Uummer 62
schließt —T würdig der Beschießung der Spitäler
i# Eörz und Novereto an. Einstweilen
ist noch nicht bekannt, unter welcher Flagge das
seindliche U. Boot fuhr.
* .
Dust-tatst
Abzug der Franzosen von Saloniki?
Wien, 19. März. Das „Neue Wiener Journai“
erfährt aus Salonili: Entsprechend den
Veratungen in Calais wurde dem General Sarrail
der Befehl erteilt, die vor Saloniki vorgeschobenen
Truppen zurückzuziehen und aile
Manmnschaften, die dort nicht nolwendig sind,
nach Frankreich zu senden. Da jedoch nicht genügend
Transportschifse vorhanden sind, wird
der Transport ziemlich lange dauern; immerhin
befinden sich bereits mehrere Tausend Franzosen
auf der Heimfahrt. Auch General Sarrail
wurde nach Franlreich zurückbeordert; er
uird sich aber noch so lange in Saloniki aufhalten,
bis die Befestigungswerke so weit in
Sland geseh#t sind, daß seine Anwesenheit nicht
uneriählich ist. (J.)
Neue llebergrifse der Entente auf
ytilene.
Athen., 19. März. Aus Mptilene wird gemeldet:
Als Antwort auf die Forderung der
Kriechischen Regierung, die wegen einer Schlänerei
zwischen franzbsischen und griechischen
Mannschaften internierten griechischen Soldaten
freizulassen, lietz der franzosische Admiral Gousset
sowohl diese Soldaten als auch die unter
dem Vorwand der Spionage verhasteten griechischen
Bürger an Vord eines französischen
Kriegsschisses bringen und mit unbekanntem Bestimmungsort
abtransportieren. Dieser Vorfall
erregt hier große Empörung. (34.)
M riel im Bemmes.
Das Ringen im Naukasus.
Konstantinopel, 19. März. Amtlich
wird u. a. llargelegt: In ihrem Bericht vom
29. Felrnar 1916 und in den folgenden Berichten
stellen die Russen die Einnahme von Ergerum
als einen großen Sieg dar und sprechen
mit Prahlerei von der Bedeutung dieses von
ihnen für sehr modern gehaltenen fesien Platzes.
Wir aler erklären entschieden, daß Erzerum
eigentlich kein befestigter Platz ist, daß die Bodenbeschaffenheit
es nicht gelstattet, die Stadt
als seiten Platz zu benũtzen und daß wir es
unsererseits nicht sür nützlich hielten, Erzerum
itärler 4+n lefestigen, als es seiner Natur entfrricht.
Die Talsache allein, daß mir hinter
den zerfallenen Mauern der Stadt eine große
Rall aller Kanonen, ehrwürdige Uekerreste aus
dem türlisch russischen Feldzug des Jahres 1876,
zurückgelassen, und daß sich dort Ledensmittel
ur nur zmei Tage befunden haben, beweist unumilößlich,
daß wir nicht die Absicht hatten,
Erzerum als festen Platz auszunützen. Was
die Russen mit großem Pomp als moderne Festung
bezeichnet haben, besteht aus einigen in
12 Kilometer Entsernung von Erzerum angeleglen
Feldverschanzungen, und die mächtige Arlillerie,
von der sie sprechen, besleht aus unlespannten
Kanonen, die wir im Stich ließen,
nachdem wir sie unbrauchbar gemacht hatten.
Entgegen den Behauptungen der Russen hat
leine offene Feldschlacht in der Umgebung Errerums
haltgefunden und in keinem Abschnitt
haben die Russen eine Artillerievorbereitung
cingeleitet. Trotzdem gelang es ihnen nicht, wie
sie behaupten, sich in fünf Tagen Erzerums
u bemaächtigen, sondern erst nach örtlich gelrennten
Kämpfen in der Dauer von einem
Monat. Obwohl unsere Armee den Platz zwei
Tage und unsere Nachhuten einen Tag vorher
geräumt haben, sind die Russen erst am Tage
darauf in die Sladt eingezogen. Wir haben in
der Stadt nur 3000 Schwerlranke zurüdgelassen.
Zeit unserer Näumung von Erzerum und unserem
NRückzug in neue Slellungen bis zum heuligen
Tage haben die Russen, die noch unter
der Nachn irkung ihrer schweren Verluste stehen,
leine Bewegung von irgendwelcher Tragweite
ausführen lönnen. Unser linker und rechter
Flügel sind insolge der neuen Lage gleichfalls
auf Befelll in die für sie vorgesehenen Stellungen:
zurückgegangen, indem sie in einigen Abschnittem
einige unbedenlende Nachhutgesechte
lieserten, in anderen Abschnitten ohne über-•2
einen Flintenschuß abgegeben zu haben.
