Volltext : Regierungsblatt für das Königreich Württemberg vom Jahr 1899. (76)

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Für  Schriftstücke,  welche  sich  nicht  zur  Aufnahme  unter  die  Sammelakten  eines  der
drei  Standesregister  eignen,  sind  Sammelakten  zum  Familienregister  anzulegen.

Werden  Schriftstücke  zu  den  Sammelakten  genommen,  so  ist  bei  dem  betreffenden
Eintrag  im  Familienregister  die  Abtheilung,  der  Jahrgang  und  die  Nummer  der  Sammelakten
  zu  vermerken.

Ueber  einzutragende  Personenstandsänderungen,  welche  dem  Standesbeamten  auf
außeramtlichem  Weg  bekannt  werden,  hat  sich  derselbe  zunächst  amtliche  Auskunft  zu
verschaffen.  Ist  aber  eine  solche  nicht  zu  erlangen,  so  darf  eine  Privatmittheilung  nur
unter  ausdrücklicher  Bezeichnung  als  solche  vorgemerkt  werden.

F.  10.

Personenstandsänderungen  (8.  7)  von  Angehörigen  solcher  Familien,  welche  zufolge
§§.  3  und  4  im  Familienregister  eines  anderen  Württembergischen  Standesamtsbezirks
eingetragen  sind,  hat  der  Standesbeamte,  wenn  er  bezüglich  derselben  in  Gemäßheit  des
Reichsgesetzes  über  die  Beurkundung  des  Personenstandes  und  die  Eheschließung  eine
standesamtliche  Beurkundung  aufgenommen  oder  einen  Randvermerk  in  die  Standesregister
eingetragen  oder  eine  von  auswärts  eingegangene  Standesurkunde  zu  den  Sammelakten
genommen  hat  (§.  15),  dem  Standesamt  des  Württembergischen  Niederlassungsorts  der
Familie,  zu  welcher  die  betreffenden  Personen  gehören,  im  Fall  des  8.  4  aber  dem  Standesamt
  des  dort  bezeichneten  Bezirks  alsbald  mitzutheilen.

Der  eine  Eheschließung  vornehmende  Standesbeamte  hat  außer  den  nach  Abs.  1  zu
machenden  Mittheilungen  an  die  Standesämter,  in  deren  Familienregister  die  Eheschließenden
  eingetragen  sind,  in  dem  Falle,  wenn  sich  die  Eheschließenden  sofort  nach  der
Eheschließung  in  einer  anderen  Württembergischen  Gemeinde  niederlassen,  dem  Standesamt
  dieses  Niederlassungsorts  eine  Heirathsurkunde  zu  übersenden,  auf  welcher  in  einer
Anmerkung  auch  die  Staatsangehörigkeit  des  Hausvaters  und  zutreffenden  Falls  die
Urkunde,  aus  welcher  die  Staatsangehörigkeit  festgestellt  worden  ist,  nebst  dem  Erwerbsgrund
der  Staatsangehörigkeit  angegeben  werden  muß  (zu  vergl.  8.  8).

Der  die  Ermächtigung  zu  einer  Eheschließung  ertheilende  Standesbeamte  (§.  1321
des  Bürgerlichen  Gesetzbuchs)  hat  dem  Standesbeamten,  der  die  Eheschließung  vornehmen
soll,  auch  die  nach  §.  8  erforderlichen  Mittheilungen  über  die  Staatsangehörigkeit  des
Eheschließenden  zu  machen.