurde  ihr  !  unter  der
furchtbaren  Last,  und  2  Angst  daß  sie  es
zu  weit  getrieben  und  ,  sich  t
sie  vghoben  bobe-  bena  n  4  hr  fas  tem.

e  schloß  die  Augen,  urn  die  jedoch  gogleich
—  zu  öffnen.  Sie  wandte  sich  zur
Die  Vorhänge  von  Farpurger  "r  umwallten
ihr  Lager.  Es  war  die  Tapete  ihres  Schlaf.
RAmmers.  Drüben  an  der  Wand  bino  eine

 
 

vwunbervolle  Kopie  der  Sirtinischen  Mahonna,

Es  waren  treffliche  Schilderungen  die  uns
hier  die  wahren  Grundlagen  det  Wertkrieges
vor  Augen  führten  und  uns  hineinleiteten  in
die  Wirllichkeit  mit  der  begeisternden  Erhebun

des  deutschen  Volkes  gegen  die  ruchlosen  Frie-Warsbner,
  gegen  die  sfrupellosen  Feinde  des
Deuischen  Reiches.  Und  dann  führten  uns  die
lebbaften.  volkstümlichen  Schilderunge?  hinein
in  die  Kämpfe  und  Siege  gegen  die  Russen.
gegen  die  vereinigten  Franzosen  Belgser  und
Engländer,  hinein  in  Las  blutiag  Hanywirk
des  Kriedes,  das  nun  Frankreich  und  Belgaien
im  eigenen  Lande  so  bitter  durchko  121  mussen.
Wir  lonnten  teilnehmen  an  den  großen  Erfolgen
unseres  tapseren  Heeres  und  lärl“en  uns  in
der  liegessreudigen  Zuversicht  #ür  die  kommenden
  Tage.  Konnte  uns  doch  der  Voragende
vor  Angen  führen,  welch  genialer  Füb#ung  sich
unsere  Trurpen  im  Osten  und  im  Westen  erfreuen;
  konnte  er  uns  doch  daran  erinnern.  wie
unser  oberster  Bundesfeldherr  zeinen  tapseren
Heere  mit  dem  besten  Beispiel  der  Gottesfurcht
vorangrht  und  des  Himmels  Se  ien  tür  die  gerechte
  Sache,  die  wir  jetzt  vertreten,  heradfleht
Wir  mernen  siegen,  und  sie  werden  siegceich
zurükkehren,  der  Sohn  zu  seinen  “  Sgien  Elun,
  der  Mann  zu  seiner  besorgten  Frau,  der
Vajer  zu  seiner  geängstigten  Fumi,  und  si2
alle  werden  sich  freuen  der  gemeiniamen  friedlichen
  Arbeit  im  geeiniglen,  gelieblen  deulschen
Vaterlane.

Das  waren  zuversichtliche  Worte  geschönft
aus  den  überwältigenden  Ereignissen  im  bis.
herigen  Verlaufe  des  Krieges,  Zuver  icire
Worie,  welche  auch  das  geängst'’te  Gemüt
auffrischren  und  siegesfreudig  weroen  ließen,
dank  belsen  was  Tatsache  ist  und  u#Elerc  Gegner
  akerwindet.  Aus  gehobenem  Herun  kom
der  reiche  Beifall,  welcher  den  Ausführungen
des  Redners  den  Dank  seiner  Zuhör  #  brachte.
Der  Gesckftsführer  des  Vereins  kierdete  diesen
  Dank  noch  in  kurze  Worte  ein  und  schloß
die  Versammlung  mit  einem  dreifschen,  begeistert
  rusgenommenen  Hoch  auf  Kaiser  und
Hcer.