Gegenwärtig hält unsere Armee die Stellungen
lesetzt, welche sich von dem Teil des linken Flugels
von Bitlis-Musch-Aschkalee bis zu den
Stellungen erstrecken, nelche sich einige Kilometer
Westlich von Ispir und Rize befinden.
Wir sæs sicher, daß unsere Truppen Beweise
derselben militärischen Tugenden geben werden,
sobald wir inolge einer Aenderung der Lage,
die sich jeden Tag mehr zu unseren Gunsten gestaltet,
zur Ossensive ükergehen werden. Unsere
Armee ist srei von all den Maleln, welche ihr
Verleumder andichten wollen.
Aus Mesopotamien.
« Rotterdam, 19. März. Die englischen
Teilungen erinnern daran, daß es jetzt hundert
T Aosenheimer Anzeige -
Tage sind, daß General Townshend in Kutel
Amara von den Türlen belagert wird und
daß es den britischen Entsatztruppen nicht gelungen
ist, Fortschritte zu machen. Auf eine
Anfrage antwortete Lloyd-George, daß es nicht
wunschenswert sei, jetzt schon die Gröhe der
Verluste in Mesopotamien bekannt zu geben.
(3
2 2
Portingal.
Die Zustände in Portugal.
Budapest, 19. März. Der Berichterstatter
des „Pester Lloyd“ herichtet aus Badajoz in
Portugal, daß blutige Zusammenstöße zwischen
interventionistischen Elementen und Kriegsunwilligen,
die eine bedeutende Mehrheit im Lande
haben, in Portugal an der Tagesordnung sind.
Die Territorialarmee sprach sich in wiederholten
Kundgebungen gegen jede kriegerische Unternehmung
an Seite Englands aus. Um in Lissabon
Militärrevolten zu unterdrücken, ist als Vertrauensmann
des englischen Gesandten der belaunte
und gefürchtete General Pereira d'Ecas
zum Gouverneur ernannt worden.
Berichiedene Nachricheen.
Berlin, 19. März. Ein kleines Vermögen
ist vom Amtzgericht Verlin-Mittie für den Verwalter
im Konlurse W. Wertheim sestgesetzt
norden. Es handelt sich um den Konkursverwalter
Hardegen, dem das Gericht nicht weniger
als 90 10000 Mk. für seine Täligkeit zugesprochen
hat. In dieser beträchtlichen umme sind die
Auslahen noch nicht einmal mit einbegriffen.
Köln, 19. März. Die Gulaschkanone scheint
jeczt ihren Einzug auch in die Städte zu halten.
In Köln a. Rh. Nat sie es schon getan. Dort
sährt sie stolz mit der weithin sichtbaren Bezeichnung
„Stadllüche“ durch die Altstadt. vo
zahlreiche Arbeiter wohnen. Sie erscheint in
der Zeit von 1112: bis 1 Uhr mittags und von
612 bis 8 Uhr abends in drei Eremplaren auf
der Strahße. Sowie die Klingen ri komP
men Frauen und Kinder, für 2 g. gibt es
eine Liter-Portion des Lalr i#lse Fr- arbeitende
Frauen und Männer, die nicht nach
Hause gehen können, ist die Einrichtung recht
vorteilhaft. Sie soll auch in anderen Städten
versucht merden.
önl- udb Persenalnachrichten.
München. 19. März. Der König hat dem
Hauptmohlfsahrtsausschuß München, Abteilung
für Verbilligung von Lebensmitteln, und der
Landessammellielle der bayerischen Kriegeinvalidenfürsorge
je eine Spende von 10000 M.
überwiesen.
München, 19. März. In einer Badewanne
des Müllerschen Volksbades wurde gestern spät
abends ein 25 jähriger Schreiner tot aufgesunden;
er war einem Herzschlag erlegen. Die
Leiche wurde in den Ostfriedhof gebracht.
Grenzlande.
Kufstein, 19. März. Neben der Fürsorge
für unsere Krieger und deren Angehörigen hat
der vaterländische Geist in Kufstein eine neue
Stätte auch vollswirtschaftlich nicht unbedeutsamer
Wirksamkeit gefunden. Am 14. März
sand im Sitzungssaale des Rathauses die gründende
Versammlung des Vereins Tiroler Heldendank
statt zur Errichtung von Kriegerheimstälten
im Bezirle Kufstein und zur Förderung
von Kriegerheimstätten in Tirol. Die Grundsätze
des Vereins fanden volle Zustimmung, und
die Pläne von Kriegerheimstätten, welche Zimmermeister
Gg. Pirmoser geschaffen hat, wurden
Keisallig ansgenommen. Die Wahlen in
den Vorstand hatten folgendes Ergebnis: Vorsitzender
Ed. Lippott, Schriftführer Oberrevident
Julius Holzer, Schagmeister Anton Reel.
