279
Um einen Krieg mit Frankreich und Spanien zu- etregen,
schickte er einen Nepoten an Frankreich, und ließ durch ihn
versprechen, daß er so viele französischgesinnte Cardinäle creiren
lassen wollte, daß die Päbste nach ihm gewiß französisch
gesinnter seyn würden. Noch eine lächerliche Rolle spielte er
in Ansehung der Abdankung Kaiser Karls V. Er behauptete:
Karl V. hätte die Krone in seine Hand niederlegen sollen,
Ferdinand hätte sie aus seiner Hand allein nehmen dürsen,
und wenn sie wegen des Verbrechens, dessen sie sich
schuldig gemacht, Absolution haben wollten, müßten sie in
Rom Kirchenbuße thun. Er wurde über dieser Forderung ausgelacht.
Sonst ist noch merkwürdig, daß er die Ingquisition
in Rom einführte.
Paul IV. starb 1559 aus Alteration #ber seine Nepoten,
auf deren Erhaltung er Alles gewandt hatte, und die ihm
zuletzt doch ungehorsam wurden. Durch seinen Tod glaubte
sich das römische Volk von einem großen Tyrannen befreit.
Es entstand ein allgemeiner Volkstumult. Man stuͤrmte das
Inquisitionshaus, zündete es an, riß das Caraffische Wappen
überall herab. Aber das Volk hatte nicht viel Ursache, si ch zu
fieuen denn sein Nachfolger
Pius IV. (1559—11565) war nicht viel sanfter. Sie
schrieben ihm gleich im Conclave zwei Bedingungen vor: die
Spnode mußte er fortsetzen und Ferdinand als rmischen
Kaiser erkennen. Das Letzte that er sogleich, aber ohne
weitern guten Erfolg. Ferdinand war schon im Besitze der
Macht, was bekümmerte er sich um die Anerkennung! Synb“
den fortzusetzen, dazu ließ er sich nur äußerst mühsam bewegen.
Er wollte andere Unternehmungen durchsetzen, vorher
die Caraffen plündern und aus Rom jagen. Wie er hörte,
daß der König in Frankreich eine National-Synode ausschreiten
würde, wie er aus Deutschland Nachricht bekam, daß