H.  H.  Geistl.  Rat  Stadtpfarrer  Geßl  konnte

der  Versammlung  noch  eine  besondere  Mitteilung
  machen.  Die  abendlichen  Krieosbetstunden
in  diesem  Monat  sollen  an  den  drei  leyzten
Tagen  vor  Allerheiligen,  also  am  kommenden
Donnerstag,  Freitag  und  Samstag  durch  drei
Kriegstage,  drei  Kriegsandachten  derart  gekröni
  werden,  daß  an  diesen  drei  Tagen  je
nach  dem  abendlichen  Rosenkranz  eine  Kriegspredigt
  stattfindet,  gehalten  von  einem  Kanzel.
redner,  der  allen  nicht  mehr  fremd  lein  wird.
so  balr  sie  ihn  auf  der  Kanzel  wieder  lehen.
Am  Mirheiligenkage  selbst  soll  dann  eine
graße,  allgemeine  Männerkommunion  1½  auschliepen,
  wie  eine  Frauenkommunion  schon  in
der  ersten  Zeit  des  Weltkrieges  slattnefunden
bat.
Die  Aufnahme,  welche  diese  Mitteilung  in
der  Versammiung  fand,  zeigte,  daß  mit  diesen
Kriegsandachten  einem  Herzensbedürfn'e  in  weitesten
  Kreisen  entsprochen  wird.  In  begeisterler
  und  zuversichtlicher  Stimmung  ichlof  der
Abend  mit  Absingen  der  Wacht  am  Rhein.

Cotalnachrichlen.
ZSweiter  Posthartentag  in  NRosfenheim.

Eine  reiche  Auswahl  Rote-Kreuz-Karten  ist
für  den  zweiten  Verkaufstag  eingetroffen.  Vor
allem  werden  es  wieder  die  Porträtkarten  des
Deutschen  Kaisers,  unseres  vielgeliebten  Königs
  und  unseres  siegreichen  Kronprinzen  sein,
die  kein  Patriot  wissen  möchte.  Daneben  wer- 



den  Moltke  und  auch  die  hübschen  Chiemsec.

derunter  Böcklins  bekanntes  Bild  „Der  Einiedler“.


Die  Gewißheit,  daß  sie  daheim  war,  ben
ruhigte  die  Frau  ein  wenig.  Aber  wa
ließ  man  sie  allein?  War  kront.,

Je  r  Wan
schirm  1t  micht  e  bemso  obten  bucand.

Gundula  trat  lelse  ein.  Ohne  einen  Blick
auf  das  Bett  zu  werfen,  ließ  sie  sich  auf  dem
Stuhl  neben  dem  Wandschirm  nieder  und
barg  ihr  blasses  Gesicht  in  den  Händen.  Ein
lautloses  Erschüttern  ging  durch  die  schlanke
G  t.  Sie  weinte  leise,  unhörbar  in  sich

Wie  oft  in  ihrem  jungen  Leben  m
die  Aermste  so  heimlich,  sich  letoft  Ene  Mse
mit  item  Leid  erungen  haben

tiefes  Erbarmen,  wi  16  es  ule  zuvor
  1an  EHersam  die  Frau.

s  ehlt  dir,  Oundulas=  fragte  sie  teilnahue


Das  ee  Mädchen  erschrak  beftig,  sle
hatte  r—  beten  gerechnet,  daß  die  Kranke  se
beobachten  könne.  Ihre  Tränen  verstegten  sohat
  Der  eigene  Kummer  wurde  zurückgedrängt.

n  der  nächsten  Minute  stand  l  em  Befte
und  beugte  an  über  ihre  Stlefmut

u  nicht  sprechen,“  sagte  sie  sanft,
lauuse  8  Mitn  es  soll  dich  nichts  wieder
töre

re  was  ist  denn  mit  mir?“

„Du  bist  krank  gewesen,  Mama,  wirst  aber
bald  wieder  gesund  sein,  wenn  du  alle  Anorbnungen
  des  *  tes  genau  befolgst.  Er  will,
daß  du  ganz  liegst,  dir  keine  Gedanken

 

machst  Ain  ln  viel  schläfst.“

 

 

 

 