Ueber die Aufgaben des Vereins soll eine ausführliche
Drudschrift näheren Ausschluß geben.
in welcher u. a. auch die angestrebte Erwerbs-Mmöglichkeit
der Kriegoinvaliden durch die dem
Tiroler Heldendank angegliederte Versuchsstation
für Pflanzenlau besprochen werden und die
Pläne der hiesigen Heimftätten Aufnahme finden
sollen. Da mit dem Bau von einigen Kriegerheimstätten
in nächsier Zeit begomen werden
soll, ist Kufstein in Tirol wiederum mit
gutem Beispiel vorangegangen. Es ist zu wünschen,
daß die allseitige Unterstützung nicht ausbleibt
Daveriches Sderlend.
Vrannenburg, 19. März. Der greise Koglervater
Sirtus Lechner ist im hohen Alter von
80 Jahren gestorben. Herr Lechner war über
3 Jahre Kirchenpfleger und gehörte volle 40
Jahre dem Gemeindeausschuß an.
mühldorf, 19. März. Die Kriegsanleihezeichnungen
ergeben bis heute nach den Mit
G der hier und i in, der Umgebuna tätigen
leis##n : iin non eber Nulat
R
itellen
bei der letzten dritten Anleihe. Die Filiale der
Bayer. Handelsbank hier hegt die bestimmte
Erwariung, daß sie diesmal auf das Doppelte
kommt.
Traunstein, 19. März. Ein 8 Unfali
ereignete sich in Stein a. Tr. Als der bei der
Gräfl. Gutsverwaltung Stein sell bielen Jahren
bedienstete Franz Kleinschwärzer mit einem
Bierfuhrwerk heimwärts fuhr, scheuten die beiden
Grauschimmel an dem von Traunstein kommenden
Abendzug. Das Leitseil ritz und die
Pferde rannten gegen das Bahngleise, wobei
der Wagen in den Straßengraben geriet, umstürzte
und Kleinschwärzer den Brustkorb eindrüdle.
Dummes nud Krummes.
Von Dr. Georg Heim. *n
In Geldsachen kennt sich der Bauer nicht aus.
„ J
Was er erspart, steckt er wieder in seine Wirtschaft,
oder er trägt es auf die Sparkasse (zum
Darlehenskassenverein, zur Distriktssparkasse),
oder er tauft sich einen „Brief mit Wapperl“,
darunter versteht er einen Pfandbrief oder ein
bayerisches Staatspapicr. So ist', recht und so
soll er's machen!
Es gibt alierdings auch schon auf dem Lande
ganz Gescheite, die es besser zu verstehen glauben
wie alle anderen, die bei ihrer Geldanlage
nicht auf die Sicherheit, sondern nur auf die
hohen Zinsen sehen. Da werden dann Industriepapiere
gekauft und Wertpapiere, außerdeutsche
Staalen= und Städteanleihen, Eisenbahnanleihen
usw.; da blieben schon oft die
Zinsen aus und schließlich war das Kapital verloren.
Da gilt auch das Wort: Bleib’ im Land
und nähr' dich redlich!
Bei einem deutschen Wertpapier, d. h. an der
Schuldverschreibung des RNeiches oder eines
deutschen Staates, hat in 100 Jahren noch niemand
vergeblich auf die Zinsen gewartet.
Dam kommt wieder eine Klasse von Siebengescheiten,
das sind jene, die heute noch des
Glaubens sind, am besten sei das Geld aufgehoben
zu Hause in der Truhe oder im Strohsack.
Man jollte es nicht „Llauben, das es
heute noch auf dem Lande Leute gibt, die ihr
Geld zu Hause liegen lassen und auf die Zinsen
verzichten, wo es soviele Möglichkeiten gibt,
Spargeld sicher und verlässig anzulegen. Wie
oft sund solche Geldsäcke schon von Dieben
ausgeplündert oder durch Brand zerstört worden!
