Full text : Württembergische Geschichtsquellen. Zweiter Band. (2)

280  Weissenburger  Quellen

illam  pertinent  de  terra  salica  buobe  2,  prata  nd  carratas  60,  molendinum
  1,  basilica  1  cum  decima  et  ad  illam  pertinet  huoba  1').

28.  (P.  265).  [De  Liutbrabtesriute].

Fol.  26b  Ad  Liutbrabtesriuto?)  est  curtie  dominica  deserta,  de  terra  selica
  huoba  1,  prata  ad  carratas  15,  capella  1.  Ad  illam  pertimst  5
buoba  una,

29.  (P.  256).  [De  Heistinikirchen]  ”.
Fol,  87a.  Ad  Heistinkirchen?)  est  basilica  popularis  1  cum  decima.  Ad
illam  pertinet  huoba  [et]®  dimidia.  De  hiis  locie  atque  aliis  omnibus,
  que  iufra  pago  sunt,  sunt  buobe  possesse  non  plenius,  sed  10
ex  parte  28.  De  singulis  solvitur  ante  natale  Domini  porcus  1  in
precio  solidorum  5,  de  cervisa  situlas  30,  de  sigale  carratam  1],  ad
pascha  frixingum  1°  in  precio  denariorum  6,  de  lino  libras  3,

&)  De  Heistinikirchen  fehlt.  b)  Der  Schreiber  hat  wohl  ot  ausgelassen,  ogl.  n.  83,  da  nach
dem  Keichsgesetz  des  Kaisers  Ludwig  jede  Pfarrkirche  einen  mansus  besitsen  musste  und  der  mansus
  wohl  =  huoba  in  der  Grösse  ist.  c)  situl.  carr.  frixing.,  wos  sich  auch  mit  Rücksicht
auf  porcus  mit  situle,  carrata,  frixingus  auflösen  Idest,  aber  wahrscheinlicher  ist  mit  Rücksicht
auf  libras,  pullos  die  im  Text  gegebene  Form.

')  Die  Erwerbung  der  für  Weissenburg  sehr  entlegenen  oberschwäb.  Besitzungen
  dürfte  wohl  in  die  Zeit  des  Abtes  Grimald  fallen  und  der  Schenkung  der
Güter  im  Affagau  nachgefolgt  sein.  WU.  1,102.  Grimald  war  846—861  zugleich
Abt  von  Weissendurg  und  S.  Gallen,  833—c.  840  nur  von  Weissenburg,  841-846
nur  von  S.  Gallen.  —  ?)  Der  Namensform  nach  würde  zunächst  an  Lippersreute
bad.  BA.  Überlingen  zu  denken  sein,  das  im  liber  decim.  1275  (Freib.  Diöe.Arch.
1,136)  Luipprechtaruti  heisst,  aber  hier  fordert  der  Zusammenhang  einen  Ort
in  der  Nähe  von  Waldsee  und  Heisterkirch,  In  Reute  OA.  Waldsee  weisen
die  Heiligen  der  alten  Kirche,  S.  Petrus  und  Paulus,  deutlich  auf  Besite  des
Klosters  Weissenburg,  das  eben  dieselben  Heiligen  halte.  Die  Erinnerung
an  den  namengebenden  Grundherrn  Liutbraht  ist  auf  der  Gemeindemarkung
in  der  Flur  Lumprechts  erhalten.  Der  Wegfall  des  näher  bestimmenden  Personennamens
  lässt  sich  allenthalben,  besonders  auch  in  Oberschwaben,  beobachten.
  Vgl.  Hausen  im  Schönbuch  =  Hildrishausen,  Zellerhof  =  Brigelsell
  (Königreich  Württemberg  3,845),  Büchel  urkundlich  =  Wealtribubil  (ebd.
3,856)  und  das  analoge  fränkische  Rutmannsrode,  heute  Roth  am  See.  Gegen
die  Deutung  von  Liutbrahtesriute  auf  Lippertsweiler  (vgl.  Baumann,  Gaugrafschaften
  60;  Königreich  Württemberg  3,  846)  spricht  die  dortige  Blasiuskapelle,
welche  auf  andere  Zusammenhänge  hinweist.  Immerhin  dürfte  Liuibralt,  nach
dem  beide  Orte  sich  nennen,  ein  bedeutenderer  Grundherr  in  Oberschwaben  96
wesen  sein.  —  °)  Heisterkirch  OA.  Waldsee,  wo  die  Grafen  Chadaloh  und
Wago  805  all  ihren  ererbien  Besits  an  das  Kloster  S.  Gallen  gegeben  hatte.
WU.  1,63.  Wie  troisdem  ein  solch  ausgedehnter  Besitz  des  Klosters  Weissenburg
  möglich  war,  ist  nicht  gans  verständlich.