und  Verwundeten-Karten  vertreten  sein.  Auber
  diesen  offiziellen  Postkarten  des  Landeskomitees
  kommen  diesmal  noch  7  Karten  des
Bayer.  Frauenvereins  vom  Roten  Kreuz  zum
Verkauf.  Unter  ihnen  ist  vor  allem  zu  nennen
eine  vorzüglich  ausgeführte,  sprechend  ähnliche
  Porträtkarte  der  Königin.  als  Protektorin
  des  Bayer.  Frauenvereins  vom  Noten
Kreuz,  sodann  eine  Gesamtansicht  der  Heilund
  Pflegeanstalten  vom  Roten  Kreuz  in
München,  Würzburg  und  Neustadt,  sowie  fünf
reizende  Bilder  aus  unserem  Alvenland  und
Isartal.  Diesen  14  Karten  schließt  sich  noch
eine  15.  an,  eine  besonders  hübsch=  Künstlerkarte
  „Gute  Kameraden“,  welche  der  Zweigverein
  Rosenheim  zum  kommissionsweisen  Verkaufe
  mit  übernommen  hat.  Eline  hochherzige
Dame  ließ  sie  nach  Künstlerentwurf  herslellen
  mit  der  Absicht,  den  Gesamterlös  seinerzeit
  dem  Roten  Kreuz  des  Inntals  u.  Chiemgaus
  zuzuwenden.  Gewiß  finden  auch  diese
Karten  viele  Liebhaber,  sodaß  der  Verein  ein
hübsches  Sümmchen  für  den  gedachten  Zweck
abliefern  kann.  Einem  mehrfach  geäußerten
Wunsche  zufolge,  wird  diesmal  auch  Generaloberst
  von  Hindenburg  vertreten  sein  und  zwar
in  Bildern,  welche  in  Größe  300/40  Zentimeter
nach  einem  wohlgelungenen  Porträt  des  Münchener
  Kunstmalers  Graf  hergestellt  wurden
und  zum  Preise  von  50  Pfg.  pro  Stück  verlauft
  werden.  So  wird  jedem  Geschwack  Rechnung
  getragen  sein.  Auch  unsere  Marktbefucher
  mögen  nicht  versäumen,  sich  mit  dem  Zeichen
  edler  Nächstenliebe,  dem  Roten  Kreuz,  zu
schmücken,  oder  eine  der  schönen  Postkarten  zu
erstehen  und  sich  noch  obendrein  ein  herzliches
„Vergelts  Gott!“  unserer  Vaterlandsverteidiger
zu  sichern.
·r  ·  *„*

Rosenheim,  23.  Ok#

Auf  dem  Felde  der  Ehre  gefallen:
Infanterist  Johann  Spindler,  Sohn  des  Bürgermeisters
  Spindler  aus  Großdingharting.

Das  Eiserne  Kreuz.  Mit  dem  Eisernen
Kreuz  wurde  ferner  ausgezeichnet  der  k.  u.  k.
Leutnant  Florian  Mühlbauer  des  österreichischen
  Festungsartilleriebataillons  Nr.  8,  eingeteilt
  be,  der  Belagerungsarmee  Ammwer  rpen.
Leutnant  Mühlbauer,  ein  Sohn  des  pensionierten
  Briefträgers  Mühlbauer  in  Kufstein,  atie
sich  bei  der  Bedienung  der  österreichischen
torbatterien  vor  Antwerpen  ausgezeichnet.  —
Weiter  ist  auch  ein  tapferer  Mitkämpfer  aus
Rosenheim  wieder  mit  dem  Eisernen  Kreuz
ausgezeichnet  worden.  Es  ist  der  Leutnant  der
Reserve  Herr  Hans  Senft,  beim  Bayerischen
Divisions-Brücken-Train  Nr.  6,  Sohn  des  Hru.
Kommerzienrates  Senft  in  Nosenheim.  Unser
Glũclwunsch!

Aus  nichtbbayerischen  B#erlustlästen.
Reserve-Inf.-Reg.  Nr.  130  in  Mehz  Unteroffizier
  Franz  Adelhoch  aus  Kolbermoor,  vermißt.

Die  Teitung  der  Für  ergen#elle
für  die  Angehörigen  der  Kriepgsteilnehmer
  dankt  gRiemit  ganz  besonders  für

anige,  in  den  letzten  Tagen  eingegangene,  recht
wiltommene  Spenden  gn  Sauolings--  und
Jährl'naswäsche;  sogar  zwei  Stecktriien.  ollerliebst
  überzogen  und  hergerichtet,  wurden  uns
gebracht  und  damit  zwei  iunoen  Müttern  große
Freude  bereitet.  In  den  nächsten  zwei  Mo-Kinder:



