Metadaten : Erläuterungen des Atlas zur Geschichte der sächsischen Länder.

Zu  derselben  Zeit  als  sich  zur  Sicherung  und  Erweiterung  der  Graͤnzen
Deutschlands  in  unsern  Gegenden  Marken  bildeten,  entstanden  auch  die  Bisthümerz
  in  der  Hauptstadt  eines  Markgrafthums  wurde  auch  bald  ein  Bischofsfitz
gegründet  und  in  dem  Maße  wie  das  deutsche  Wesen  Fortschritte  in  die  Slavenwelt
  hinein  machte,  schritt  auch  die  Ausbreitung  des  Christenthums  dahin  fort,
letztere  nur  gewöhnlich  etwas  langsamer  und  unvollkommener.  Darin  ist  ein  Segen
  jener  kirchlichen  Stiftungen  anzuerkennen;  sie  sind  aber  auch  zur  Verbreitung
der  (damals  möglichen)  Bildung  und  besonders  für  Anbau  des  Bodens  durch
Gründung  von  Klöstern  2c.  nützlich  gewesen,  wie  das  aus  der  Geschichte  der  einzelnen
  Provinzen  erhellt.  Als  aber  die  Zeit  erfüllt  war,  stürzten  die  meisten  dieser
  römischen  Stühle  zusammen,  um  dem  Lichte  des  Evangelik  Raum  zu  geben.

Die  ganze  Osthälfte  der  wettinischen  Länder  wird  vom  Bisthume  Meiß
  en  eingenommen;  es  umfaßte  die  Marken  Meißen,  Ober=  und  Niederlausitz;
  nur  die  zittauer  Gegend  stand  unter  dem  Erzbisthume  Prag.  Für  die
ältere  Ostmark  bestand  ein  Bisthum  zu  Merseburgz;  für  die  Südmark  das
in  Zeiz-Naumburg;  die  Grafschaft  Henneberg  stand  unter  dem  zu  Würzburg;
  die  Landgrafschaft  Thüringen  stand  erst  kurze  Zeit  unter  dem  Bisthume
Erfurt,  nachher  unter  dem  Erzbisthume  Mainzz  die  Pfalz  Sachsen  gehörte  zum
Bisthum  Halberstadt;  das  Herzogthum  Sachsen  theils  zum  Erzbisthume
Magdeburg  (unter  welchem  auch  die  Bischöfe  von  Zeiz-Naumburg,  Merseburg,
Halberstadt,  Brandenburg  standen),  theils  zum  Bisthum  Brandenburg,  theils
zum  meißner.

Zur  Erleichterung  der  Kirchenregierung  und  Verwaltung  wurden  die
Sprengel  der  Bisthümer  (Dibzesen),  in  Provinzen  (Präposituren,  Archidiakonate,
Dekanate,  Officialate,  Synodalsprengel),  diese,  nach  Befinden,  wieder  in  kleinere
Kreise  (Inspektionen,  Sedes  2c.  genannt)  getheilt;  natürlich  richtete  sich  das  nach
der  Größe  der  ganzen  Dibzes.  Das  Nähere  dieser  Eintheilung  zeigt  die  Karte,
auf  welcher  nur  zu  berichtigen  ist,  daß  der  Clöden  gegenüber,  auf  dem  linken  Elbufer
  gelegene  Ort  nicht  Schmiedeberg  (das  liegt  weiter  südwestlich),  sondern
Pretzsch  heißt.  Die  naumburger  Didzes  zerfiel  in  die  Archidiakonate  Zeiz  und
Naumburg,  und  Hemmeberg  stand  unter  den  Archidiakonaten  (Würzburgs)  Geisa,
Melrichstadt,  Coburg  (Männerstadt  und  Kissingen  —  in  den  nicht  wettinischen
Landestheilen).

Was  nun  das  Allgemeine  über  die  einzelnen  Bisthümer  betrifft,  so  ist

1)  Das  Bisthum  Erfurt
das  älteste  dieser  Gegenden,  denn  es  wurde  von  dem  Heidenbekehrer  Thüringens,