Als vor ungefähr 15 Jahren gewisse Taler
außer Kurs gesetzt wurden, hat ein Bauer im
Bayerischen Wald bei seinem Pfarrer vertraulich
angefragt, ob sein Silbergeld zu Hause auch
an Wert verlieren würde. Beim näheren Ausfragen
kam der Pfarrer dahinter, daß der Silberschatz
des Bauern aus Munzen (Gulden,
Kronentaler, Marientaler usw.) besland, die
dortmale schon ca. 30 Jahre keinen Kurswert
mehr hatten. Man denke sich, daß in diesen 30
Jahren dieses Geld auf Ziusen angelegt sich
nahezu verdreifacht hätle. So aber war das Silber
fast um die Hälfte entwertet.
Das ist die Hartgelddummheit, und diese
Dummheit tritt besonders jetzt wieder zutage.
Es gibt Leute, die glauben, wenn sie während
der Kriegozeit möglichst viel Harigeld im Haus
haben, seien sie besser daran, wie andere.
Die größte Dummheit ist die Golddummheit.
Es gibt Leute, die glauben, sie wären mit möglichit
viel Gold im Hause besser vorgesehen,
als wenn sie Papiergeld haben. Gold u. Papier
haben aber den gleichen Wert und käme
das einmal anders, dann würde diesen Leuten
das Gold und das Hartgeld auch nichts helfen.
Aber diese Gold= und Hartgelddummdeit richtet
großen Schaden an, ohne den Dummerln zu
nützen.
Welche Auffassungen in den Kôpfen bestehen.
dafür ein Erlebnio aus der allerletzten Zeit.
Ein Bauer verlaufte an einen Viehhändler einen
Ochsen. Der Handel war sertig. Der Verläufer
war mit dem Preis von 1300 Mark zufrieden.
Als ihm der ausbedungene Kaufpreis in Scheinen
von dem Händler auf den Tisch gelegt wurde,
erklärte der Bauer, er würde ihm 100
Mark nachzahlen, wenn er ihm die Kaufsumme
in Silber auszahle! Der Händler fuhr in die
nächste Stadt und lam zwei Stunden später mit
1200 Mark Silber. Er erhielt den Ochsen nicht
um 1300 Mark, sondern um 1200 Mark. Nun
lann sich aber der Bauer mit den 1200 Mark
in Silber nicht mehr kaufen, wie um 1200 Mark
in Papier und seine Dummheit hat dem Händler
einen weiteren Prosit von 100 Mark gebracht.
Jetzt, wo zur Zeichnung für die 4. Kriegs.
anleihe aufgefordert wird, wird auch wieder
alles mögliche dumme Zeug verbreitet. Nach
der Zeichnung der ntein dauert es einige Monale,
bis die Stücke, d. h. bis die Schuldverschreibungen,
die man für seine Zeichnung bekommt,
verschickt werden können. Damit ist sehr
viel Arbeit verbunden. Nun gibt es Leute, die
glauben, weil manche ihre Schuldverschreibungen
für die von ihnen gezeichnete 3. Kriegsanleihe
noch nicht bekommen haben, ihr eingezahles
Geld wäre in Gefahr. Man sollte so was
nicht für möglich halten, aber es ist so. Bei je-
Dienstag, 21. März 1916
der Postanstalt, bei jedem Darlehenskassenverein,
bei jeder Sparkasse, bei den großen landwirtschaftlichen
Zentralgenossenschaften, bei jeder
Bank kann gezeichnet werden. Wenn einer, der
zur 3. Kriegsanleihe zeichnete, sein Stück noch
nicht hat, so darf er vollständig deruhigt sein,
er wird es eines Tages bekommen; gerade in
den letzten Tagen sind wieder Zustellungen erfolgt.
Bei unserer Zentralgenossenschaft in Regensburg
sind auch mehrere Millionen gezeichnet
worden. Wir übernehmen mit unserem ganzen
Vermogen die volle Haftung, daß jeder,
der gezeichnet hat, auch sein Stück bekommt.
Eine andere Dummheit wird landauf, landab
von anderen Siebengescheiten kolportiert. Der
Krieg würde eher enden, wenn lein Geld gezeich
net würde. Die Siebengescheiten haben leider
recht. Wenn es nämlich nach ihren Kopfen
ginge, wäre der Krieg sehr bald zu Ende. Aber
das wäre eine Kur nach Dr. Eisenbart. Wir
hätten den Feind im Land und dann wäre es
mit dem Hartgeld und dem Gold aus dem
Strohsack und der Truhe Matthäi am letzten.