mit  den  lleinen  unschuldigen  Geschöoken,
unter  so  #raurigen  Umstönden  das  Aicht
Welt  erblicken;  wir  fühlen  mit  den  verlasse
Frauen,  denen  der  Krieg  so  oiel  Heroleid
bracht;  wir  lind  uns  aber  auch  der  Pflicht
Danlbarkeil  bewußt  gegen  die  für  umere
Deutschlands  Zukunft  kämpfenden  Bäter  dr
ben,  denen  mitlen  im  heißen  Kampfe  die  ba
Sorge  um  Gattin  und  Kindlein  sast  die  He#
und  den  Mut  lähmen  möchte.  So  maache  gl
liche  Mutter  wird  sich  durch  solche  Gedan
angetrieben  fühlen,  von  dem  Uebeil#  il
Kinderwäsche  uns  zu  spenden  oder  mane
zange  aufgehobene  Erinnerungsstück  von  h
nunmehr  groß  gewordenen  Kindern  hier
#b  fern.  Mit  gestrickten  Sachen  für  gröb
Pulswärmer,  Knabenmützen,  KNin
sirumpfen  und  Mädchenhauben  #at  uns  in
bankenswerter  Weile  der  evangeliĩche  Frau
verein  versorgt  und  dazu  unter  anderem  #
Partie  gesammelter  vielfarbiger  Wollreite
schönste  verwendet.  Möge  diese  io  gute  J
viele  Nachahmer  finden!

Diözesannachrichten.  Anweisung
hielten  der  Kooperator  in  Holzen-Aßüng,
Georg  Eibl,  als  Kooperator  in  Blislern  (
ter  Enthebung  des  Pr.  Lor.  Oswald  3
Zwecke  des  Eintritts  in  den  Benediktiner
den);  der  Kooperator  in  Einsbach,  Johe
Nep.  Braun  als  Kooperator  in  Holzen=Ung.


Bahndienst  Der  Oberwerkführer
Bruckenunterhaltungsdienst  Jos.  Schwarz
Vosenheim  wurde  ab  1.  Oktober  für  ein  I
bes  Jahr  in  den  Ruhestand  versetzt.  Erna)
wurde  in  etatsmäßiger  Eigenschaft  zunn  Na
wächter  der  Lokomotivheizer  Joh.  Lanzend
fer  in  Rosenheim.  Berufen  wurde  in  e15
mäßiger  Weise  der  Wagenwärter  Joh.  Ki
von  Schweinfurt-Hauptbahnhof  nach  Kufste

Die  Bahnhof-Gastwirtschaft
Kufsstein  übernimmt  diesen  San.  stag
frühere  Südbahn-Restaurateur  J.  Niedl
Spittal  a.  D.,  welchem  der  beste  Ruf  vora
geht.  Herr  Jof.  Muderlak  verläßt  Kufste
um  in  Bozen  die  Bahnhofwirtschaft  der  Si
bahn  zu  übernehmen.  Die  zuusft  er  sel
Herrn  Muderlakl  nur  ungern  o  s
den.  Seine  Küche  und  sein  Kli-  deten  1
besten  Ruf.

 

 

naten  crwarten  zahlreiche  Kriegerfrauen  ibre
Niederkunft.  Wir  alle  haben  gewiß  Mitleid

 

Aus  dem  Bezirksamtsblatte.

Betreff:  Anlichtskarlen.

Um  der  Ausstellung  und  Verbreitung
schmackloser  und  roher  Kriegsansichts-Witzkarten
  entgegenzuwirken,  hat  da:  stellve
Generalkommando  1.  A.-K.  gemäß  Art.
fer  2  des  Kriegszustandsgesetzes  folgendes  i
fügt:

Alle  Ansichtskarten,  welche  auf  den  K
oder  auf  Heeresangelegenheiten  bezuliche:
bildungen  enthalten,  müssen,  bevor  sie  zur  2
breitung  kommen,  von  den  Verlegern  oder
Druckern  dem  stellv.  Generallommando  d
die  Pressepolizeibehörden  zur  Prüfung  vor
legt  werden.  Bereits  erschienene  Karten)
nachträglich  zur  Zensur  vorzulegen.

Ferner  sind  die  Auslagen  der  Geschäfte,
Ansichtskorten  führen,  daraufhin  zu  üben
chen,  daß  anstößige  und  geschmacklose  Ansic
larten  jeder  Art  nicht  ausgestellt  werden.  1#
gebenenfalls  ist  gegen  die  Ladeninhaber  me
Verletzung  des  öffentlichen  Anstandes  mit  Stt#
einschreitung  wegen  groben  Unfugs  vorzu
hen.

 

    

„Aufs  dem  s
„Und  Pap
„Er  ist  *  nem  Herrenabend  gegangen.
Er  und  Vera  werden  sich  freuen,  wet  ich  erzäble
  odaß.  du  nach  ihnen  gefragt  h

guntent  *  wanderten  khalen  von
einent  egens  aum  anderen.  Zwel  rote
Flecke  eegenle  5ä  ihren  bleichen,  abgezehrten

Wangen.  „Verzeihe,  e,  ich  dir  getan,
Gundula  dlagte  sie  schwa  rechne  es  mir
nicht  daß  ich  dich  woche  e  und  lieblos.
behandelte.

„Rege  dich  nicht  auf,  Mama,“  bat  Gundula,

habe  dir  nie  etwas  nachgetragen,“  setzte
7  weich  hinzu,  „wir  waren  zu  verschieden
gLeartet,  um  auns  verstehen  u  können.  “

war  nicht  gut

„Schlafe  I!“  Gundula  in  bestimmtem
  Ton,  und  wirrklich  schlossen  sich  die
Lider  der  Kranken  wle  in  tiefster  Erschöpfung,
und  bald  verrieten  ihre  regelmäßigen  Atemzüge.
  deß.  sie  sonst  schlummerte.

Erschüttert  betrachtete  kone  ju  nge  Mädchen
das  20ehr,  bie  zuruntenntlichtestveründerte
Gesicht.  as  schöne,  dunkle  Haar  Eugenles  war
auf  dem  —  fast  weiß  geworden.  Es
an  n  Strähnen  um  das  bleiche,  gealterte

e  hart  mußte  dles  die  stolze,  ellle  FrauF
treffen,  wenn  "  um  ersten  Male  wieder  ihr
Spiegelbild  sa  le  hatte  Fere  Schönheit  wie
einen  köstlichen  Schatz  gehütet,  und  der  war  nun.
dahin,  unwlderbringlich  verloren.  Wie  würde
Eugenle  es  tragen  ?

Auch  1#t4  sah  blaß  und  leidend  aus.
4½  Sauleitender  usa.  quälte  sie.  Hätte

aron  doch  etwas  freund-Kostlaren
  besasphen  ehandeln  können  7

in  ihrem  Leben  war  sie  so  t
*-  gewesen  wie  jetzt.  Ungewollt  kar
hr  oft  die  Tränen,  sie  hätte  immer  wel

b%uod

Eine  leise  Freude  darüber,  daß  sie
genles  Leben  Zoll  um  Zoll  dem  Tode  al
—  lenkte  sie  tröstlich  von  ihrem  Leid

ugenie  bei  vollem  Bewußtselne#

mußbte“  als  ein  gutes  Zeich

Nun  aber  kam  die  5o  der  Genesi
wo  doppelte  Vorsicht  geboten  war.  Vor
kleinsten  Aufregung  mußte  die  Stiefmutter  s1
sam  behütet  werden.  Ein  kleiner  Anlaß  kor
das  Bewußtsein  von  neuem  trüben,  und  d
war  dauerndes  gelstiges  Sechtum  unabwe
bar,  —  hatte  der  Argt  geäu

Jedenfalls  sollte  es  nicht  Mieder,  vorkomn
daß  Gundula  sich  hier  ausweinte.  Sie
nun  gewarnt.

im  nächsten  Morgen,  nach  einer
Feichmsbigem  Schlummer  verbrachten  N#
prach  Eugenle  nach  Monaten  zum  ersten  #
wieder  mit  klarer  Ueberlegung  zu  ihrem  Mai

hatte  schon  rurch  Gundula  von
Wendung  gSsiur  Besserung  erfahren  und  h

nun  elgentlich  seeell  erste,  sein  müssen.
avon  war  abern

edeig  t,  von  ihr  aber  wurde
etzt  #n  30  ersten  Male  bliter  empfunden.
era  war  gekommen,  hatte  flüc
ein  paar  Lere,  wor  Vorte  gesprochen
war  dann  wieder  gegangen.
Grübelnd  lag  Cugenie  mit  weit  geöffnt
dgden  auf  ihrem  Lager.  le  hatte  es
zetaleen.  daß  ihre  Genesßt

 

mit  Jubel  begrüßt  wurde