Dann würde es gehen wie in Ostpreußen, woa
von manchen Ortschaften bis auf die Brankmauern
nichts mehr ubrig blieb, Kirchen und
Schulen und alle Häuser zerstort wurden, woa
von 3000 Haushaltungen der Hauerat plonmäßig
zerstort oder nach Rußland verschlepot
wurde, 2000 Zivilpersonen umgebracht, 400.
fortgeschleppt wurden, darunter viele arme Merschenlinder,
von denen heute niemand weiß, mar
aus ihnen geworden isl. Eine Viertelmillion
Fluchtlinge lebten in ganz Deuischland zer
streun. Kein Sitiuckchen Vieh. keine Maschine.
kein Vorrat von Getreide oder Heu, Kartoffelr.
Stroh wurde geschont. Was nicht fortgeschlepp:
wurde, wurde verbrannt und zerstort. Die Siebengescheiten,
die so daherreden und einen sol.
chen Glauben verbreiten, sind Vaterlandsverräter.
Nur die Stärke lann den Krieg gut beenden.
nicht die Schwäche! Das gilt besonders von der
Ausrustung des Reiches mit Geldmitteln, denn
zum Kriegfuhren gehört dreimal Geld. Wie
einer sein Scherflein beitragen kann, das weiß
jeder. Der Pfarrer, der Lehrer in seinem
Dorse llären ihn gerne auf. Fast in jedem
Dorfe ist eine Darlehenskasse. Unsere Mitglieder
wissen, daß unsere Landwirtschaftliche
Zentralgenossenschaft Regensburg Zeichnungen
in jedem Betrage entgegennimm und durchaus
vertraulich behandelt. Riemand erfährt davon.
wieviel einer gezeichnet hat. Wenn einer zeichnet,
braucht er nicht sofort die ganze Summe
einzuzahlen. Die Landwirtschaftliche Zentralge
nossensckhaft der Baycrischen Bauernvereine in
Regensburg gewährt folgende Zahlungserleichterungen:
35 Prozent der gezeichneten Summe
sind am 18. April einzuzahlen, 15 Proz. jeden
weiteren Monat, sodaß erst bis 30. Seplember
de. J. alles bezahlt sein muß. Natürlich kann
ab 31. März der gezeichnete Betrag auch voll
einbezahlt werden.
Macht Gebrauch davon! Was hhr gahlt.
kommt erch selbit zugute. Was ihr zahlt. wird
euch verzinst, und so gut ihr einen Pfandbrief
wieder verkaufen könnt. könnt ihr später einmal,
wenn ihr Geld benötigt, die Schuldverschreibungen
des Reiches verkaufen. Wenn der
Feind ins Land käme, würde in erster Linie
das flache Land leiden. In den Dörfern und
auf den Fluren der Bauern spielt sich der
schkreckliche Kampf ab. Jede Mark Kriegsan.
leihe, die ihr zeichnet, ist ein Beitrag zum
Schutz von Haus und Hof.
Und ich wiederhole es: In hundert Jahren
hat noch kein deutscher Staat seine Gläubiger
um einen Pfennig Geld gebracht!“
Rosenheim, 20. März.
Besorderungen. Bizefeldwebel d. Rei.
Karl Hupfauer, Sohn des Bezirksoberlehrere
Hupfanuer von hier, wurde zum Leutnant d. Rei.
der Fuharlillerie befordert. Leutant Hupfaner
trat zu Kriegsbeginn als Freiwilliger ein und
sleht seit Dezember 1914 im Felde. Der Offl.
zieritellvertreter Johann Birndorfer des Garnison-Bat.
Nr. 1 wurde zum Feldwebelleutnan:
befordert. *à
Todesfall. Am Samstag traf aus Mun
chen die Nachricht ein, daß dort der frühere Be
zirtsaret von Rosenheim. DHerr Medizinalrei
Dr. Alfons Auer, gestorben ist. Bercits im
Jahre 1875 zum Arzt approbiert. war Herr
Dr. Auer zuerit Assistent im Nürnberger Kran
leuhau und mirkie dann fast 20 Jahre lang
als praktischer Arzl in Waldsassen. Heir Dr.
Auer war Oberstabsarzt d. R. a. D. und war
bereite seit dem Jahre 1896 als Amtsarzt
tätig, zuerst in Köhting und dann neun Jahre.
und zwar von 1900 bis 190 in Bad Albling.
Vor sechs Jahren wurde Herr Medizinalrat
Dr. Auer als Nachfolger von Dr. Burkhard
Bezirlsarzt in Rosenheim; dieses Amt versah
er bis zum Jahre 1915, bis ihn ein schwere-Leiden
zwang, von seinem Beruf Abschico zu
nehmen. In der Folge übersiedelte er nach
München, konnte sich aber nur kaum ein Jahr
noch der Ruhe erfreuen. Sein Herzleiden, das
in den letzten Jahren schon sich siark fühlbar
machte, führte jezt jeinen Tod herbei. Herr